„Die Unfallchirurgie in Deutschland - unsere Verantwortung und Verpflichtung“
 

Kommissionen

Kommission für Leitlinien

Leitung

Porträtfoto Prof. Dr. Klaus Michael Stürmer

Leiter

Prof. Dr. Klaus Michael Stürmer

Klinik für Unfallchirurgie, Plastische und WiederherstellungschirurgieKlinikum der Georg-August-Universität Göttingen

Porträtfoto Prof. Dr. Felix Bonnaire

Stellvertreter

Prof. Dr. Felix Bonnaire

Klinik für Unfall-, Wiederherstellungs- und Handchirurgie, Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt
Dresden

Mitglieder

  • Prof. Dr. Felix Bonnaire, Dresden 
  • Prof. Dr. Klaus Dresing, Göttingen
  • Prof. Dr. Karl-Heinz Frosch, Hamburg
  • Dr. Rainer Kübke, Berlin
  • Prof. Dr. Wolfgang Linhart, Heilbronn
  • Dr. Lutz Mahlke, Paderborn
  • Uni.-Prof. Dr. Stefan Marlovits, Wien
  • Prof. Dr. Norbert M. Meenen, Hamburg
  • Prof. Dr. Jürgen Müller-Färber, Heidenheim
  • Prof. Dr. Pol Rommens, Mainz
  • Prof. Dr. Gerhard Schmidmaier, Heidelberg
  • PD Dr. Dorien Schneidmüller, Murnau
  • Uni.-Prof. Dr. Franz Josef Seibert, Graz

Die Zahl der Mitglieder der Leitlinienkommission ist begrenzt. Die Mitglieder werden im Einvernehmen mit den Kommissionsmitgliedern vom Leiter der Kommission bestellt.

Kooperationen

Polytrauma-Register der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU ), Köln

  • Dr. med. V. Armstrong, Abt. für Klinische Chemie, Georg August Universität Göttingen
  • Prof. Dr. med. M. Blauth, Universitätsklinik für Unfallchirurgie, Insbruck, Österreich
  • Prof. Dr. med. F. Bonnaire, Unfallchirurgie, Klinikum Friedrichstadt, Dresden
  • PD Dr. med. C. Braun, Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, St. Antonius-Hospital GmbH, Kleve
  • Prof. Dr. med. W. Braun, Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Augsburg
  • Prof. Dr. med. H. Burchardi, Zentrum für Intersiv- und Rettungsmedizin, Georg August Universität Göttingen
  • Prof. Dr. med. U. Holz, Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Katharinenhospital, Stuttgard
  • Prof. Dr. med. P. Kirschner, Klinik für Unfallchirurgie, St. Vincent- und Elisabeth Krankenhaus, Mainz
  • Prof. Dr. med. P. Lobenhoffer, Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Henriettenstiftung, Hannover
  • Prof. Dr. med. E. Kuderna, Wien,Österreich
  • Prof. Dr. med. N.M. Meenen, Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Chirurgische Klinik und Polyklinik Universitätsklinikum Hamburg
  • Prof. Dr. med. Neugebauer, Abt. Biochemie, Städt. Krankenhaus Merheim, Köln
  • Prof. Dr. med. M. Oellerich, Abt. für Klinische Chemie, Georg August Universität Göttingen
  • Prof. Dr. med. A. Rüter, Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Augsburg
  • Prof. Dr. med. H.R. Siebert, Klinik für Unfall-, Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie, Diakonie-Krankenhaus, Schwäbisch Hall
  • Prof. Dr. med.E. G. Suren, Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Städtisches Klinikum, Heilbronn

Aufgabenstellung

Das Präsidium der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) hat 1995 beschlossen, Leitlinien zur Diagnostik und Therapie in der Unfallchirurgie zu erarbeiten und hat Prof. Dr. K.M. Stürmer mit deren Ausarbeitung beauftragt. Hintergrund war die Bitte des Sachverständigenrates für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen in seinem Sondergutachten 1995 für den Bundesminister für Gesundheit an die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), Leitlinien für Diagnostik und Therapie zu entwickeln.

