„Die Unfallchirurgie in Deutschland - unsere Verantwortung und Verpflichtung“
 

Sektion Notfall-, Intensivmedizin und Schwerverletztenversorgung (NIS)

Aufgabenstellung

Die Unfallchirurgie versteht sich auch innerhalb des neu geschaffenen gemeinsamen Fachbereichs Orthopädie und Unfallchirurgie als diejenige medizinische Disziplin, die verunfallte Patienten vom Unfallort bis zum Abschluss der Rehabilitation betreut, soweit dies möglich ist. Somit liegen sowohl die präklinische Notfallmedizin als auch die Intensivmedizin im Rahmen der Schwerverletztenversorgung im zentralen Tätigkeitsfeld des Unfallchirurgen.

Um diesem Anspruch gerecht zu werden, fusionierten die Arbeitsgruppe Notfall- und Intensivmedizin und die Arbeitsgruppe Polytrauma und konstituierten sich am 13. Juli 2007 in Kiel zur neu gegründete Sektion Notfall-, Intensivmedizin und Schwerverletzenversorgung (NIS). Die NIS hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Herausforderungen dieses anspruchsvollen und facettenreichen Bereichs wissenschaftlich zu begleiten und auf dem maximal möglichen Qualitätsniveau zu halten. So waren viele Mitglieder der Sektion NIS wesentlich an der Erstellung der S3-Leitlinie „Polytrauma / Schwerverletzten-Behandlung“ beteiligt.

Hierzu gehören einerseits die Neu- und Weiterentwicklung von Qualitätssicherungsmaßnahmen im Bereich der Schwerverletztenversorgung, wie zum Beispiel das TraumaRegister DGU® oder das TraumaNetzwerk DGU®, und andererseits die Ausbildung aller an der Schwerverletztenversorgung beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter höchsten Qualitätsansprüchen sicherzustellen.

So obliegt der Sektion NIS die wissenschaftliche Leitung des TraumaRegister DGU® und damit die Verantwortung für die stetige Fortentwicklung des Datensatzes, die Erarbeitung neuer Qualitätsindikatoren, die Inhalte der Qualitätsberichte und die Art der Datennutzung.

Im Bereich Ausbildung gehört neben der Entwicklung und Umsetzung eigener Fortbildungsformate auch die enge Zusammenarbeit mit den nationalen Boards der verschiedenen internationalen Kursformate, wie zum Beispiel Prehospital Trauma Life Support (PHTLS)® und Advanced Trauma Life Support (ATLS)® des American College of Surgeons oder Definitive Surgical Trauma Care (DSTC)® der International Association for Trauma Surgery and Intensive Care (IATSIC).

Außerdem funktioniert die Sektion NIS als ein Netzwerk für eine Reihe wissenschaftlicher Projekte in den Bereichen der experimentellen und der klinischen Forschung sowie in der Versorgungsforschung auf dem Gebiet der Schwerverletztenversorgung. So leistet die Sektion ihren Beitrag, um eine kontinuierliche Verbesserung der präklinischen und frühklinischen Versorgung von Unfallverletzten zu erreichen.

Leitung

Porträtfoto PD Dr. Gerrit Matthes

Leiter

Prof. Dr. Gerrit Matthes

Klinik für Unfallchirurgie
Unfallkrankenhaus Berlin


© M. Lazarovici

Stellvertreter

Dr. Heiko Trentzsch

INM - Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement, Bereich Medizin
Klinikum der Universität München


© D. Bieler

Schriftführer

Dr. Dan Bieler, Oberfeldarzt

Abteilung für Orthopädie, Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie & Verbrennungsmedizin
Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz

Mitglieder

Die Mitgliederkartei der Sektion NIS umfasst derzeit über 140 Einträge und wächst seit der Gründung der Sektion stetig an. In diesem Netzwerk sind über 50 Kliniken im gesamten Bundegebiet organisiert und mit vielen europäischen und internationalen Kooperationspartnern verknüpft.

