„Die Unfallchirurgie in Deutschland - unsere Verantwortung und Verpflichtung“
 

AG Prävention von Verletzungen

Aufgabenstellung

Prävention von Verletzungen, Erkrankungen und deren Folgen auf dem Gebiet der Orthopädie und Unfallchirurgie.

Aufgabe der AG ist es, dieses Wissen in Theorie und Praxis zu erweitern und daraus – unter Berücksichtigung der unfallchirurgischen und orthopädischen Aspekte sowie der Erfahrungen aus den Unfallforschungsprojekten – sinnvolle Maßnahmen abzuleiten.

Tumorvorsorge und Rückenschule gelten als Beispiele einer erfolgreichen, weil systemweit praktizierten Prävention. 

Die Arbeit der AG Prävention von Verletzungen basiert auf drei Grundüberzeugungen:  

  • Prävention kann Gesundheit fördern und Lebensqualität verbessern.
  • Prävention kann Kosten senken und den Nutzen erhöhen.
  • Prävention braucht eine messbare Wirkung.

Leitung

© Privat

Leiter

Dr. Christopher Spering

Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie
Universitätsmedizin Göttingen

Stellvertreter

Dr. Thomas Brockamp

Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sporttraumatologie
Klinikum der Universität Witten/Herdecke in Köln
Köln

Schriftführer

Klinik für Unfallchirurgie, Medizinische Hochschule Hannover 

Mitglieder

Die Mitgliederkartei der AG umfasst derzeit knapp 40 Einträge mit einem ständigen Wachstum.

Mitglieder der DGU oder DGOU, die sich in der Prävention von Verletzungen und Unfällen in Deutschland engagieren möchten und Anschluss an die Arbeitsgemeinschaft suchen, sollten ihr Interesse dem Schriftführer der AG zuleiten (brand.stephan@mh-hannover.de).

  • C. Haasper (Hamburg) 
    Leitung, Verkehrsunfallforschung
  • U. Schmucker (München) 
    Stellvertretende Leitung, Verkehrsunfallforschung, Unfallprävention in Asien
  • H.-W. Bauer (Weiskirchen)
  • C. Becker (Stuttgart)
  • H. Bork (Schaufling)
  • S. Brand (Hannover)
  • T. Brockamp (Köln)
  • U. Chiellino (München) 
    Verkehrspsychologie
  • H. Daalmann (Bad Eilsen)
  • R. Deinfelder (Donzdorf)
  • T. Drabiniok (Bad Urach)
  • T. Enekel (Berlin)
  • A. Ernstberger (Regensburg) 
    Verkehrsunfallforschung
  • M. Feldmann (Neunkirchen) 
    Prävention von Verletzungen im häuslichen Bereich
  • U. Frohberger (Münster)
  • B. Fromm (Bad Schönborn)
  • J. Heisel (Bad Urach)
  • H. J. Hesselschwerdt (Bad Krozingen)
  • C. Huwer (Berlin)
  • Ch. Juhra (Münster)
  • D. L. Koch, (Weimar)
    MdEP, kooperierendes Mitglied
  • R. Krüger (Plan am See)
  • G. Lob (München) 
    Ökonomische Aspekte
  • S. Märzheuser (Berlin) 
    Prävention von Verletzungen bei Kindern
  • D. Merschin (Greifswald)
  • W. D. Müller (Bad Liebenstein)
  • O. Pieske (München) 
    Verkehrsunfallforschung
  • M. Richter (Coburg) 
  • Verkehrsunfallforschung, Prävention von Sportverletzungen
  • J. Seifert (Berlin) 
     BG, Verkehrsunfallforschung
  • A. Seuser (Bonn)
  • N. Suhm (Basel) 
     Verkehrsunfallforschung
  • S. Thelen (Düsseldorf)
  • D. Wanzek (Weimar)
  • S. Weber (Regensburg)
  • B. Wieskötter (Münster)

Aktuelles

Die AG Prävention der DGU trifft sich zweimal im Jahr. Der erste Termin liegt in der Regel im ersten oder zweiten Quartal des Jahres, der zweite Termin verbindet den Jahreskongress der DKOU mit einem Arbeitstreffen der AG. 

Berichte

Die AG erstellt bei dem Treffen im Rahmen des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) einen Jahresbericht über abgeschlossene, laufende und geplante Projekte. Dieser Bericht wird im Mitgliedermagazin „Orthopädie und Unfallchirurgie – Mitteilungen und Nachrichten“ der Fachgesellschaften veröffentlicht. Weitere Berichte werden zum regelmäßig stattfindenden Workshop (DGOU-Expertengruppe Fahrrad- und Fußgängerunfall) veröffentlicht.

