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Projekt Netzwerk Katastrophenmedizin

Aufruf zur Beteiligung an einer Erhebung!

Das Netzwerk Katastrophenmedizin: Eine Initiative der DGU und des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)

Hermann J. Bail, Philipp Fischer, Lutz Mahlke, Gerrit Matthes, Steffen Ruchholtz, J.W. Weidringer

AUFRUF ZU EINER ERHEBUNG DER KAPAZITÄTEN (passwortgeschützt)

Wenn sie das Passwort bereits besitzen, klicken Sie auf http://www.dgu-umfrage.de

Terroranschläge wie in New York, Madrid und London bringen eine neue Dimension der extremen Bedrohung in unseren Alltag. Es ist uns bewusst, dass auch wir in Deutschland von dieser Gefahr nicht ausgenommen sind, sondern ebenfalls im Focus von Terroristen stehen.

Die extrem hohen Verletztenzahlen aus solchen Anschlägen stellen besondere Herausforderungen an das medizinische Versorgungssystem. Die Art der Verletzungen fordern naturgemäß die Unfallchirurgen besonders.

Neben dieser neuen Gefahrenlage sind wir schon immer mit Großunfällen und Naturkatastrophen konfrontiert.

Nach dem ICE-Unglück in Eschede 1998 waren 101 Tote zu beklagen, 88 Menschen wurden schwer verletzt. Das Wuppertaler Schwebebahnunglück 1999 kostete 5 Menschen das Leben. 47 schwer Verletzte mussten versorgt werden. Am 02.01.2006 stürzte unter Schneemassen das Dach der Eissporthalle in Bad Reichenhall ein. Das Resultat waren 15 Tote und mehr als 30 Verletzte.

Diese Beispiele und die aktuelle terroristische Bedrohungslage haben die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (Arbeitskreis Katastrophenmedizin) veranlasst, strukturierte Lösungsvorschläge für die Versorgung großer Verletzten- und Schwerverletztenzahlen (sogenannter Massenanfall von Verletzten, MANV) zu erarbeiten.

Das Projekt „Netzwerk Katastrophenmedizin“ der DGU verfolgt das Ziel, die vorhandenen Krankenhauskapazitäten bundesweit in einer automatisierten Softwarelösung für den Katastrophenfall zu strukturieren.

Nach seinem Abschluss soll durch effektive Ressourcennutzung eine optimale Verteilung von Katastrophenopfern auf die einzelnen Kliniken möglich sein, um somit das Problem der Zuordnung der Patienten zu lösen.

Die Idee dieses Vorhabens basiert auf dem Traumanetzwerk Deutschland und ist Gegenstand eines Projektes, welches die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) durchführt.

In der zukünftigen Realisierung bekommen die am Schadensort Weisungsbefugten mit der erstellten Software ein Werkzeug in die Hand, mit dem sie die Verteilung der Verletzten in die zur Verfügung stehenden Krankenhäuser koordinieren können. Dabei sollen die Kapazitäten der Krankenhäuser kriteriumsbezogen ihrer Leistungsfähigkeit entsprechend genutzt werden. Dieser Vorgang wird in Eskalationsstufen erfolgen, um möglichst lange die optimale Versorgung der Opfer sicherzustellen.

Informationen über die zur Verfügung stehenden Transportmittel und etwaige Zerstörung der Infrastruktur werden ebenfalls einfließen. Diesbezüglich wurde eine Zusammenarbeit von Seiten der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DLR)zugesichert, indem satellitenbasierte infrastrukturelle Informationen zur Verfügung gestellt werden.

Bei der interdisziplinären Bewältigung der Situation eines Massenanfalls an Verletzten werden die unfallchirurgischen Kliniken und Abteilungen unweigerlich gefordert sein. Aus diesem Grund hält es die DGU für Ihre originäre Aufgabe, bei den Vorbereitungen für den Katastrophenfall in verantwortlicher Position mitzuarbeiten.