Mitglieder der DGU oder DGOU, die sich in der Schwerverletztenversorgung in Deutschland engagieren möchten und Anschluss an die Sektion suchen, sollten ihr Interesse dem Schriftführer der Sektion zuleiten.

Über Uns

Die Sektion NIS nennt sich im Englischen „Committee on Emergency Medicine, Intensive Care and Trauma Management“.


Sektionsleiter seit 2007

  • seit 2017: Prof. Dr. Gerrit Matthes und Dr. Heiko Trentzsch
  • 2010 - 2016: Prof. Dr. Sascha Flohé und Dr. Thomas Paffrath
  • 2007 - 2010: Prof. Dr. Andreas Seekamp und Prof. Dr. Steffen Ruchholtz

Aktuelles

Die Sektion NIS trifft sich zwei Mal im Jahr zu Sektionstreffen. Der erste Termin liegt in der Regel im ersten Quartal des Jahres, der zweite Termin verbindet den Jahreskongress der Sektion NIS und die Ausgabe des Jahresberichts des TraumaRegisters DGU® mit einem Arbeitstreffen der Sektion. Die Veranstaltungsorte wechseln zwischen den Kliniken, an denen die Mitglieder tätig sind.


Termine

19. - 20. Mai 2017
Treffen des Arbeitskreises Traumaregister in Bensberg

15. - 16. September 2017
4. TNT-Jahreskongress von TraumaNetzwerk DGU®, Sektion NIS und TraumaRegister DGU® in Ulm
Programm

24. Oktober 2017
„Das Leben ist zu kurz, um jeden Fehler selber zu machen! Fehlerkultur in der Schwerverletztenversorgung“
Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU), Berlin, Raum Paris 1, 16:30 - 18:00 Uhr

Wissenschaftliche Aktivitäten

  • Schockraumalarmierung und Alarmierungskriterien (Dr. D. Bieler)
  • Neue Qualitätsindikatoren im TraumaRegister (Prof. R. Lefering)
  • Arbeitskreis Traumaregister (Leitung: Prof. Dr. S. Huber-Wagner, Prof. Dr. C. Waydhas, Prof. R. Lefering sowie ein Vertreter der AUC), Nähere Informationen
  • Projekt „Aktion Aktionsbündnis Informations- und Kommunikationstechnologie in Intensiv- und Notfallmedizin“ (AKTIN), (F. Walcher), Ziele: Harmonisierung der Datendefinition und Schaffung eines Interoperabilitätsstandards, Schnittstelle von Registern z.B. TraumaRegister DGU®

Veröffentlichungen


Originalarbeiten

1. Wyen H, Lefering R, Maegele M, Brockamp T, Wafaisade A, Wutzler S, et al. The golden hour of shock - how time is running out: prehospital time intervals in Germany-a multivariate analysis of 15, 103 patients from the TraumaRegister DGU(R). Emerg Med J. 2012.

2. Wafaisade A, Lefering R, Maegele M, Lendemans S, Flohe S, Hussmann B, et al. Coagulation management of bleeding trauma patients is changing in German trauma centers: an analysis from the trauma registry of the German Society for Trauma Surgery. J Trauma Acute Care Surg. 2012; 72(4): 936-42.

3. Wafaisade A, Lefering R, Maegele M, Helm P, Braun M, Paffrath T, et al. [Recombinant factor VIIa for the treatment of exsanguinating trauma patients : A matched-pair analysis from the Trauma Registry of the German Society for Trauma Surgery.]. Unfallchirurg. 2012.

4. Trentzsch H, Huber-Wagner S, Hildebrand F, Kanz KG, Faist E, Piltz S, et al. Hypothermia for prediction of death in severely injured blunt trauma patients. Shock. 2012; 37(2): 131-9.

5. Schneppendahl J, Lefering R, Kuhne CA, Ruchholz S, Hakimi M, Witte I, et al. [Interhospital transfer of severely injured patients in Germany. Evaluation of the DGU trauma register]. Unfallchirurg. 2012; 115(8): 717-24.

