„Die Unfallchirurgie in Deutschland - unsere Verantwortung und Verpflichtung“
 

Höhere Überlebenschancen durch vernetzte Kommunikation

Ziel des TraumaNetzwerkes (TNW) der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) ist es, jedem Schwerverletzen in Deutschland rund um die Uhr die bestmögliche Versorgung unter standardisierten Qualitätsmaßstäben zu ermöglichen. Doch dies allein reicht nicht aus: Wichtig ist, dass alle an der Rettung und Behandlung eines Schwerverletzten beteiligten Partner - vom Rettungssanitäter bis zum Neurochirurgen - Hand in Hand arbeiten. Wie die Überlebenschancen schwerverletzter Patienten durch optimale Vernetzung weiter verbessert werden können, berichten Experten anlässlich des 1. Jahreskongresses TraumaNetzwerk DGU in Marburg.

Die Schwerverletztenversorgung ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Jede Minute zählt. Unstillbare Blutungen, ein Schädelhirntrauma oder das Versagen mehrerer Organe sind die Hauptursachen, wenn Patienten nicht mehr gerettet werden können. "Das wichtigste beim Trauma-Management sind kurze Wege, gute Kommunikation und eine enge und kompetente Zusammenarbeit über alle Fachgebiete und Berufsgruppen hinweg. Nur so gelingt eine reibungslose Rettungskette die hilft, noch mehr Leben zu retten", sagt Professor Hartmut Siebert, Generalsekretär der DGU. Bei der Versorgung eines schwerverletzten Patienten müssen oftmals Rettungssanitäter, Unfallchirurgen, Neurochirurgen, Anästhesisten, Bauch-, Thorax- und Gefäßchirurgen sowie Pädiater und Radiologen Hand in Hand arbeiten. Für den Patienten ist es überlebenswichtig, auf die zu seiner Verletzung passenden Strukturen zu treffen. Denn seine Überlebenschance wird mit jeder Viertelstunde geringer.

"Um in akuten Behandlungssituationen keine Zeit zu verlieren, haben wir die notwendigen Kommunikationswege bereits im Vorfeld definiert. Aber auch bei der Weiterverlegung von Schockraum zu Schockraum oder beim Einsatz von Telemedizin sind gemeinsame Abläufe festgelegt und werden im Sinne einer Qualitätssicherung überprüft und entsprechend der Ergebnisse angepasst", erläutert Siebert. Dazu müssen alle Partner eines TraumaNetzwerkes bei den regelmäßigen tagenden Qualitätszirkeln ihre Versorgungsqualität überprüfen und wenn notwendig die entsprechenden Veränderungen vornehmen. Dieser setzt sich aus Entscheidungsträgern, verantwortlichen Ärzten und medizinischem Personal der am Netzwerk beteiligten Kliniken zusammen. Grundlage für die Beurteilung der Qualität der Schwerverletztenversorgung sind beispielsweise die im TraumaRegister (QM) erfassten Daten. Diese umfassen unter anderem Versorgungszahlen, Behandlungszeiten und -maßnahmen sowie Überlebensraten und unerwünschte Ereignisse.

Im TraumaRegister (QM) der DGU sind seit 1993 die Daten zur Versorgung von Schwerverletzten vom Unfallort bis zur Rehabilitation gespeichert. Derzeit nehmen über 120 Kliniken in Deutschland teil. Aber auch aus den angrenzenden Ländern wie Österreich, Luxemburg und den Niederlanden gibt es Teilnehmer. Die Auswertung der Daten von über 50 000 Schwerverletzten hatten dabei wesentlichen Einfluss auf die Definition von Normen und Standards, wie sie im Weißbuch zur Schwerverletztenversorgung der DGU 2006 festgelegt sind. Dazu gehören beispielsweise die Anforderungen zur Mindestausstattung personeller, räumlicher und apparativer Art in den Kliniken. Daneben dienen die online erfassten Daten einem anonymisierten halbjährlichen Benchmarking- Prozess. Er dient den Krankenhäusern zur Optimierung bestehender Behandlungs- und Versorgungskonzepte. Ferner hilft er dabei, etwaige Schwachstellen darzustellen. Mit der Teilnahme am TraumaNetzwerk DGU ist das TraumaRegister (QM) der DGU für alle Teilnehmer Pflicht.

Pressekontakt für Rückfragen:

Silke Jakobi

Pressestelle 1. Jahreskongress TraumaNetzwerk DGU
Pf 30 11 20, 70451 Stuttgart

Tel.: 0711 8931 163     
Fax: 0711 8931 167/-566
E-Mail: Jakobi@medizinkommunikation.org

Autor: DGU

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