Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2009 wurde zum herausragenden Ereignis!
Dankeswort des Präsidenten
Nachlese zum DKOU 2009, 21. – 24. Oktober 2009, Berlin
Sehr geehrte Damen und Herren,
verehrte Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
die Nachlese des diesjährigen Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie ist üppig und der Dank an so viele ist übergroß.
DGU, DGOOC, Besucher und Partner der Industrie
Das Kongressmotto "Mit Herausforderungen leben" hat deutlich erkennen lassen, dass unsere Fachgesellschaften DGU und DGOOC unter dem Dach der DGOU nicht nur mit den gegebenen Herausforderungen leben, sondern diese gestalterisch angenommen haben. Noch nie war ein Kongress trotz der bestehenden größten Wirtschafts- und Finanzkrise seit Gründung unser Republik mit insgesamt 11.666 Personen so gut besucht wie dieser (1). Auf 5.595 m² Fläche haben 238 Firmen Ihre Produkte ausgestellt und 40 Lunch-Workshops bzw. Firmen-Symposien während der 3½tägigen Veranstaltung initiiert.
Internationale Gäste
Noch nie hatten wir Gäste aus 41 verschiedenen Ländern mit einem 10%igen Anteil ausländischer Besucher. So kamen 544 Ärztinnen und Ärzte aus Österreich und der Schweiz, 100 aus Westeuropa, 57 aus Osteuropa, 28 aus Süd- und 25 aus Nordeuropa. 44 Teilnehmer kamen sogar aus Asien, 36 aus Amerika und 5 aus Australien. Möglicherweise hat der durchgängig englischsprachige Saal durch "combined sessions" mit 8 europäischen und internationalen Fachgesellschaften die Attraktivität für unseren Kongress gesteigert.
Wissenschaftliches Programm
Es umfasste 252 Sitzungen, davon 44 morgendliche Kursprogramme. 1.474 wissenschaftliche Vorträge wurden in bis zu 17 teilweise parallel laufenden Sälen präsentiert. Dazu kommen 172 elektronische Poster, die in speziellen Sitzungen kurz von den Autoren zusätzlich vorgestellt wurden, um nach Evaluation durch eine Jury die besten am Ende des Kongresses mit 3 Preisen zu würdigen.
Zur Förderung der evidenzbasierten Forschung wurden Dank der Fa. EUSA erstmalig 3 Preise mit insgesamt 5.000 Euro für die 3 besten Vorträge als EBM-Preise vergeben.
Glanzstunden
Ein initialer Höhepunkt stellte die Kongresseröffnung mit einer äußerst beeindruckenden Rede durch Herrn Minister Hans-Dietrich Genscher zum Thema "20 Jahren ach dem Fall der Mauer" dar, der für seinen zeitkritischen Diskurs mit Zügen eines humorvollen und weisen Redners durch stehende Ovationen gewürdigt wurde. Eingerahmt vom Dresdner Barock mit den Kapellsolisten unter der Leitung von Helmut Branny wurde den 50 Jahren BVOU durch Dr. S. Götte gedacht, durch den Präsidenten der DGU und DGOU an die 4 Kardinaltugenden nach Platon (2) erinnert und vom Präsidenten der DGOOC, Prof. K.-P. Günther die Imagecampagne zur Orthopädie und Unfallchirurgie mit dem O&U der Medizin vorgestellt.
Eine besondere Anziehungskraft mit entsprechend hohen Besucherzahlen zeigten die Pauwels-Gedächtnisvorlesung durch Prof. Dr. Reinhold Ganz (Bern) zur Entstehung der Coxarthrose sowie die DGU-Mittagsvorlesung durch Uwe Tellkamp mit einer Lesung aus seinem mit dem Deutschen Buchpreis geehrten Buch "Der Turm", die Geschichte aus einem versunkenen Land.
Die Preisträgersitzung mit Vorstellung herausragender und teils hochdotierter Arbeiten, zahlreiche experimentelle Sitzungen wie zur BMBF Road Map sowie zahlreiche Expertenrunden, Tipps und Tricks-Lesungen sorgten für gefüllte, teils überfüllte Hörsäle.
