„Die Unfallchirurgie in Deutschland - unsere Verantwortung und Verpflichtung“
 

Handlungsempfehlungen

Aktion saubere Hände

Unter dem Motto "Keine Chance den Krankenhausinfektionen" ist die "Aktion Saubere Hände" ins Leben gerufen worden. Sie hat zum Ziel, Klinikmitarbeiter für die Notwendigkeit der regelmäßigen Händedesinfektion zu sensibilisieren, damit möglichst viele Infektionen in den Krankenhäusern vermieden werden können.

Die DGU unterstützt diese Aktion ausdrücklich und bittet ihre Mitglieder um entsprechende Aufmerksamkeit für diese Aktion.
Die Aktion bietet u.a. Kursmaterialien zu diesem Thema an.

Weiteres erfahren Sie unter http://www.aktion-saubere-haende.de/

Assistenzärzte in den USA – häufig Unfälle nach Schichtende!

Aus: New England Journal of Emergency Medicine 2005; 352: 125-34

Im Rahmen des Risk Managements der klinischen Unfallchirurgie wollen wir uns in diesem Jahr als Schwerpunkt der Sicherheitskultur in diesem Bereich widmen.

Das deutsche Arbeitszeitgesetz hat klare Regelungen zur Vermeidung von extremer Überlastung und Übermüdung von Mitarbeitern geschaffen.

Daher sollte das folgende Thema für die Bundesrepublik eigentlich keine Bedeutung mehr haben. Da wir uns in diesem Jahr schwerpunktmäßig mit der Sicherheitskultur im Rahmen des Risk-Managementes der klinischen Unfallchirurgie beschäftigen wollen, ist diese publizierte Untersuchung dennoch von großem Interesse. Sie werden hier in einer fortlaufenden Serie immer wieder interessante Veröffentlichungen zu diesem Themenkomplex in unserem DGU-Portal angeboten bekommen.

Während in Deutschland, derzeit, nach aktuellen Erhebungen, die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von Assistenzärzten zwischen 48 und 60 Stunden liegen dürfte, ist nach einer aktuellen Studie des NEJM die regelhafte Arbeitsbelastung der amerikanischen Assistenzärzte mit einem Schwerpunkt bei 80 – 100 Wochenstunden nochmals deutlich darüber anzusetzen. Nicht ohne Folgen.

Mitte Januar 2005 wurde im New England Journal of Medicine (NEJM) eine Originalarbeit publiziert, welche den Zusammenhang zwischen lang dauerndem Schichtdienst von Assistenzärzten und dem Risiko danach einen Verkehrsunfall zu erleiden analysiert.

Die Arbeitsgruppe aus Harvard führte in den USA eine prospektive, webbasierte Untersuchung durch, in welcher über 2700 Assistenzärzte im ersten Jahr 17.000 Berichte über detaillierte Informationen zur Arbeitszeit, zur Schichtgestaltung und zur im mittelbaren Zusammenhang stehenden Verkehrsunfällen, Beinahe-Verkehrsunfällen oder anderen Ereignissen, die mit Ermüdungserscheinungen im Zusammenhang stehen.

Die amerikanische Forschungsgruppe kommt in der Zusammenschau der Ergebnisse zum Schluss, dass lang dauernde klinische Arbeitsschichten eine Gefahr für die Assistenzärzte darstellen. Die Ergebnisse der Studie werden in USA bereits sehr intensiv diskutiert und haben möglicherweise Einfluss auf die derzeit in vielen klinischen Programmen etablierte Schichtlänge von 24 und mehr Stunden.