„Die Unfallchirurgie in Deutschland - unsere Verantwortung und Verpflichtung“
 

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Erster AltersTraumaRegister DGU®-Jahresbericht erschienen

Hohes Behandlungsniveau in Alterstraumazentren bei Menschen mit Hüftgelenkfraktur

Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) legt ihren ersten AltersTraumaRegister DGU®-Jahresbericht vor. Das AltersTraumaRegister DGU® (ATR-DGU) dokumentiert Patienten ab einem Alter von 70 Jahren, die aufgrund einer hüftgelenknahen Oberschenkelfraktur in einem spezialisierten Zentrum der Initiative AltersTraumaZentrum DGU® (ATZ) operiert wurden. Für 2016 verzeichnet das Register 2.864 Fälle in der Akutphase. Der Bericht zeigt auf, in welcher Verfassung der Patient bei seiner Aufnahme im Krankenhaus war, wie er versorgt wurde und wie es ihm bis zu 120 Tage nach der Operation ging. Beispielhaft ist die kurze präoperative Verweildauer – so konnten über 75 Prozent der Patienten innerhalb von 24 Stunden operiert werden. „Das Alterstraumaregister der DGU bringt erstmals eine Übersicht über den Therapieverlauf nach hüftgelenknahem Oberschenkelbruch und zeigt den Behandlungserfolg bei diesen nicht selten vielfach vorerkrankten älteren Patienten“, sagt DGU-Generalsekretär Prof. Dr. Dietmar Pennig.

Zur Erinnerung an das Schicksal jüdischer Ärzte während des Nationalsozialismus haben Deutschlands Chirurgen einen Gedenkstein am Haus der Chirurgie in Berlin aufgestellt. In einer Gedenkstunde gedachten sie heute ihrer über 315 jüdischen Mitglieder. Sie wurden während der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945 gedemütigt und entrechtet, indem man ihnen die Promotion, Approbation bzw. die Kassenzulassung entzog oder ihnen ein Lehrverbot erteilte. Viele von ihnen flohen ins Ausland, einige wurden deportiert oder ermordet. Die Initiative geht auf die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) zurück und wurde von der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) und allen mit ihr verbundenen zehn chirurgischen Fachgesellschaften umgesetzt. „Die Schicksale unserer jüdischen Kollegen sind für immer ein Teil von uns. Wir gedenken ihrer und ehren sie in tiefer Verbundenheit“, sagt DGCH-Präsident Professor Dr. Jörg Fuchs. DGU-Präsident Professor Dr. Joachim Windolf ergänzt: „Wir wollen damit ein sichtbares Zeichen gegen das Vergessen und Verschweigen in der Öffentlichkeit setzen.“

Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) hat heute an die Schicksale ihrer 36 ehemaligen jüdischen Mitglieder erinnert. Die Gedenkstunde fand am Gründungsort der DGU im Jahr 1922 an der Alma Mater Lipsiensis statt. Zuvor verlegte der Künstler und Initiator der STOLPERSTEINE Gunter Demnig 36 Stolpersteine und 2 Stolperschwellen vor dem Haupteingang des Leipziger Universitätsklinikums (UKL). „Wir wollen die Erinnerung an unsere jüdischen Kollegen wachhalten und ihrer mit diesem Mahnmal mit Dank, Hochachtung und in Demut gedenken“, sagte DGU-Präsident Prof. Dr. Ingo Marzi.

Terroranschläge stellen Sanitäter, Ärzte und Pflegekräfte vor die Herausforderung, eine große Zahl Schwerverletzter in kürzester Zeit zu behandeln und dabei möglichst viele Leben zu retten. Deutsche Krankenhäuser müssen ihre Einsatzpläne und Vorhaltungen für diese Terrorszenarien anpassen und dabei von der Politik unterstützt werden, so fordern Experten. Ein Kurs der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), der im Mai dieses Jahres gestartet ist, soll Ärzten und damit den Kliniken helfen, sich auf die Notversorgung von Patienten im Falle eines terroristischen Anschlags vorzubereiten. Weitere logistische und personelle Vorbereitungen für einen Terrorfall wurden kürzlich auf der 2. Notfallkonferenz der DGU gemeinsam mit der Bundeswehr thematisiert und diskutiert. Über erste Erfahrungen mit dem Kursprogramm und Konsequenzen für die Krankenhauseinsatzpläne berichteten Experten bei der heutigen Pressekonferenz im Rahmen des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) 2017.

Die nicht-chirurgische Behandlung in Orthopädie und Unfallchirurgie muss in allen Bereichen gestärkt werden: So lautet das Hauptfazit des Weißbuchs „Konservative Orthopädie und Unfallchirurgie“, das auf der heutigen Pressekonferenz im Vorfeld des DKOU 2017 vorgestellt wurde. Die Veröffentlichung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) und des Berufsverbandes für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) zeigt nun erstmals anhand einer Vielzahl von Daten und Fakten, was die konservativen Methoden in Deutschland leisten können und wie es um sie bestellt ist. In zehn Forderungen erklären die Autoren, wie die konservative Therapie gestärkt werden kann, damit gute Behandlungskonzepte flächendeckend für alle Patienten zur Verfügung stehen.