Leitlinien sollen Ärzten, Mitgliedern medizinischer Hilfsberufe, Patienten und interessierten Laien zur Information dienen und zur Qualitätssicherung beitragen. Die Leitlinien basieren auf umfangreichen Literaturrecherchen unter Anwendung der Methoden der Evidence basierten Medizin (EbM) sowie der klinischen Erfahrung der Experten.

Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. gibt als Wissenschaftliche Fachgesellschaft Leitlinien für die unfallchirurgische Diagnostik und Therapie heraus.  Die Leitlinien Unfallchirurgie werden von der Leitlinienkommission der DGU ausgearbeitet  und vom Präsidialrat der DGU verabschiedet. In der bisher letzten, 3. Auflage (2001) der Leitlinien Unfallchirurgie sind 18 Leitlinien formuliert und bereits ein erstes Mal novelliert. In Kooperation mit anderen wissenschaftlichen Fachgesellschaften werden zusätzlich Leitlinien auf S3-Niveau zum Polytrauma und zur Thromboseprophylaxe formuliert.

Die offiziellen Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. sind als Taschenbuch im Thieme Verlag und elektronisch über die Arbeitsgemeinschaft Medizinisch-Wissenschaftlicher Fachgesellschaften (AWMF) publiziert: » http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/ll_chunf.htm#index

Diagnostik und Therapie unterliegen einem ständigen Wandel, so dass auch die Leitlinien regelmäßig überarbeitet werden müssen. Der aktuelle Stand der Leitlinienentwicklung kann beim Herausgeber oder dem Generalsekretär der Gesellschaft erfragt werden. Aktuell werden alle unfallchirurgischen Leitlinien aktualisiert. Dieser Prozess soll bis Anfang 2005 abgeschlossen sein.

Bei allen Leitlinien  ist zu berücksichtigen, dass  Leitlinien nicht in jeder Behandlungssituation uneingeschränkt anwendbar sind. Die Freiheit des ärztlichen Berufes kann (und darf) durch Leitlinien nicht eingeschränkt werden. Leitlinien sind daher Empfehlungen für ärztliches Handeln in charakteristischen Situationen. Im Einzelfall kann jedoch eine von den Leitlinien abweichende Diagnostik oder Therapie angezeigt sein. Leitlinien berücksichtigen in erster Linie ärztlich-wissenschaftliche und keine wirtschaftlichen Aspekte.

Die unfallchirurgischen Leitlinien sind nach Möglichkeit Checklisten-artig erstellt und sollen kein Ersatz für Lehrbücher oder Operationslehren sein. Daher sind die Leitlinien so kurz wie möglich gehalten. Begleitmaßnahmen wie die allgemeine präoperative Diagnostik oder die Indikation und Art einer eventuellen Thromboseprophylaxe oder Antibiotikatherapie werden nicht im einzelnen beschrieben, sondern sollen Gegenstand gesonderter Leitlinien sein. Die Behandlungsmethoden sind meist nur als kurze Bezeichnung und nicht mit Beschreibung der speziellen Technik aufgeführt.

Die Leitlinien sind so abgefasst, dass sie für die Zukunft Innovationen ermöglichen und auch seltene, aber im Einzelfall sinnvolle Verfahren abdecken. Die Entwicklung des medizinischen Wissens und der medizinischen Technik schreitet besonders auf dem Gebiet der Unfallchirurgie so rasch fort, dass die Leitlinien immer nur den momentanen Stand widerspiegeln. Neue diagnostische und therapeutische Methoden, die in den vorliegenden Leitlinien nicht erwähnt werden, können sich zukünftig als sinnvoll erweisen und entsprechend Anwendung finden.

Die in den Leitlinien aufgeführten typischen Schwierigkeiten, Risiken und Komplikationsmöglichkeiten stellen naturgemäß keine vollständige Auflistung aller im Einzelfall möglichen Eventualitäten dar. Ihre Nennung weist darauf hin, dass sie auch trotz aller Sorgfalt des handelnden Arztes eintreten können und im Streitfall von einem Behandlungsfehler abzugrenzen sind. Es muss immer damit gerechnet werden, dass selbst bei strikter Anwendung der Leitlinien das intendierte Behandlungsergebnis nicht erzielt werden kann.

