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Der letzte Bericht wurde zur Präsidiumssitzung im Juni 2005 gegeben.
Der Bildungsausschuß der DGU hat sich in anbetracht der vielen Probleme bei der Einführung der neuen Weiterbildungsordnung seit der letzten Jahrestagung weiter ganz vorrangig mit diesem Thema befassen müssen. Als Bildungsausschussmitglieder haben wir über 1000 mails und viele Telefonanrufe zu persönlichen Weiterbildungsfragen bearbeitet und mit zahlreichen unfallchirurgischen und orthopädischen Kollegen aus vielen Landesärztekammern beraten. Hier ist einerseits die Aktivität von Prof. Lob sowohl auf Ebene der Ständigen Kommission Weiterbildung bei der Bundesärztekammer hervorzuheben, aber auch sein Engagement auf bayerischer Landesebene bei der realen Umsetzung des neuen Facharztes Unfallchirurgie / Orthopädie. Als weiteres Ausschussmitglied ist Dr. Lindhorst ebenfalls in der StäKo der BÄK und in der hessischen Landesärztekammer als Weiterbildungsausschussvorsitzender sehr engagiert für die Kollegen eingetreten und so konnten klare Übergangsbestimmungen am 02.07.05 von der hessischen Kammerversammlung verabschiedet werden. Trotz des eigenen Engagements in der Berliner Kammer konnten hier die Genehmigungen der Landesbehörde noch nicht erreicht werden. Insgesamt ist mit Stand 08.07.05 in 8 von 17 LÄK die Genehmigung durch die Landesaufsichtsbehörden erfolgt. Dennoch, Hauptproblem aus Sicht unserer Mitglieder sind die Übergangsfristen und –regularien sowohl zur Erlangung des neuen Facharztes aber auch zur Erlangung der Weiterbildungsbefugnis. Leider kann zu dieser Problematik keine Entwarnung gegeben werden, schlimmer noch es entwickelt sich in den Landesärztekammern eine doch deutlich differente Verfahrensweise zu dieser Thematik. Hier kann derzeit nur allen DGU-Mitgliedern empfohlen werden sich in den Weiterbildungskommissionen der eigenen Ärztekammer zu Wort zu melden und die eigenen Interessen zu vertreten. Einheitliche Ratschläge können wir derzeit nicht erteilen, da in der Mehrzahl der Landesärztekammern die entsprechenden gesetzlichen Grundlagen und zugehörigen Verordnungen noch nicht rechtskräftig vorliegen. Es steht also zu befürchten das die Weiterbildungsordnung und deren Realisierung uns auch im nächsten Jahr noch beschäftigen werden. Als weiteres Problemfeld für unsere KollegInnen in Weiterbildung hat sich die Stellen- und Tarifproblematik herauskristallisiert. Anfang des Jahres erreichten uns erste Berichte über Probleme bei der Weiterbeschäftigung zunächst in Form von Tarifabsenkungen nach Vertragsverlängerung, dann folgten Berichte über unhaltbare Zustände bezüglich der Weiterbildungsinhalte, fehlender Rotationsmöglichkeiten und verwaltungsseitigem Druck zu fachübergreifenden und häufig inkomplett dokumentierten Diensten. Hier haben wir wiederholt an den Marburger Bund verwiesen, in einigen besonders krassen Fällen Kontakt mit der Klinik aufgenommen und deutlich gemacht, das wir geneigt seien die Weiterbildungsbefähigung der Abteilung durch die zuständige Landesärztekammer überprüfen zu lassen. Letzteres hat bis auf einen Fall Wunder gewirkt, aber auch dazu geführt, das wir in unserer Sitzung im April dem Thema „ Zukünftige Finanzierung der Weiterbildung“ breiten Diskussionsraum gaben und beschlossen hierzu eine öffentliche Veranstaltung zu projektieren. In diesem Zusammenhang hat Herr Müller viel aus seiner langjährigen Erfahrung in Weiterbildungsgremien und dem täglichen Erleben eines Chefarztes in einem Versorgungskrankenhaus beitragen können. Dann überholten uns die Aktionen zum deutschen Ärztetag sowie der eskalierende Konflikt zum neuen Tarifvertrag, welcher in Protesten an den Universitätskliniken Baden- Württembergs und Hessens mündeten. Hier hat Dr. Lindhorst öffentlich, aber auch im