Aktivitäten

Erstmalig erfolgte in 2012 die eingeladene Teilnahme der AG am 1. Road Safety Congress Iran. Dort konnte sich die AG durch Vorträge und Vorsitze präsentieren und positionieren (Schmucker, Lob, Hell). Insgesamt wurde die Präsenz der AG vor Ort so gut aufgenommen, dass eine erneute Einladung zur Teilnahme für 2013 ausgesprochen wurde, mit Einräumung zweier eigener Sitzungen, die von der AG entsprechend organisiert werden.  

Des Weiteren erfolgte auch 2012 die erfolgreiche Teilnahme EFORT- und ESTES-Kongress in Form eingeladener Beiträge sowie die Leitung einer eigenen Sitzung der SICOT 2012.

Zusätzlich werden inzwischen hauptsächlich durch Dr. Uli Schmucker wesentliche Arbeitsanteile der IG DARS der DGU durch die AG Prävention von Verletzungen übernommen. In Kooperation mit dem Deutscher Verkehrssicherheitsrat (DCR) wird die 2. Auflage des erfolgreichen Buches „Jeden kann es treffen“ organisiert und koordiniert. Hier sind die Mitglieder der AG federführend in die Erstellung und Bearbeitung der jeweiligen Einzelkapitel eingebunden. 

Nicht zuletzt wird im Rahmen des DKOU 2013 erstmalig das P.A.R.T.Y.-Projekt vorgestellt.  P.A.R.T.Y. steht dabei für Prevent-Alcohol-and-Risk-Related-Trauma-In-Youth und bezeichnet ein überregionales, internationales Präventionskonzept. 

Erste Kurse und Schulungen haben dabei bereits in Köln-Mehrheim unter der Leitung von Dr. Thomas Brockkamp als AG-Mitglied und der Supervision von Prof. Bertil Bouillon stattgefunden.  


Die Prävention von Verletzungen im Straßenverkehr ist ein Schwerpunkt der Arbeitsgemeinschaft. AG-Mitglieder aus den Unfallforschungsprojekten in Hannover, Greifswald, Regensburg sowie vom ADAC können hier mit neuen Erkenntnissen zur Vermeidung von Unfällen und Verminderung der Verletzungsschwere beitragen.

Vor dem Hintergrund der rasanten Motorisierung in Entwicklungsländern sind Mitarbeiter der AG auch an Projekten zur Unfallprävention in Asien beteiligt (U. Schmucker, Greifswald). In den zurückliegenden Jahren wurden Projekte zur schulischen Verkehrserziehung und notfallmedizinischen Fortbildung von Ärzten in Vietnam durchgeführt. Gegenwärtig liegt der Schwerpunkt auf der Untersuchung realer Unfall- und Verletzungsdaten aus Indien. In Kooperation mit Automobilherstellern, Verkehrsforschern, Versicherern und der WHO werden darüber hinaus Zukunftsstrategien für sichere Mobilität in indischen Großstädten entwickelt (Projekt thinkAUTO).

Auf der Jahrestagung der SICOT gab es eine eigene Sitzung zum Thema Unfallprävention unter Federführung der AG Prävention von Verletzungen der DGU gefolgt von einer Sitzung mit freien Themen der Unfallprävention. Weiterhin war es über Prof. Lob, München, möglich einen eingeladenen Vortrag von Dr. L. Koch, Mitglied des Europäischen Parlaments, direkt im Anschluss an die Präsidentenrede zum Thema Verkehrssicherheit zu platzieren.

Veröffentlichungen - Bücher

Mit tatkräftiger Unterstützung der AG Prävention von Verletzungen wurde 2009 das Buch „Jeden kann es treffen“ von Ina Kutscher veröffentlicht. Das Buch wie auch die gleichnamige Ausstellung stellen den individuell Betroffenen in den Vordergrund. Unfallopfer, deren Angehörige aber auch Retter und Ersthelfer erzählen ihre ganz persönliche Geschichte und erlauben tiefe Einblicke in das Warum jetzt, Wieso ich, und Was dann. Im Vorwort von H. Zwipp und H. Siebert werden die Beiträge treffend als „Botschaften des wirklichen Lebens“ beschrieben, im Gegensatz zu den „rechnerisch-nüchternen statistischen Größen“ der Unfallstatistik. „Wer sind die Menschen, die aus zerbeulten Pkws geschnitten werden, wer sind die Menschen die zurückbleiben?“ fragt Ina Kutscher. Sie gibt in Ihrem Buch die Antwort anhand von zwölf Schicksalen und Gesichtern, jedes einzelne weitaus eindrucksvoller als die objektive Zählung der jährlichen Unfalltoten.

Ina Kutscher
Jeden kann es treffen – Gesichter jenseits der Statistik
63 Seiten
www.jeden-kann-es-treffen.de
Bestellung unter: dgunfallchirurgie@dgu-online.de


Bereits im Jahr 2008 erschien das Buch „Verletzungen und deren Folgen – Prävention als ärztliche Aufgabe“ auf Initiative der AG Prävention von Verletzungen der DGU und der Bundesärztekammer (BÄK).

