„Die Unfallchirurgie in Deutschland - unsere Verantwortung und Verpflichtung“
 

Lesetipp

Ambulante und klinische Notfallversorgung gemeinsam umgestalten

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) – viele diskutieren derzeit über eine Reform der ambulanten Notfallversorgung: Was läuft falsch? Wer muss sich bewegen? Was sollte der Gesetzgeber tun? Was kann der Patient leisten? Prof. Dr. Reinhard Hoffmann, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), und Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV, beziehen Stellung in der aktuellen Ausgabe der Mitgliederzeitschrift „Orthopädie und Unfallchirurgie – Mitteilungen und Nachrichten“ (OUMN).

In den Notaufnahmen der Krankenhäuser werden nach Angaben des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung in Deutschland jährlich rund 8,5 Millionen Patienten ambulant versorgt – Tendenz steigend. Darunter auch viele mit nicht lebensbedrohlichen Erkrankungen, Bagatellverletzungen wie Schnittwunden oder Prellungen. Patienten nehmen den Krankenhausnotdienst vermehrt nicht nur nachts und am Wochenende, sondern auch zu normalen Sprechstundenzeiten in Anspruch. Das führt schließlich zu einer Überbelastung der Notaufnahmen und langen Wartezeiten. Insbesondere Orthopäden und Unfallchirurgen tragen einen Großteil dieser Last.

„Bei uns im Haus werden alle Patienten, die fußläufig in die Notaufnahme kommen, triagiert. Es ist für gesetzlich Krankenversicherte klar festgelegt, was an Untersuchung gemacht werden darf und was nicht. Jeder Patient erhält einen ärztlichen Notfallcheck. Die teilweise nicht beträchtlichen Wartezeiten für offensichtlich nicht bedrohliche Fälle führen häufig allerdings zu Unmut.“, berichtet Prof. Hoffmann von der notfallmedizinischen Versorgung an der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Frankfurt am Main.

Prof. Hoffman und Dr. Gassen plädieren dafür, dass Kliniken und Niedergelassene gemeinsam neue Strukturen schaffen und die Politik, die dafür notwendigen Rahmenbedingungen schafft. Zum Beispiel sollten Bereitschaftspraxen rund um die Uhr geöffnet sein, da Patienten auch zu jeder Tages- und Nachtzeit die Krankenhausambulanzen aufsuchen. Beide regen zudem an, neben den strukturellen Veränderung den Patienten mehr in die Pflicht zu nehmen: „50 Euro Selbstbeteiligung für einen unberechtigten Besuch in der Notaufnahme würden helfen.“ Mehr zu den konkreten Reformvorschlägen von Prof. Hoffmann und Dr. Gassen für die ambulante und klinische Notfallversorgung erfahren Sie im OUMN-Artikel „Notfallversorgung umstrukturieren“.

Quelle: DGOU-Website

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