Marburger Bund klar gegen dessen bisherige Positionen gesprochen und im Einklang mit der Beschlusslage des Bildungsausschuß die Unterstützung der Forderung nach deutlich höherer Vergütung ärztlicher Arbeit und der Ausfinanzierung von Weiterbildung eingefordert. Infolge der Unsicherheit entscheidender politischer Vertreter bezüglich der eventuell anstehenden Bundestagswahl mussten wir die bereits projektierte Veranstaltung „Zukünftige Finanzierung ärztlicher Weiterbildung im Krankenhaus“ verschieben. Es steht aber zu befürchten, dass das Thema nicht an Brisanz verliert! Gerade für die Wissenschaftlichen Mitarbeiter an Universitätskliniken werden sich weitere Tücken auftun sobald tatsächlich nicht nur buchhalterisch sondern real zwischen Tätigkeiten in Forschung und Lehre sowie Krankenversorgung differenziert wird oder sogar einige Kollegen auf „Krankenversorgungsstellen des (privatisierten?) Universitätsklinikums“ und andere auf „Fakultätsstellen zu Forschung und Lehre“ beschäftigt werden. Eine Entwicklung die der Bildungsausschuß vehement ablehnt, und in Zukunft weiter bearbeiten wird. Zwischenzeitlich konnte Dr. Lindhorst im Rahmen der Anhörungen zur Fusionierung und Privatisierung der Universitätskliniken Marburg und Giessen unsere Position auch im Landesministerium darlegen und auf weitere Bedenken aus den wissenschaftlichen Gesellschaften verweisen. Im Rahmen vergleichbarer Konflikte in Berlin sind wir sowohl mit Vertretern des politischen Senats und der Fakultät, aber auch Tarifverhandlern im Gespräch, wenn auch bisher ohne greifbare Erfolge. Höchst erfolgreich hat sich die Einbindung des „Jungen Forum der DGU“ in Person von Herrn Schmidmaier und Herrn Rixen in den Bildungsausschuß entwickelt. Die Aktivitäten dieser Gruppe werden umfassend im Internet dargestellt und im Juli konnte die Börse für Weiterbildungsstellen über dgu-online.de gestartet werden. Hier möchte ich gerade die jüngeren DGU – Mitglieder herzlich auffordern den Kontakt zahlreich zu suchen und die Mitarbeit zu vertiefen ! Zu ersten Erfahrungen mit der Einführung der neuen Weiterbildungsordnung wird gerade unter Führung von Herrn Rixen eine Umfrage bei den bayrischen Kollegen begonnen, wir hoffen hierzu auf der Jahrestagung mit dem Jungen Forum berichten zu können. Als ebenfalls erfolgreich, aber noch ausbaufähig, hat sich der aus den Reihen des Bildungsausschuß inaugurierte DGU – Infostand während der Jahrestagung erwiesen. Hier hat Herr Lindhorst in Zusammenarbeit mit den orthopädischen Kollegen viel zur Beratung in Weiterbildungsfragen befördert und wird dies auch dieses Jahr in bewährter Zusammenarbeit fortsetzen. Darüber hinaus freuen wir uns über die rege Mitarbeit von Herrn Arndt und Frau Lehnert und hoffen in Zusammenarbeit mit den anderen Ausschüssen das Infoangebot 2005 noch wesentlich attraktiver gestalten zu können. In Zusammenarbeit mit Herrn Ansorg vom BDC und nach Beratung in der Weiterbildungskommission der DGCh nimmt das Weiterbildungsbuch „Common Trunk Chirurgie“ sowie „Unfallchirurgie/Orthopädie“ langsam Gestalt an, hier stehen jetzt noch einige Abstimmungen und Klarstellungen mit der BÄK aus. Die Zusammenschau der benannten und vieler weiterer gerade ökonomischer Probleme, veranlasst mich zusammenfassend zu betonen, das jetzt alle Kräfte gebündelt werden müssen, damit zukünftig überhaupt noch eine menschenwürdige, qualitativ hochwertige und am wissenschaftlichen Fortschritt orientierte Behandlung unserer Patienten und damit auch Aus- und Weiterbildung unserer Kollegen gesichert werden kann. Diesem Ziel fühlen wir uns, über alle Fach- und Sektorengrenzen hinweg, als Bildungsausschuß der DGU vorrangig verpflichtet. Wir freuen uns auch zukünftig über weitere engagierte Mitstreiter!
Almut Tempka
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