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07.09.2010 |
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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2010
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74. Jahrestagung der DGU
96. Tagung der DGOOC
51. Tagung des BVOU
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Hier finden Sie wichtige und aktuelle Informationen zum Wegfall der AiP-Phase zum 01.10.2004 |
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Suchen und Anbieten von Stellen in der Unfallchirurgie |
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Wegweiser:
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Pressemitteilungen
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Pressemitteilungen
Zunahme der Anzahl von Hüft- und Kniegelenksendoprothesen
DGOU: Keine voreiligen Schlüsse ziehen
Klagen über das deutsche Gesundheitswesen gibt es reichlich. Die
BARMER GEK beklagt nun den Anstieg der Hüft- bzw. Kniegelenkersatz-Operationen.
Allein im letzten Jahr wurden rund 209.000 Hüft- und 175.000 Knie-Endoprothesen
eingesetzt, wofür die Krankenversicherung rund 2,9 Mrd. Euro ausgab.
Mit der Vermutung, dass „Rentner ohne künstliches Knie-
oder Hüftgelenk schon bald in der Minderheit sein könnten“,
wird hinterfragt, ob durch eine zu breite Indikationsstellung bereits eine
Tendenz zur Überversorgung bestehe.
Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU)
beobachtet die Versorgung im Bereich von Hüft- und Knie-Endoprothetik seit
Jahren mit großer Sorgfalt. Sie warnt daher vor voreiligen Schlüssen über
die so genannte „Mengenausweitung“ und fordert eine gründliche
Analyse der Daten:
- Eine Zunahme von Hüft- und Kniegelenks-Operationen ist bereits allein
der demografischen Entwicklung geschuldet; denn Hüft- und Kniegelenksverschleiß bzw.
Schenkelhalsfrakturen sind Erkrankungen und Verletzungen vorwiegend des
höheren Lebensalters.
- Der moderne Hüft- und Kniegelenkersatz gehört zu den erfolgreichsten
Operationen überhaupt. Insofern hat sich auch die Indikationsstellung
für Patienten verlagert, die früher vorwiegend korrigierenden
Operationen an Hüft- und Kniegelenk (sog. Umstellungsosteotomien) zugeführt
wurden. Dies betrifft vor allem die Spätfolgen der früher unbehandelten
Hüftgelenksdysplasie und Hüftgelenksverrenkung, die bereits im
frühen Erwachsenenalter zum Hüftgelenksverschleiß führt.
Diese in den 60er und 70er Jahren zu spät behandelten Patienten erreichen
nun das Alter, in dem der künstliche Hüftgelenkersatz Gutes leistet.
- Eine Indikationsausweitung ist denkbar, aber nicht belegbar. Die DGOU
beobachtet mit Sorge die politisch gewollte Diversifizierung der Versorgungsstrukturen.
Aus diesem Grund hat die Fachgesellschaft mit der AOK das Projekt „Versorgungsatlas“ auf
den Weg gebracht, mit dem regionsspezifisch die Häufigkeit von ausgewählten
Knochen – und Gelenkoperationen gelistet und überprüft werden
soll. Nur so lässt sich abklären, ob es eine „angebotsinduzierte
Nachfrage“ für diese Operationen gibt.
- Auch bezüglich einer möglichen Kostenreduktion und Sicherung
der Versorgungsqualität hat sich die Deutsche Gesellschaft für
Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) eingebracht. Seit Jahren wird
ein Endoprothesenregister gefordert, das bisher an politischen Einwänden
gescheitert ist. Ein Endoprothesenregister kann nachweislich zu einer Verbesserung
der gesamten Versorgungsqualität führen. Die Revisionsrate nach
Hüftendoprothetik konnte z. B. in Schweden nach Einführung eines
Registers fast halbiert werden. Würden man die Erfahrungen aus Schweden
auf deutsche Verhältnisse übertragen, ergäbe sich bei vorsichtiger
Kalkulation ein Einsparpotenzial von über 40 Millionen Euro.
- Zu Recht weist die Barmer GEK darauf hin, dass sich jegliche Arthrose,
aber vor allem der Kniegelenksverschleiß durch körperliche Bewegung
und eine gesunde Ernährung verringern lässt. Die DGOU hat hierfür
Präventionsprogramme aufgelegt, die es gesetzlich zu fördern gilt.
Dies gilt im Übrigen auch für die Vorbeugung Osteoporose, die
die wichtigste Ursache der Schenkelhals-Frakturen darstellt. Auch auf diesem
Sektor gibt es von Seiten der Fachgesellschaften Empfehlungen, die nicht
genügend umgesetzt sind.
Die DGOU fordert daher Krankenkassen und Politiker zu einem konstruktiven
Dialog auf. Nur im Dialog lässt sich der hohe Standard der medizinischen
und insbesondere der orthopädisch-unfallchirurgischen Versorgung in Deutschland
erhalten. Die Fachgesellschaften haben eine Reihe von Vorschlägen unterbreitet,
die nicht nur qualitätsfördernd, sondern auch kostensparend sind.
Prof. Dr. med. F. U. Niethard, Generalsekretär der DGOU
In der Anlage finden Sie die Pressemitteilung der BEK, die Stellungnahme
des DGOU-Generalsekretärs sowie die PM der DGOU im pdf-Format.
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| Autor/Quelle: |
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Redaktion
DGU-Online Redaktion
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| erstellt am: |
12.01.2006 |
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| zuletzt aktualisiert: |
02.08.2010
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