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03.09.2010 10:32 27 
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DGU-Präsident

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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2010
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Wegweiser: Die DGU - DGU-Präsident
DGU-Präsident

Grußwort Prof. Dr. Norbert Südkamp

Sehr geehrte Damen und Herren,
die Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie,
liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freundinnen und Freunde,

mit diesem Grußwort möchte ich Sie als Präsident der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie des Jahres 2010 recht herzlich begrüßen. Gleichzeitig möchte ich Ihnen und Ihren Familien für die 2. Dekade des 21. Jahrhunderts alles Gute wünschen, insbesondere Gesundheit, privaten und beruflichen Erfolg!

Es ist mir eine besondere Ehre und Freude, meinem Vorgänger, Professor Dr. med. Hans Zwipp, für seine enormen Leistungen und sein großes Engagement während seiner Amtszeit, insbesondere auch im Namen aller Mitglieder, sehr herzlich zu danken.
Nach der Gründung des Vereinsverbandes DGOU im Juli 2008 und des positiven Votums der Mitgliederversammlung im Oktober 2008 konnte Hans Zwipp als Präsident der DGOU das Zusammenfinden in unserem Fach und das Zusammenleben als Orthopäden und Unfallchirurgen – O und U - im Jahr seiner Präsidentschaft zusammen mit seinen Ko- Präsidenten, Herrn Prof. Dr. Klaus Peter Günther und Dr. S. Götte als Vorsitzender des BVOU, bis zum Ende des Novembers 2009 erheblich voranbringen. Die DGOU hat derzeit weit mehr als 7.000 Mitglieder, besonders erfreulich und bemerkenswert ist die Tatsache, dass die AGA und die AE als eingetragene Vereine außerordentliche Mitglieder der DGOU geworden sind und im Vereinsverband DGOU gleichzeitig die Aufgabe von Sektionen übernommen haben. Besonders danken möchte ich, auch im Namen aller Mitglieder der DGU, für einen hervorragenden Kongress mit einem ausgezeichneten und anspruchsvollen wissenschaftlichen Programm, begleitet von einem abwechslungsreichen, teils feierlichen, teils vergnüglichen Rahmenprogramm.

DKOU 2010

Obwohl die  73. Jahrestagung der DGU noch nicht beendet war, hatten die Vorbereitungen für die 74. Jahrestagung längst begonnen und laufen derzeit bereits auf Hochtouren. Mit unserem Motto: "Innovation, Sicherheit und Zuverlässigkeit" haben wir zufällig auch den Zeitgeist in der Medizin und speziell in der Orthopädie und Unfallchirurgie für die 2. Dekade des 21. Jahrhunderts getroffen.
Der Zyklus von Innovationen wird immer kürzer, eine immer größer werdende Flut von neuen Implantaten, neuen Techniken und Verfahren stellt den Anwender vor das Problem, für welches Produkt er sich für die Versorgung seiner Patienten entscheiden soll. Die finanzielle Situation der gesetzlichen Krankenversicherungen mit geschätzten jährlichen Ausgaben von über 140 Mrd. Euro im Jahr 2010 ist neben den Ausgabensteigerungen und krisenbedingten Beitragsausfällen nicht entspannt und wird zu einem weiteren Druck auf die Leistungserbringer führen.
Das Thema Sicherheit gewinnt aus verschiedenen Perspektiven immer mehr Bedeutung. Allein die Verdichtung der Arbeit in unseren Kliniken mit Verkürzung der Liegezeiten, einer Steigerung der Leistungszahlen von ca. 20% in den letzten 3-4 Jahren lässt antizipieren, dass dieses durchaus mit einem Anstieg der Fehlerrate einhergehen könnte und dieses proaktiv zu vermeiden gilt. Die durch EDV und Vernetzung induzierte Transparenz von Zahlen, Leistungen und Komplikationen macht die Kliniken ‚gläsern’, Begriffe wie Mindestmengen und ‚Benchmarking’ gehören bereits zum Alltag der Klinikarbeit. Während dieses noch akzeptabel erscheint, müssen wir unbedingt dagegen angehen, dass man die Medizin weiter kommerzialisiert! Kostenbewusstsein ist wichtig und notwendig, aber eine Orientierung von Indikation und Therapiekonzepten am Entgeltsystem ist nicht mehr mit der Ethik des Arztberufes in Einklang zu bringen. Im Gegenschluss ist es jedoch unsere Aufgabe, die Evidenz unserer Therapiekonzepte zu bestimmen bzw. nachzuweisen und transparent darzulegen. Dieses ist eines der Hauptanliegen meiner Präsidentschaft, mit angrenzenden Disziplinen Strategien zu entwickeln, wie man dieses Ziel erreichen bzw. ihm ein großes Stück näher kommen kann.
Die von unserer Fachgesellschaft geleistete aktive Unterstützung von Aktionen zur Patientensicherheit gilt es weiter zu expandieren und in die Breite zu entwickeln. Wir alle sind gefordert dieses in den Fokus unserer Tätigkeit zu bringen. Auch wenn die DGU bereits als Gesellschaft Mitglied des Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. ist, besteht für jeden Einzelnen von uns darüber hinaus die Möglichkeit einer persönlichen Mitgliedschaft.
Die Zuverlässigkeit erwächst aus der Anwendung von modernen und sicheren Behandlungsverfahren, dadurch werden wir gleichermaßen für Patienten und Industrie zuverlässige Partner.
Es ergeben sich eine Vielzahl von wissenschaftlichen, fachbezogenen und berufspolitischen Herausforderungen, nicht nur bedingt durch die sich wandelnden Gesundheitssysteme in Deutschland, sondern auch in Europa. Daher haben wir diesmal unsere niederländischen Nachbargesellschaften in Orthopädie und Traumatologie eingeladen, diesen Kongress aktiv mit zu gestalten. Als weitere Partner möchten wir die Radiologischen Kollegen beteiligen, da es mit diesem Fachgebiet eine Reihe von Gemeinsamkeiten und Schnittstellen in der täglichen Praxis und um nur eine wichtige Schnittstelle zu nennen, der Aus- und Weiterbildung gibt!
Die Beteilung der Europäischen Gesellschaften ESTES und EFORT sind auch weiterhin Bestandteil des Kongresses, eine erfolgreiche Partnerschaft!
Viele unserer Mitglieder sind in verschiedenen Arbeitsgemeinschaften und Sektionen sehr aktiv. Diese haben sich zum Teil mit thematisch gleichen Sektionen/Arbeitsgemeinschaften und Kommission der DGOOC bereits unter dem Dach der DGOU zusammengeschlossen. Allen diesen Arbeitsgemeinschaften und Sektionen möchten die diesjährigen Kongresspräsidenten für den kommenden Kongress ein spezielles Forum durch Einrichtung eines ‚Specialty Day’ bieten. An den ersten beiden Kongresstagen, am Dienstagnachmittag und Mittwochmorgen, haben die Arbeitsgemeinschaften und Sektionen Gelegenheit, aus ihren Arbeitsgebieten wissenschaftliche Sitzungen eigenverantwortlich zu gestalten.
Fortgesetzt werden soll die Nachwuchsförderung,

