Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) bietet in Zusammenarbeit mit der Akademie der Unfallchirurgie seit Februar 2011 das neue Kursformat Hand-Over-Team-Training (HOTT) für Ärzte und Pflegepersonal an. Das Kursformat orientiert sich am Simulations-Team-Training aus der Luftfahrt und hilft, durch Stresssituationen hervorgerufene menschliche Fehler bei der Behandlung von Unfallverletzten zu reduzieren.
HOTT ist ein Projekt der „Initiative Qualität und Sicherheit in Orthopädie und Unfallchirurgie“ und fördert die Erkenntnis, dass bis zu 80 Prozent der Zwischenfälle in der Medizin auf ein individuelles Fehlverhalten zurückgehen und damit potentiell vermeidbar sind. Der Kurs richtet sich an Chirurgen, Anästhesisten, Notärzte sowie an das an der Notfallversorgung beteiligte Pflege- und Rettungsdienstpersonal, die in der Notaufnahme des Krankenhauses zusammenarbeiten. HOTT simuliert die sehr komplexe und von Stress und Zeitdruck geprägte Übergabesituation von Unfallverletzten. Die Teilnehmer stellen Schockraumsituationen nach, die in der Praxis zu wirklichen Fehlern geführt haben. Als Grundlage dient dabei das Berichts- und Lernsystem Critical Incident Reporting (CIRS), das anonym gemeldete kritische Ereignisse in der Medizin zusammenführt. Das Schockraum-Simulatortraining vermittelt Verhaltensprinzipien und Kommunikationsstrategien, welche die Handlungssicherheit des interdisziplinären Teams erhöhen und so die Sicherheit des Patienten entscheidend beeinflussen.