Nachwuchsförderung
Deutlich wahrgenommen wurde der Tag der Studierenden mit insgesamt 312 Studierenden während des Kongresses, wovon am Freitag gut 100 Studierende, finanziell unterstützt, strukturiert mit zahlreichen "Bärenführerinnen und –führern" durch den Kongreß geleitet wurden und mit Begeisterung auch an einem Hands on- Wokshop mit Osteosynthesen am Kunstoffknochen teilnahmen.
Erstmalig gab es eine Beratungsbörse zu Fragen des Bewerbungstrainings, der Kommunikation und auch Führungskompetenz, was gut angenommen wurde (3) sowie erneut eine DFG-Beratung.
Zum allerersten Mal gab es mitten im Kongress eine Kinderinsel, in der Dank der Finanzierung durch die Firma Pfizer ganztägig während des Kongresses insgesamt 40 Kinder durch Fachkräfte betreut wurden. Ein wohl wahrgenommenes Signal dafür, dass den Fachgesellschaften das Thema "Nachwuchsförderung" ein äußerst wichtiges ist.
Op-Pflege, Ergotherapie, Logopädie
Neben einem hervorragenden wissenschaftlichen Programm für die OP-Pflege mit insgesamt 342 teilnehmenden OP-Schwestern und –Pflegern fanden sich neben Physiotherapeuten, auch erstmals Ergotherapeuten und Logopäden in einer Gesamtzahl von 124 zu spannenden Themen.
Umwelt
Zur Nachhaltigkeit verschiedener Details während des Kongresses zählen die völlig papierfreie elektronische Posterausstellung, die Verwendung von 9.000 Programmen auf umweltfreundlichem PEFC-Papier sowie die 6.600 Kongresstaschen aus recycelten PET-Flaschen.
Der Versuch einer gendergerechten Sprache im Programm, mehr englischsprachige Auskunft an einem speziellen Tresen mit zahlreichen Hinweisschildern sollte den nicht deutschsprechenden Gästen gerecht werden. Zuletzt konnte erstmals in der extremen Betriebsamkeit des enorm frequentierten Kongressbereiches für eine kurze Auszeit oder Andacht auch ein Raum der Stille angeboten werden.
Kunst und Kultur
Alles in allem ein Kongress, der nicht nur einen wissenschaftlichen Anspruch hatte, sondern auch mit einem äußerst attraktiven kulturellen Rahmenprogramm, einer Kunstausstellung während des Kongresses mit Bildern, Plastiken und Kunstfotographien von Ärzten für Ärzte unter Prämierung der 3 besten Arbeiten am Festabend durch Prof. Beck, Dresden im spektakulären Admiralspalast unter dem Thema "Heute Nacht oder nie!" zahlreiche Möglichkeiten des kulturellen Austausches , der persönlichen Begegnung und der Geselligkeit bot.
Danksagung
An dieser Stelle gilt es allen zu danken, die sich sehr engagiert im wissenschaftlichen Programm einbrachten, sich als Experten oder Sitzungsleiter bzw. Instruktoren für Studierende einsetzten. Der Dank geht an alle Aussteller der Medizin- und Orthopädietechnik sowie der Pharmaindustrie einschließlich Volkswagen, die für Ehrengäste mit den in der Dresdner Manufaktur hergestellten Phaetons einen VIP-Shuttle-Service einrichteten. Ein besonderer Dank richtet sich an Intercongress, ohne deren Engagement und Expertise ein Kongress in dieser Größenordnung nicht zu organisieren wäre. Ein Wort des Dankes geht an die beteiligten Journalisten verschiedener Printmedien, insbesondere an die Kolleginnen des Thieme Verlages. Nicht zuletzt sei gedankt den Kongressorganisationsteams von Seiten DGU, DGOOC und BVOU ,deren Vorstandsmitgliedern sowie den hilfreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den Geschäftsstellen der jeweiligen Gesellschaften .
Ein besonderes Jahr in einer spannenden Zeit – nicht nur 20 Jahre nach dem Mauerfall – sondern auch im Zusammenwachsen unserer Fachgesellschaften, so wie es in der Parabel zur Orthopädie und Unfallchirurgie "Die güldene Decke" (4) am Vorabend des Kongresses als Märchen vorgetragen wurde.
Ihr Prof. Dr. med. Hans Zwipp
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