6. Peiniger S, Paffrath T, Mutschler M, Brockamp T, Borgmann M, Spinella PC, et al. The trauma patient in hemorrhagic shock: how is the C-priority addressed between emergency and ICU admission? Scand J Trauma Resusc Emerg Med. 2012; 20: 78.

7. Peiniger S, Nienaber U, Lefering R, Braun M, Wafaisade A, Borgman MA, et al. Glasgow Coma Scale as a predictor for hemocoagulative disorders after blunt pediatric traumatic brain injury. Pediatr Crit Care Med. 2012; 13(4): 455-60.

8. Mutschler M, Nienaber U, Brockamp T, Wafaisade A, Wyen H, Peiniger S, et al. A critical reappraisal of the ATLS classification of hypovolaemic shock: Does it really reflect clinical reality? Resuscitation. 2012.

9. Kulla M, Helm M, Lefering R, Walcher F. Prehospital endotracheal intubation and chest tubing does not prolong the overall resuscitation time of severely injured patients: a retrospective, multicentre study of the Trauma Registry of the German Society of Trauma Surgery. Emerg Med J. 2012; 29(6): 497-501.

10. Kobbe P, Micansky F, Lichte P, Sellei RM, Pfeifer R, Dombroski D, et al. Increased morbidity and mortality after bilateral femoral shaft fractures: Myth or reality in the era of damage control? Injury. 2012.

11. Kleber C, Lefering R, Kleber AJ, Buschmann CT, Bail HJ, Schaser KD, et al. [Rescue time and survival of severely injured patients in Germany.]. Unfallchirurg. 2012.

12. Hussmann B, Lefering R, Kauther MD, Ruchholtz S, Moldzio P, Lendemans S. Influence of prehospital volume replacement on outcome in polytraumatized children. Crit Care. 2012; 16(5): R201.

13. Hoffmann M, Lefering R, Rueger JM, Kolb JP, Izbicki JR, Ruecker AH, et al. Pupil evaluation in addition to Glasgow Coma Scale components in prediction of traumatic brain injury and mortality. Br J Surg. 2012; 99 Suppl 1: 122-30.

14. Heuer M, Hussmann B, Schenck M, Nast-Kolb D, Ruchholtz S, Lefering R, et al. [Kidney injury and multiple trauma: outcome, course and treatment algorithm. An organ-specific evaluation of 835 patients from the trauma register of the DGU]. Unfallchirurg. 2012; 115(8): 700-7.

15. Burkhardt M, Nienaber U, Pizanis A, Maegele M, Culemann U, Bouillon B, et al. Acute management and outcome of multiple trauma patients with pelvic disruptions. Crit Care. 2012; 16(4): R163.

16. Brockamp T, Nienaber U, Mutschler M, Wafaisade A, Peiniger S, Lefering R, et al. Predicting on-going hemorrhage and transfusion requirement after severe trauma: a validation of six scoring systems and algorithms on the TraumaRegister DGU(R). Crit Care. 2012; 16(4): R129.

17. Wafaisade A, Maegele M, Lefering R, Braun M, Peiniger S, Neugebauer E, et al. High plasma to red blood cell ratios are associated with lower mortality rates in patients receiving multiple transfusion (4</=red blood cell units<10) during acute trauma resuscitation. J Trauma. 2011; 70(1): 81-8; discussion 8-9.

18. Topp T, Lefering R, Mueller T, Ruchholtz S, Patzer T, Kuhne CA. [Suicide in old age: the underestimated risk : An analysis of 1,894 patients in the Trauma Registry of the German Trauma Society.]. Unfallchirurg. 2011.

19. Schochl H, Nienaber U, Maegele M, Hochleitner G, Primavesi F, Steitz B, et al. Transfusion in trauma: thromboelastometry-guided coagulation factor concentrate-based therapy versus standard fresh frozen plasma-based therapy. Crit Care. 2011; 15(2): R83.