  1. die letztjährige, erstmalige und sehr erfolgreiche ,Summer School’ für Studierende wird bei den ‚Incoming Presidents’ in Homburg durchgeführt,
  2. spezielle Programme des Jungen Forums der DGOU mit u.a. kostenfreier peer-to-peer Studenten-Führung durch den gemeinsamen Kongress im Oktober werden wiederum stattfinden.

Hierdurch kann die Attraktivität unseres Faches besser präsentiert und transparenter werden, um Studierenden frühzeitig Einsicht in die Breite und die Vielfalt beruflicher Möglichkeiten unseres Faches zu geben. An das Projekt der örtlichen Partnerschaft der Hochschullehrer zu ‚ihren’ Studierenden, im letzten Jahr von der DGOU initiiert, möchte ich erinnern und die ‚Betroffenen’ herzlich um aktive Unterstützung bitten.
Die Deadline für die Abstract Einreichung ist bereits abgelaufen und es sind weit über 1.300 Abstracts eingegangen. Dieses lässt wieder ein hochkarätiges wissenschaftliches Programm erwarten.

DGU

Im Dezember 2009 gaben das Deutsche Krankenhausinstitut und die Zeitschrift ‚Das Krankenhaus’ einen Ausblick auf das Jahr 2010. Verschiedene Referenten der Krankenkassen und Krankenhäuser, des DKI, des GKV-Spitzenverbandes, der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhaus Gesellschaft und die parlamentarische Staatssekretärin im BMI beleuchteten grundsätzliche Fragen der Gesundheits- und Krankenhauspolitik.
Mindestens jedes fünfte Krankenhaus schreibt rote Zahlen, Kliniken mit ausgeglichenen Ergebnissen haben das meist nur durch massive Anstrengungen und Rationalisierungsbemühungen geschafft. Kleinere und größere Veränderungen im Betten- und Belegungsmanagement, Verbesserungen im Aufnahme- und Entlassmanagement, sowie Patientendurchlaufsteuerungen (sog. Pfadpatienten) haben zu einer weiteren Optimierung und Verdichtung der Leistungen geführt. Verlagerungen von Prozessen in den Vor- und nachstationären Bereich, das Einführen von OP Managern sowie die vermehrte Zusammenarbeit und Zusammenlegung von Fachabteilungen und Funktionsbereichen sind ebenfalls zu nennen. Die bereits schon erwähnte Ausgabensteigerung bei krisenbedingter Verminderung der Beitragseinnahmen wird versucht werden, auf uns Leistungserbringer abzuwälzen. Dieses wird zu einer weiteren Steigerung der Arbeitsbelastung führen. Nach Angaben des DKI haben bereits zwei Drittel der Krankenhäuser Probleme, offene Stellen im Ärztlichen Dienst zu besetzen. Bezogen auf die Gesamtzahl der heutigen Stellen in den jeweiligen Häusern konnten die Krankenhäuser mit Stellenbesetzungsproblemen insgesamt etwa 4% ihrer Stellen im Ärztlichen Dienst nicht besetzen. Hochgerechnet entspricht das etwa 4.000 Stellen im Ärztlichen Bereich, die bundesweit nicht besetzt werden konnten. Damit haben sich diese offenen Stellen gegenüber 2006 verdreifacht, dieses hat unmittelbare Auswirkung auf die Arbeitszeitorganisation, und z.B. Wartelisten für Operationen; es führt obendrein zu einer Beeinträchtigung der Patientenversorgung. Damit können oft Schließungen von Stationen oder gar gesamten Bereichen nicht vermieden werden.
Die DGU hat durch ihre frühzeitige Beteilung an neuen Berufsbildern, wie dem Arzt Assistenten mit Zusatzqualifikation Orthopädie und Unfallchirurgie in einem gemeinsam von der Steinbeiss Hochschule und der DGOU gestalteten Bachelor Ausbildungsprogramm, diese Entwicklung vorausgesehen und will  damit, zumindest teilweise, entgegen wirken und sich aktiv an einer bedarfsorientierten und praxisbezogenen Einbindung verschiedener Gesundheitsberufe beteiligen.
