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Im Rahmen des Risk Managements der klinischen Unfallchirurgie wollen wir uns in diesem Jahr als Schwerpunkt der
Sicherheitskultur in diesem Bereich widmen.
Das deutsche Arbeitszeitgesetz hat klare Regelungen zur Vermeidung von extremer Überlastung und Übermüdung
von Mitarbeitern geschaffen.
Daher sollte das folgende Thema für die Bundesrepublik eigentlich keine Bedeutung mehr haben. Da wir uns in
diesem Jahr schwerpunktmäßig mit der Sicherheitskultur im Rahmen des Risk-Managementes der klinischen
Unfallchirurgie beschäftigen wollen, ist diese publizierte Untersuchung dennoch von großem Interesse. Sie werden
hier in einer fortlaufenden Serie immer wieder interessante Veröffentlichungen zu diesem Themenkomplex in unserem
DGU-Portal angeboten bekommen.
Während in Deutschland, derzeit, nach aktuellen Erhebungen, die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von
Assistenzärzten zwischen 48 und 60 Stunden liegen dürfte, ist nach einer aktuellen Studie des NEJM die
regelhafte Arbeitsbelastung der amerikanischen Assistenzärzte mit einem Schwerpunkt bei 80 – 100
Wochenstunden nochmals deutlich darüber anzusetzen. Nicht ohne Folgen.
Mitte Januar 2005 wurde im New England Journal of Medicine (NEJM) eine Originalarbeit publiziert, welche den
Zusammenhang zwischen lang dauerndem Schichtdienst von Assistenzärzten und dem Risiko danach einen Verkehrsunfall zu
erleiden analysiert.
Die Arbeitsgruppe aus Harvard führte in den USA eine prospektive, webbasierte Untersuchung durch, in welcher über 2700 Assistenzärzte im ersten Jahr 17.000 Berichte über detaillierte Informationen zur Arbeitszeit, zur Schichtgestaltung und zur im mittelbaren Zusammenhang stehenden Verkehrsunfällen, Beinahe-Verkehrsunfällen oder anderen Ereignissen, die mit Ermüdungserscheinungen im Zusammenhang stehen.
Die amerikanische Forschungsgruppe kommt in der Zusammenschau der Ergebnisse zum Schluss, dass lang dauernde klinische Arbeitsschichten eine Gefahr für die Assistenzärzte darstellen. Die Ergebnisse der Studie werden in USA bereits sehr intensiv diskutiert und haben möglicherweise Einfluss auf die derzeit in vielen klinischen Programmen etablierte Schichtlänge von 24 und mehr Stunden.
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