„Die Unfallchirurgie in Deutschland - unsere Verantwortung und Verpflichtung“
 

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU)

Welt-Osteoporose-Tag am 20. Oktober 2012: Experten raten zu mehr Vorsorgeuntersuchungen

© nenovbrothers / Fotolia

Auf einer Pressekonferenz des DKOU am 23. Oktober 2012 berichten Experten, wie man sich vor der Stoffwechselerkrankung schützen kann und wann Medikamente tatsächlich notwendig sind.

Etwa sieben Millionen Deutsche leiden unter Osteoporose, darunter ein Viertel aller Frauen. Insbesondere im Alter nimmt die Erkrankungshäufigkeit zu. Die Folge: Stürze enden häufig mit schweren Knochenbrüchen und schränken Mobilität und Lebensqualität erheblich ein. Menschen über 50 Jahre, die einen Knochenbruch erleiden, sollten sich daher auf Osteoporose untersuchen lassen. Darauf weist der Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V. (BVOU) anlässlich des Welt-Osteoporose-Tages am 20. Oktober 2012 hin.

Osteoporose ist die häufigste Stoffwechselerkrankung des Knochens. Durch eine Störung im Knochenstoffwechsel kommt es zu einer allmählich fortschreitenden Abnahme der Knochendichte, die Knochenstruktur wird instabil und das Risiko für Knochenbrüche steigt stark an. „Besonders häufig und folgenschwer sind Brüche an Wirbelsäule und Schenkelhals“, erläutert Universitätsprofessor Dr. med. Karsten Dreinhöfer von der Charité, Vizepräsident des BVOU und Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie am Medical Park Berlin Humboldtmühle. „Bereits heute erleiden mehrere 100 000 Deutsche jedes Jahr einen Osteoporose bedingten Knochenbruch, vor allem an Oberschenkel, Oberarm oder Unterarm, ein großer Teil erleidet zudem Wirbelbrüche. Jede zweite Frau und jeder fünfte Mann im Alter von 50 Jahren wird im Verlauf des weiteren Lebens einen Knochenbruch erleiden.“ Der BVOU empfiehlt daher, sich ab 50 Jahren spätestens nach dem ersten Bruch auf Osteoporose untersuchen zu lassen. Denn bereits der erste Osteoporose bedingte Knochenbruch verdoppelt das Risiko für eine weitere Fraktur.

Risikofaktoren für einen Osteoporose bedingten Knochenbruch
Orthopäden und Unfallchirurgen haben gemeinsam mit anderen Fachkollegen im Dachverband der wissenschaftlichen Fachgesellschaften für Osteologie (DVO) Leitlinien entwickelt, die es erlauben, Hochrisikopatienten für das Auftreten von Knochenbrüchen zu identifizieren. Dieses ist vor allem vom Alter, Geschlecht und der Knochendichte abhängig „Zuvor erlittene Knochenbrüche und das Sturzrisiko, das bei älteren Menschen aufgrund einer abnehmenden Muskulatur und schlechterer Koordination steigt, sind weitere wesentliche Risikofaktoren“, ergänzt Dreinhöfer.

Folgen eines Osteoporose bedingten Knochenbruchs
Die Folgen einer osteoporotischen Fraktur können äußerst ernsthaft sein: Chronische Schmerzen, Immobilität und langfristige Behinderungen – häufig führen sie zu einem Verlust an Unabhängigkeit und zu einer Verminderung der Lebensqualität. 20 Prozent der Patienten, die eine Hüftfraktur erlitten haben, sterben innerhalb eines Jahres nach der Fraktur. Von denen, die überleben, verlieren viele ihre körperliche Funktionstüchtigkeit und Unabhängigkeit. 40 Prozent können nicht mehr selbständig gehen und 60 Prozent benötigen ein Jahr später immer noch Unterstützung. „Die Hälfte all jener Personen, die eine Fraktur aufgrund einer Osteoporose erlitten haben, bekommen weitere Knochenbrüche“ so Dreinhöfer. Eine von vier Frauen mit einer neuen Wirbelkörperfraktur wird sich innerhalb eines Jahres erneut einen Knochen brechen.

Obwohl es wirksame Maßnahmen gibt, das Frakturrisiko um 30 bis 70 Prozent zu reduzieren, erhalten bisher über 80 Prozent der Frakturpatienten niemals ein Angebot zu einer Osteoporoseuntersuchung und Osteoporosebehandlung. Deshalb steht der diesjährige Welt-Osteoporose-Tag unter dem Motto: „Einer ist genug – Ihr erster Bruch sollte zugleich ihr letzter sein.“

Maßnahmen zur Vermeidung von Knochenbrüchen
„Patienten ab 50 Jahren, die einen Knochenbruch erleiden, sollten mit ihrem Arzt über eine klinische Abklärung zu sprechen“, empfiehlt Dreinhöfer. Eine Knochendichtemessung und Abklärung der wesentlichen Risikofaktoren ermöglicht es, zielführende Maßnahmen einzuleiten, die eine erneute Fraktur vermeiden lassen. Knochenbrüche im Alter lassen sich durch eine Verbesserung der Muskelkraft, Koordination und viel Bewegung verhindern. „Studien zeigen, dass auch im höheren Alter ein gezieltes Krafttraining den Knochenaufbau stimuliert und die Knochendichte verbessert“, betont Dreinhöfer. Das Muskelaufbautraining sollte mit 60 bis 80 Prozent der Maximalkraft erfolgen und mindestens zweimal wöchentlich für 60 Minuten stattfinden. Besonderer Fokus sollte der Trainierende hierbei auf die Wirbelsäule, Hüfte und Arme legen. Um das Sturzrisiko zu senken, hilft insbesondere älteren Menschen ein spezielles Gleichgewichts- und Koordinationstraining. Zudem ist die Überprüfung des Kalzium- und Vitamin D-Levels bei diesen Personen empfehlenswert, um durch entsprechende Zusatzgaben und gegebenenfalls die Einleitung einer spezifischen medikamentösen Therapie das Knochenbruchrisiko deutlich zu senken.

Auf einer Pressekonferenz des DKOU am 23. Oktober 2012 in Berlin berichten Experten über Diagnostik, Therapie bei Osteoporose und wann Patienten mit Medikamenten oder alternativen Maßnahmen versorgt werden müssen.

Terminhinweise:
DKOU-Pressekonferenz „Gesund und mobil alt werden“
Termin: Dienstag, 23. Oktober 2012, 11.00 bis 12.00 Uhr
Ort: Messe Berlin (Eingang Halle 17), Funkturmlounge
Eines der Themen:
Prävention und sinnvolle Therapie bei Osteoporose-Patienten: Wann Medikamente notwendig sind und welche Alternativen einen besseren Therapieerfolg bringen
Universitäts-Professor Dr. med. Karsten E. Dreinhöfer

Sitzung auf dem Kongress:
Osteoporose
Freitag, 26. Oktober 2012, 14.30 bis 16.00 Uhr

Pressekontakt:
Pressestelle DKOU 2012
Anne-Katrin Döbler, Christina Seddig, Kathrin Gießelmann
Postfach 20 11 30; 70451 Stuttgart; Tel.: 0711 8931-442; Fax: 0711 8931-167
E-Mail: seddig@medizinkommunikation.org

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