Die von der parlamentarischen Staatssekretärin vorgetragene Forderung der Koalition nach Planbarkeit und Verlässlichkeit im Gesundheitswesen entspricht den Aktivitäten der DGU. Mit Schaffung des TraumaNetzwerksD DGU, der Zertifizierung der Traumazentren in TraumaNetzwerken wird die flächendeckende Qualität in der Schwerverletztenversorgung mit Schonung von Ressourcen hoffentlich bald Realität. 3 ½ Jahre nach Veröffentlichung des ‚Weissbuch der Schwerverletztenversorgung’ ist eine Überarbeitung, Ergänzung und Neuauflage erforderlich. Eine Arbeitsgruppe hat sich dieser Arbeit angenommen.
Aber auch die Arbeit unserer Leitlinienkommission, an der sich eine große Zahl unserer Mitglieder beteiligt, ist ebenfalls ein hervorzuhebender Faktor. Durch Schaffung von Leitlinien wird die Qualität nachhaltig verbessert und die Verlässlichkeit gegenüber den Patienten und Kostenträger gesteigert.
Aus der Sicht der Regierung ist das Gesundheitswesen  nicht nur ein Kostenfaktor, sondern ein bedeutender innovativer Wirtschaftsfaktor mit mehr als 4,4 Millionen Beschäftigten. Die Nachfrage nach medizinischen und pflegerischen Leistungen führt zu einer Stabilisierung der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes gerade in Krisenzeiten. Die Regierung strebt an, allen Bürgern eine wohnortnahe, hochwertige medizinische Versorgung auf dem aktuellen Stand des medizinischen Wissens und Fortschritts anzubieten. Sie strebt eine schrittweise Veränderung des Finanzierungssystems der GKV zu mehr Beitragsautonomie und regionalen Differenzierungsmöglichkeiten an, zusätzlich sollen die Versicherungsbeiträge tendenziell von Lohnkosten abgekoppelt werden.
Zu diesen Themen müssen wir, als wissenschaftliche Gesellschaft, die Interessen unserer Mitglieder möglichst erfolgreich vertreten, indem wir diese gesellschaftlichen und gesundheitspolitischen Entwicklungen und Veränderungen aktiv mit Projekten und Vorschlägen zusammen mit unseren Partnern in den Fachgesellschaften, Berufsverbänden und Verbänden der verschiedenen Gesundheitsberufe – als mittelbar Betroffene ! – kritisch begleiten.

DGOU

Die Aktivitäten des letzten Jahres bestanden darin, arbeitsfähige Strukturen zu schaffen und weiter auszubauen. Dieses ist durch den bereits erwähnten Zusammenschluss verschiedener Arbeitsgemeinschaften und Sektionen erfolgt. Auch mit der Besetzung der Ausschüsse im letzten Jahr haben diese ihre Arbeit aufgenommen. 
Das Jahr 2010 wird gekennzeichnet sein, durch gemeinsame Anstrengungen die Strukturen der DGOU den Erfordernissen unserer Mitglieder und den Aufgaben, die auf uns zukommen, anzupassen, um effektiv, nachhaltig und erfolgreich, die anstehenden Probleme zu meistern.

Ich möchte Sie aufrufen, Ihr bisheriges Engagement in unserer Gesellschaft beizubehalten, damit wir gemeinsam die wissenschaftlichen und berufspolitischen Herausforderungen der zweiten Dekade des 21. Jahrhunderts annehmen und meistern können.
Herzlichst!

Ihr
Norbert Südkamp


Autor/Quelle:
Redaktion
DGU-Online Redaktion
erstellt am: 25.08.2004
zuletzt aktualisiert: 09.06.2010
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