„Die Unfallchirurgie in Deutschland - unsere Verantwortung und Verpflichtung“
 

Forschung

Elf Millionen Euro für Traumaforschung in Ulm

© Uniklinik Ulm

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat für die Einrichtung eines neuen Sonderforschungsbereichs (SFB) für Traumaforschung an der Universität Ulm über 11,2 Millionen Euro bewilligt – zunächst für vier Jahre. In dem auf bis zu zwölf Jahre ausgelegten SFB „Gefahrenantwort, Störfaktoren und regeneratives Potenzial nach akutem Trauma“ kooperieren insgesamt 18 Kliniken und Institute aus dem Universitätsklinikum Ulm und der Universität.

Koordiniert wird das gemeinschaftliche Forschungsvorhaben aus insgesamt 20 bewilligten Einzelprojekten von SFB-Sprecher Prof. Florian Gebhard, ärztliche Direktor der Klinik für Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie am Ulmer Universitätsklinikum und Vize-Präsident der DGU. „Mit diesem Sonderforschungsbereich möchten wir die systemischen Reaktionen des Körpers auf schwere Verletzungen erforschen“, erklärt Gebhard. Diese reichen von der Hemmung von Heilungsprozessen bis hin zu Ganzkörperinflammation oder Multi-Organversagen. 

Eines der Schwerpunktthemen behandelt die Rolle individueller Faktoren wie Vor- und Begleiterkrankungen. „Ein erfolgreiches klinisches Trauma-Management braucht individualisierte Therapien, die auf persönliche Voraussetzungen angemessen reagieren können“, sagt Prof. Anita Ignatius, stellvertretende SFB-Sprecherin und Leiterin des Instituts für Unfallchirurgische Forschung und Biomechanik. Ein weiterer Schwerpunkt ist die molekulare Steuerung von physiologischen „Gefahrenantworten“. Denn massive Verletzungen von Geweben oder Organen lösen oft gefährliche Entzündungsprozesse aus. Andererseits kommen unter Umständen auch Prozesse in Gang, die inflammatorische Reaktionen hemmen. Die Wissenschaftler wollen herausfinden, über welche Signalübertragungsmechanismen solche Reaktionen molekular gesteuert werden. Das dritte übergeordnete Forschungsfeld widmet sich der Entwicklung wirksamer Trauma-Therapien. Lassen sich posttraumatische Entzündungsprozesse gezielt durch den Einsatz von Stammzellen oder Mediatoren kontrollieren? Wie können Wundheilung und Geweberegeneration individuell gefördert werden?

„Dass unser gemeinsamer Antrag trotz der großen Konkurrenz kaum gekürzt wurde, zeigt, dass wir die Schwerpunkte richtig gesetzt und bei der Auswahl der Themen keine Kompromisse zulasten der Qualität gemacht haben. Alle unsere beteiligten Wissenschaftler sind nicht nur Spezialisten auf ihrem Gebiet, sondern können einen wichtigen Betrag zur Traumaforschung leisten", erklärt Prof. Markus Huber-Lang. Der Leiter der klinischen Forschergruppe zur Trauma-Immunologie der Klinik für Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie ist ebenfalls stellvertretender Sprecher des SFB. 

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