20. Ringdal KG, Lossius HM, Jones JM, Lauritsen JM, Coats TJ, Palmer CS, et al. Collecting core data in severely injured patients using a consensus trauma template: an international multicentre study. Crit Care. 2011; 15(5): R237.

21. Peiniger S, Nienaber U, Lefering R, Braun M, Wafaisade A, Wutzler S, et al. Balanced massive transfusion ratios in multiple injury patients with traumatic brain injury. Crit Care. 2011; 15(1): R68.

22. Nienaber U, Innerhofer P, Westermann I, Schochl H, Attal R, Breitkopf R, et al. The impact of fresh frozen plasma vs coagulation factor concentrates on morbidity and mortality in trauma-associated haemorrhage and massive transfusion. Injury. 2011; 42(7): 697-701.

23. Hussmann B, Taeger G, Lefering R, Waydhas C, Nast-Kolb D, Ruchholtz S, et al. [Lethality and outcome in multiple injured patients after severe abdominal and pelvic trauma. Influence of preclinical volume replacement - an analysis of 604 patients from the trauma registry of the DGU]. Unfallchirurg. 2011; 114(8): 705-12.

24. Grote S, Bocker W, Mutschler W, Bouillon B, Lefering R. Diagnostic value of the Glasgow Coma Scale for traumatic brain injury in 18,002 patients with severe multiple injuries. J Neurotrauma. 2011; 28(4): 527-34.

25. Grasner JT, Wnent J, Seewald S, Meybohm P, Fischer M, Paffrath T, et al. Cardiopulmonary resuscitation traumatic cardiac arrest--there are survivors. An analysis of two national emergency registries. Crit Care. 2011; 15(6): R276.

26. Borgman MA, Spinella PC, Holcomb JB, Blackbourne LH, Wade CE, Lefering R, et al. The effect of FFP:RBC ratio on morbidity and mortality in trauma patients based on transfusion prediction score. Vox Sang. 2011; 101(1): 44-54.

27. Borgman MA, Maegele M, Wade CE, Blackbourne LH, Spinella PC. Pediatric trauma BIG score: predicting mortality in children after military and civilian trauma. Pediatrics. 2011; 127(4): e892-7.

28. Logters T, Lefering R, Schneppendahl J, Alldinger I, Witte I, Windolf J, et al. [Interruption of the diagnostic algorithm and immediate surgical intervention after major trauma--incidence and clinical relevance. Analysis of the Trauma Register of the German Society for Trauma Surgery]. Unfallchirurg. 2010; 113(10): 832-8.

29. Huber-Wagner S, Stegmaier J, Mathonia P, Paffrath T, Euler E, Mutschler W, et al. The sequential trauma score - a new instrument for the sequential mortality prediction in major trauma. Eur J Med Res. 2010; 15(5): 185-95.

30. Laurer H, Wutzler S, Wyen H, Westhoff J, Lehnert M, Lefering R, et al. [Quality of prehospital and early clinical care of pediatric trauma patients of school age compared to an adult cohort. A matched-pair analysis of 624 patients from the DGU trauma registry]. Unfallchirurg. 2009; 112(9): 771-7.

31. Huber-Wagner S, Lefering R, Kay MV, Stegmaier J, Khalil PN, Paul AO, et al. Duration and predictors of emergency surgical operations--basis for medical management of mass casualty incidents. Eur J Med Res. 2009; 14: 532-40.

32. Wutzler S, Lefering R, Laurer HL, Walcher F, Wyen H, Marzi I. [Changes in geriatric traumatology. An analysis of 14,869 patients from the German Trauma Registry]. Unfallchirurg. 2008; 111(8): 592-8.

33. Probst C, Richter M, Haasper C, Lefering R, Otte D, Oestern HJ, et al. [Trauma and accident documentation in Germany compared with elsewhere in Europe]. Chirurg. 2008; 79(7): 650-6.