„Die Unfallchirurgie in Deutschland - unsere Verantwortung und Verpflichtung“
 

Fortbildung

TDSC®: Terror and Disaster Surgical Care

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Angesichts der steigenden Terrorgefahr in Deutschland stehen Ärzte und Kliniken vor neuen medizinischen und taktisch-strategischen Herausforderungen. Um Opfer von Terroranschlägen schnell und situationsgerecht auf hohem Niveau versorgen zu können, werden erfahrene Unfallchirurgen und Chirurgen im Intensivkurs „Terror and Disaster Surgical Care“ (TDSC®) speziell geschult. Die Fortbildung zur Terror- und Katastrophenchirurgie wurde von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) und dem Sanitätsdienst der Bundeswehr entwickelt.

Im zweieinhalbtägigen TDSC®-Kurs werden den Teilnehmern zum einen medizinische Kernkompetenzen zur Behandlung von stark blutenden Schuss- und Explosionsverletzungen nach einem Terroranschlag vermittelt. Die Mediziner erhalten hierzu Kenntnisse zum Einsatz auf gefährlichem Terrain und erlernen wesentliche Aspekte der Wundballistik, die Besonderheiten zur Versorgung der speziellen Verletzungsmuster sowie wichtige Entscheidungsalgorithmen und Maßnahmen zur Schadensbegrenzung und -regulierung.

Zudem schult der TDSC®-Kurs das taktische Umdenken in Terrorlagen, denn die hohe Anzahl lebensgefährlich verletzter Menschen und die unkalkulierbare Gefahrenlage verlangen von den Ärzten am Anschlagsort und im Krankenhaus ein besonderes Management. Im Kurs erörtern die Teilnehmer dazu mögliche Szenarien in Fallsimulationen und trainieren diese unter möglichst realitätsnahen Bedingungen: Welcher Patient bekommt in welcher Reihenfolge welche Operation mit welchem Material? Wie können sich Mediziner selbst schützen und gleichzeitig möglichst vielen Menschen das Leben retten?

Der TDSC®-Kurs startete im Mai 2017 nach einer halbjährigen Pilotphase. Die Fortbildung wird in Zusammenarbeit mit Experten mehrerer medizinischer Disziplinen durchgeführt. Neben der DGU und dem Sanitätsdienst der Bundeswehr sind auch die Deutsche Gesellschaft für Anästhesie und Intensivmedizin (DGAI), die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) und die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG) beteiligt.



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