„Die Unfallchirurgie in Deutschland - unsere Verantwortung und Verpflichtung“
 

Pressemitteilung

TraumaRegister DGU® sichert Versorgungsstandard für Schwerverletzte: Überlebenschancen verbessert

Obwohl die Zahl der Verkehrstoten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im vergangenen Jahr einen historischen Tiefstand erreicht hat, gibt es nach wie vor zu viele Schwerverletzte.

© Thaut Images / Fotolia

„Wir registrieren den Rückgang der Getöteten als einen positiven Trend. Umgekehrt sind knapp 70.000 Schwerverletzte für uns Unfallchirurgen Mahnung und Ansporn zugleich, unseren Weg der qualitativen medizinischen Versorgung konsequent fortzusetzen, und zwar überall und jederzeit“, sagt Prof. Dr. Reinhard Hoffmann, Präsident der DGU und Ärztlicher Direktor der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Frankfurt am Main.

Neun von zehn Schwerverletzten überleben heute
Zur Sicherung des Versorgungsstandards wird das TraumaRegister DGU® genutzt, das als weltweit umfangreichstes Register für Schwerverletzte gilt und in diesem Jahr sein 20-jähriges Jubiläum feiert. Mit Blick auf die aktuelle Unfallbilanz ist das Ergebnis detaillierter Registeranalysen von Bedeutung, wonach sich die Zahl der Schwerverletzten mit Intensivbehandlung seit zehn Jahren kaum verändert hat. Allerdings haben sich im gleichen Zeitraum die Überlebenschancen dieser Patienten durch stetige Optimierung der Behandlung nachweislich verbessert. So konnte zwischen 2000 und 2012 die dokumentierte Rate der verstorbenen Schwerverletzten in von der Initiative TraumaNetzwerk DGU® zertifizierten Kliniken von 17,5 Prozent auf 10,2 Prozent gesenkt werden. In den 1990er-Jahren lagen diese Werte noch bei etwa 22 Prozent. Das heißt, neun von zehn Schwerverletzten, die in zertifizierte Kliniken eingeliefert werden, überleben heute.

DGU verdeutlicht Aufruf zum Tragen eines Fahrradhelms
Den größten Teil der Verunglückten im Straßenverkehr bilden Pkw-Insassen (etwa 56 Prozent). Mit knapp 20 Prozent, und damit am zweithäufigsten, kamen Radfahrer zu Schaden. Zudem wurden, im Gegensatz zu Pkw-Insassen, 2012 mehr Radfahrer als 2011 getötet. Für die DGU ist dies Anlass, ihren Aufruf zum Tragen eines Fahrradhelms zu verdeutlichen: „Wir unterstützen alle Maßnahmen, die zur Erhöhung der Helmtragequote beitragen. Dies gilt für alle Altersklassen und insbesondere auch für Elektro-Fahrräder gleich welcher Bauart“, so Dr. Uli Schmucker, Unfallchirurg und Unfallforscher der DGU-Arbeitsgruppe Prävention. Intensivere Maßnahmen wären besonders bei älteren Radfahrern dringend notwendig, da immer noch mehr als die Hälfte der getöteten Radfahrer über 65 Jahre alt und im Vergleich zu 2011 fünf Prozent mehr getötete Senioren zu verzeichnen sind.

Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) ist eine wissenschaftliche medizinische Fachgesellschaft. Ihr Aufgabenspektrum reicht von der wissenschaftsbasierten Prävention, Diagnostik, Therapie und Rehabilitation in der Unfallheilkunde über die Einrichtung und Sicherung adäquater Versorgungsstrukturen und effizienter Fort- und Weiterbildungskonzepte bis zum Transfer von Forschungsergebnissen in die klinische Anwendung.



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