Infolge von Verletzungen gehen auch heute noch mehr Lebensjahre verloren als durch Tumoren, Herz-Kreislauferkrankungen, Schlaganfälle oder Diabetes. Diese nackten Tatsachen scheinen im Bewusstsein der Öffentlichkeit und Politik immer wieder unterzugehen, zumindest solange, bis ein neuerlicher schwerer Unfall die Schlagzeilen bestimmt. Prävention kann immer nur mit einem ganzheitlichen Ansatz erfolgreich sein. Daher beschreibt das Buch aktuellste Erkenntnisse aus der Perspektive von Klinikern wie auch Wissenschaftlern aus verschiedenen Fachrichtungen.

Besonderer Dank für die Finanzierung des Buches gilt dem Berufsverband der Deutschen Chirurgen e.V. (BDC), der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) und der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. (DGU).

G. Lob, M. Richter, F. Pühlhofer, J. Siegrist (Hrsg.)
Verletzungen und deren Folgen – Prävention als ärztliche Aufgabe
Schattauer Verlag, 2007, ISBN 3794525817, 9783794525812
231 Seiten

Weitere Veröffentlichungen

Welcome to a decade of action that can make a change!
Schmucker U., Ekkernkamp A., Stengel D.
J Trauma Manag Outcomes. 2013 Jan 

[Accidents, illness and injuries involved in road haulage: consequences for medical care and prevention].
Schmucker U., Seifert J., Haasper C., Lob G., Matthes G., Stengel D., Ottersbach C., Frank M., Hinz P., Ekkernkamp A., Bernickel R.
Unfallchirurg. 2012 Nov 

Crashes involving motorised rickshaws in urban India: characteristics and injury patterns.
Schmucker U., Dandona R., Kumar GA., Dandona L.
Injury. 2011 Jan 

Editorial Commentary: Resource utilization and outcomes of intoxicated drivers: does evidence of alcohol-impaired driving affect road traffic crash injury outcomes?
Schmucker U.
J Trauma Manag Outcomes. 2010 Aug 

[Accidents, illness and injuries involved in road haulage: consequences for medical care and prevention].
Schmucker U., Seifert J., Haasper C., Lob G., Matthes G., Stengel D., Ottersbach C., Frank M., Hinz P., Ekkernkamp A., Bernickel R.
Unfallchirurg. 2012 Nov 

Bicyclist-bicyclist crashes--a medical and technical crash analysis.
Brand S., Otte D., Petri M., Müller C., Stübig T., Krettek C., Haasper C.
Traffic Inj Prev. 2013

Injury patterns of seniors in traffic accidents: A technical and medical analysis.
Brand S., Otte D., Mueller C.W., Petri M., Haas P., Stuebig T., Krettek C., Haasper C.
World J Orthop. 2012 Sep 

Hybrid and electric low-noise cars cause an increase in traffic accidents involving vulnerable road users in urban areas.
Brand S., Petri M., Haas P., Krettek C., Haasper C.
Int J Inj Contr Saf Promot. 2012 Oct 

Bicycle accidents - do we only see the tip of the iceberg? A prospective multi-centre study in a large German city combining medical and police data.
Juhra C., Wieskötter B., Chu K., Trost L., Weiss U., Messerschmidt M., Malczyk A., Heckwolf M., Raschke M.
Injury. 2012 Dec 


Themenheft im Unfallchirurg 5/2010
http://www.springerlink.com/content/0177-5537/113/5/


Der Unfallchirurg Volume 113, Number 5 / Mai 2010 

  • C. Haasper und C. Krettek   
    Einführung zum Thema Unfallprävention       
    349
  • O. Pieske, S. Rauscher, P. Baur, J. Augenstein und G. Bahouth, et al. 
    Automatische Unfallmelder Erste Erfahrungen aus der Anwendung
    350-355
  • H. Brehme, L. Hannawald und H. Zwipp 
    Ein innovatives Rettungstool zur Einschätzung der Unfallschwere am Unfallort
    356-359
  • M. Frink, C. Zeckey, C. Haasper, C. Krettek und F. Hildebrand
    Verletzungsschwere und -muster am Unfallort Welchen Einfluss hat der Unfallmechanismus? 
    360-365
  • C. Haasper, M. Junge, A. Ernstberger, H. Brehme und L. Hannawald, et al.
    Die Abbreviated Injury Scale (AIS) Potenzial und Probleme bei der Anwendung
    366-372
  • U. Schmucker, J. Seifert, D. Stengel, G. Matthes und C. Ottersbach, et al.
    Verkehrsunfälle in Entwicklungsländern
    373-377
  • U. Schmucker, J. Seifert, C. Haasper, G. Lob und G. Matthes, et al.
    Unfälle, Erkrankungen und Verletzungen im Güterkraftverkehr
    Konsequenzen für die medizinische Versorgung und Prävention
    Online First™, 24 Mai 2011

  • Publikationsverzeichnis der Mitglieder der AG Prävention von Verletzungen seit 2000