„Die Unfallchirurgie in Deutschland - unsere Verantwortung und Verpflichtung“
 

Gemeinsame Pressekonferenz der DGOOC und der DGU

Volkskrankheit Rückenschmerzen - Ist weniger mehr?

Faktenblatt „Volkskrankheit Rückenschmerzen“

  • Nachdem Gesundheitssurvey des Robert-Koch-Instituts aus dem Jahr 2006 litten 65,6 Prozent der Frauen und 57,5 Prozent der Männer innerhalb eines Jahres unter Rückenschmerzen (Jahresprävalenz).
  • Über chronische Rückenschmerzen klagten danach 31,5 Prozent der Frauen und 23,0 Prozent der Männer. Bei Arbeitsunfähigkeiten sind Rückenerkrankungen die häufigste Einzeldiagnose.
  • Nach einer Umfrage aus dem Herbst 2007 (siehe auch Schaubild auf der nächsten Seite) hat die Zahl der von Rückenschmerz geplagten Bundesbürger in den letzten acht Jahren um 30 % zugenommen:
    • Heute geben fast 70 % der Bundesbürger an, dass sie Rückenbeschwerden haben, wenn auch die meisten nur gelegentlich. Noch vor acht Jahren betraf dies lediglich jeden Zweiten (53 %).
    • Allerdings hat sich auch die Zahl der Menschen mit ständigen Schmerzen mehr als verdoppelt: Sagten 1998 noch 6 % der Befragten, ihnen schmerze der Rücken täglich, sind es 2006 bereits 15 %.
  • Epidemiologische Studien weisen ein Maximum der Rückenschmerzprävalenz im mittleren Lebensalter mit einer Spitze bei rund 40 Jahren auf (Schneider, F., 2002).
  • Rückenschmerzen führen die Liste der vom Schmerz betroffenen Körperregionen mit einer Häufigkeit von 47,8 Prozent an (Schmidt, CO, 2005).
  • Muskel- und Skeletterkrankungen, die zu einem großen Teil durch Rückenschmerzen verursacht werden, führen nach Angaben des BKK Bundesverbands die Statistik der Gründe für Krankheitstage deutlich mit 25,8 Prozent an.
  • Rückenschmerzen sind auch der Grund für 18 Prozent aller Frühverrentungen in Deutschland (Langzeitstudie des Deutschen Forschungsverbundes Rückenschmerz).
  • Die direkten medizinischen Kosten für die Behandlung Rückenbeschwerden werden mit 10 Milliarden Euro pro Jahr beziffert.
  •  Indirekte Kosten (Arbeitsunfähigkeit, Ausfallzeiten, Produktionsausfall) werden mit Gesamtkosten von 22 Milliarden Euro benannt. Das entspricht rund einem Prozent des Bruttosozialproduktes der Bundesrepublik!
  • Pro Jahr betragen die Kosten für einen Rückenschmerz-Patienten im Durchschnitt 1.200 Euro (Langzeitstudie des Deutschen Forschungsverbundes Rückenschmerz). 


Wesentliche Ursachen für Rückenschmerzen finden sich bei unseren geänderten Lebensumständen: einseitige Belastungen, langes Sitzen, insgesamt geringe Aktivität der Rücken- und Bauchmuskulatur.

Das führt zu vermehrten Verschleissveränderungen. Dabei hat die Schwäche der Rückenmuskulatur ihren Ursprung oft schon im Kindesalter.

 

Die vollständige Pressemitteilung mit Grafiken und Statement von Prof. Dr. Joachim Grifka finden Sie in dem Link unten unter "Weitere Informationen".

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