Der erste Schritt ist die Erhebung zuverlässiger und relevanter Daten. Dazu benötigen wir Ihre Unterstützung!

Wir bitten je einen Verantwortlichen einer unfallchirurgischen/orthopädischen Klinik bzw. einer chirurgischen Klinik in Abstimmung mit der Klinikleitung/Direktion der Aufforderung nachzukommen, uns die notwendigen Informationen zur Verfügung zu stellen.

Der Fragebogen ist online verfügbar (siehe untenstehenden Link) und umfasst Equipment und personelle Kapazitäten, wie beispielsweise die Anzahl der Not-Operationssäle, der Beatmungsgeräte und der Computertomographen in Ihrer Klinik (dort auch als ausdruckbare PDF-Datei verfügbar).

In den nächsten Tagen wird Sie ein Brief des Generalsekretärs der DGU Professor Siebert und des Präsidenten der DGU Professor Weise erreichen, in dem um Ihre Unterstützung gebeten wird.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass das Konzept „Katastrophennetzwerk“ der DGU Ressourcen der unfallchirurgischen Abteilungen und Kliniken strukturiert, die die Basis der Handlungsplanung im Katastrophenfall darstellen werden. Mit der vorliegenden Initiative der Sektion Notfall-, Intensivmedizin und Schwerverletztenversorgung der DGU soll neben dem Bestreben der Qualitätsverbesserung bei der Katastrophenbewältigung auch die Zuständigkeit der Unfallchirurgie als Fach explizit beim Massenanfall von Patienten verdeutlicht werden.

In diesem Zusammenhang ist auch eine Online-Umfrage der Unfallchirurgie der Universität Bonn zu begrüßen, welche die Maßnahmen der Krankenhäuser in Situation des Massenanfalls an Verletzten (MANV) erfassen soll. Dabei handelt es sich vorrangig um Informationen über den Ausbildungsstand in den Kliniken sowie über Akzeptanz und bestehendes Bewusstsein in Bezug auf das Thema Katastrophenmedizin.

Die Sektion Notfall-, Intensivmedizin und Schwerverletztenversorgung der DGU unterstützt die Teilnahme an dieser aktuellen Umfrage und bittet alle DGU- Mitglieder auch hier um Mitarbeit (http://www.manv.info).

Sollten Sie als Chefarzt kein Anschreiben von unserem Arbeitskreis Katastrophenmedizin mit den Zugangsdaten erhalten haben, wenden Sie sich bitte per Mail an den Leiter des Arbeitskreises, Herrn PD Dr. Hermann Bail: hermann.bail@charite.de.

[Weiterleitung zur passwortgeschützten Umfrage]

Für den Arbeitskreis Katastrophenmedizin der Sektion Notfall-, Intensivmedizin und Schwerverletztenversorgung der DGU: Hermann Josef Bail1, Berlin; Philipp Fischer2, Bonn; Lutz Mahlke3, Kiel; Gerrit Matthes4, Berlin/Greifswald; Steffen Ruchholtz5, Essen; J.W. Weidringer6, München

1PD Dr. Hermann Josef Bail (Sprecher des Arbeitskreises), Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie, Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Charité - Universitätsmedizin Berlin

2Philipp Fischer, Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Universitätsklinik Bonn

3Dr. Lutz Mahlke, Klinik für Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel

4 Dr. Gerrit Matthes, Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Unfallkrankenhaus Berlin/ Ernst-Moritz-Universität Greifswald

5Prof. Dr. Steffen Ruchholtz (stellv. Sprecher des Arbeitskreises), Klinik für Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Essen

6Dr. Johann Wilhelm Weidringer, Bayer. Ärztekammer, München



Typ Titel Größe Datum
Autor/Quelle:
Redaktion
DGU-Online Redaktion
erstellt am: 24.09.2004
zuletzt aktualisiert: 28.12.2009
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