Was ist NEU?
Das Netzwerk Experimentelle Unfallchirurgie
In den letzten Jahren haben sich deutsche experimentelle Labors für Biomechanik und
Skelettbiologie kompetent auf internationalem Niveau etabliert. Unfallchirurgische Kliniker haben die zentrale
Bedeutung experimenteller Arbeit für zukünftige klinische Anwendungen erkannt ("From bench to bedside").
Zur weiteren Stärkung der experimentellen Forschung hat die DGU nun das Netzwerk Experimentelle Unfallchirurgie,
kurz: NEU) gebildet. Hieran nehmen entsprechend ausgewiesene Labors mit spezifischer Infrastruktur teil.
Eine erste Aktivität des Netzwerks ist das Angebot verschiedener Kurse unter dem Dach der AUC – Akademie der
Unfallchirurgie GmbH. Bei anhaltendem Erfolg der Kurse sollen für Kursabsolventen und andere junge Forscher in
diesen Akademielabors längerfristige Hospitationen und Forschungsaufenthalte ermöglicht werden.
Die Laboraufenthalte können wie ähnliche Hospitationen z.B. in den USA durch die etablierte Forschungsförderung
(DFG und Stiftungen) finanziert werden.
Der Vorteil des Netzwerkes liegt in der Stärkung deutscher Labors, dem Verweilen der jungen und motivierten Forscher
in Deutschland und in der problemlosen Reintegration nach dem Forschungsaufenthalt in die eigene Forschungsumgebung:
Die Forschungsaktivität bleibt, im Gegensatz zu vielen USA-Stipendien, auch nach Rückkehr in das eigene Labor erhalten,
da Kontaktnahme mit den ausbildenden Netzwerklabors sehr einfach standortnah möglich sind. Projekte und Arbeitsgruppen
formieren sich um die Ausbildungsstätten. Dadurch wird die Nachhaltigkeit der Forschungsförderung deutlich erhöht.
Neben der Nachwuchsförderung ergibt sich für die Labors des Netzwerkes experimentelle Unfallchirurgie (NEU) die Chance
eines intensiven und zielorientierten Forschungsverbundes, bei dem gemeinsame Forschungsziele abgestimmt und
Forschungsanträge koordiniert verfasst werden können. Es sollen über koordinierte Projekte strategische Partnerschaften
unter den Labors entstehen. Diese Netzwerkbildung ist auch im Interesse der DFG, die erklärtermaßen bevorzugt Verbünde
und Netzwerke fördern möchte. NEU soll der DFG als Qualitätsmerkmal für die Förderung vermittelt werden.
Zur Abstimmung innerhalb des Netzwerkes dienen projekt- und methodenorientierte Treffen wie die bekannte,
hocheffektive Veranstaltung auf der Reisensburg.
Das Netzwerk Experimentelle Unfallchirurgie ist offen und interdisziplinär konzipiert: Zur Zeit konstituiert
es sich aus den Akademielabors in München, Ulm, Köln und Hamburg. Weitere am Skelettsystem interessierte Labors
können sich bei entsprechender Infrastruktur und bei der Bereitschaft, aktive Forschungsförderung in Form von
Kurs- und Hospitationsangebot zu betreiben, jederzeit beteiligen. Mit diesem Ansatz ist bei bestehendem Interesse
auch die Ausweitung auf Labors in orthopädischen und experimentell chirurgischen Einrichtungen vorgesehen.
Erfreulicherweise wird inzwischen zur Erweiterung der Netzwerkbasis eine weiterer Akademiekurs von Haas/Duda in
Berlin angeboten: Einführung in die tierexperimentelle Sachkunde. Es werden die Themen Tiermodelle,
Pflege und Haltung, Handling, Gesetzliche Grundlagen, Verhalten und Verhaltensänderung, Tierschutz, Narkosen und
Chirurgischer Eingriff behandelt. Der Kurs stellt zentrale Kenntnisse und Fähigkeiten zur Verfügung, um erfolgreich
experimentelle Forschung am Bewegungsorgan durchführen zu können.
Für weitere Informationen sowie die Voraussetzungen zur Teilnahme an dem Netzwerk
steht Ihnen der Wissenschaftsausschuss der DGU gerne zur Verfügung. Wenden Sie sich an:
Prof. Dr. med. Norbert M. Meenen
Ltd. Oberarzt der Klinik für Unfall- Hand- und Wiederherstellungschirurgie
Chirurgische Klinik und Poliklinik
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52
20246 Hamburg
Fon +49 40 42803 2450
Fax +49 40 42803 4512
Mail meenen@uke.uni-hamburg.de