Projekte

Novellierung der bestehenden 18 Unfallchirurgischen Leitlinien

Die Leitlinienkommission novelliert seit dem Jahr 2003 die bestehenden 18 Leitlinien der DGU. Für die Leitlinien zur Schenkelhalsfraktur und zur pertrochantären Fraktur wurde eine Evidenz­recherche durchgeführt im Sinne des S2-Niveaus nach AWMF. Zwei weitere Leitlinien wurden neu ausgearbeitet.

Leitlinie Polytrauma

Die Leitlinie Polytrauma wurde 2001 in Kooperation mit der AG Polytrauma auf S1-Niveau formuliert. Aktuell wird diese Leitlinie auf S3-Niveau erarbeitet. Die Leitlinienkommission ist in die Koordination und Entwicklung der Polytraumaleitlinie auf S3-Niveau eingebunden. Für diese Leitlinie arbeiten  die Arbeitsgemeinschaften Polytrauma und Notfallmedizin zusammen.

Lenkungsgruppe für die S3-Leitlinie Polytrauma

  • Prof. Dr. rer. nat. E. Neugebauer, Köln (Leiter)
  • Prof. Dr. med. K.M. Stürmer, Göttingen (Stellv. Leiter)
  • Prof. Dr. med. S. Sauerland, Köln (Schriftführer)
  • PD Dr. med. K. Dresing, Göttingen
  • Prof. Dr. med. H. J. Oestern, Celle
  • PD Dr. med. D. Rixen, Köln
  • Prof. Dr. med. J. Sturm, Detmold
  • Prof. Dr. med. C. Waydhas, Essen

Interdisziplinäre Leitlinie zur Thromboembolie-Prophylaxe in der Chirurgie und der perioperativen Medizin

Die Leitlinie wurde am 24.4.2003 in der S2-Version fertiggestellt. Momentan wird die Evidenzrecherche durchgeführt. Ziel ist es, die Leitlinie auf S3-Niveau anzuheben. An der Leitlinie sind 18 wissenschaftliche Fachgesellschaften und 3 Berufsverbände beteiligt.

Lenkungsgruppe für die S3-Leitlinie Thromboembolie-Prophylaxe

  • Prof. Dr. med. A. Encke, Frankfurt (Leiter)
  • Prof. Dr. med. S. Haas, München
  • Prof. Dr. med. R. Krauspe, Düsseldorf
  • Prof. Dr. med. H. Riess, Berlin
  • Prof. Dr. med. K.M. Stürmer, Göttingen

Tagungen

Die Leitlinienkommission hat seit  1996 insgesamt 50 ganztägige Leitlinienkonferenzen durchgeführt. Die Kommission tagt etwa alle 1-3 Monate in Göttingen. Protokolle erhalten die Kommissionsmitglieder sowie Präsident, Generalsekretär und Schatzmeister.

Protokolle

Novellierung der bestehenden 18 Unfallchirurgischen Leitlinien

Die Leitlinienkommission novelliert seit dem Jahr 2003 die bestehenden 18 Leitlinien der DGU. Für die Leitlinien zur Schenkelhalsfraktur und zur pertrochantären Fraktur wurde eine Evidenz­recherche durchgeführt im Sinne des S2-Niveaus nach AWMF. Zwei weitere Leitlinien wurden neu ausgearbeitet.

Leitlinie Polytrauma

Die Leitlinie Polytrauma wurde 2001 in Kooperation mit der AG Polytrauma auf S1-Niveau formuliert. Aktuell wird diese Leitlinie auf S3-Niveau erarbeitet. Die Leitlinienkommission ist in die Koordination und Entwicklung der Polytraumaleitlinie auf S3-Niveau eingebunden. Für diese Leitlinie arbeiten  die Arbeitsgemeinschaften Polytrauma und Notfallmedizin zusammen.

Lenkungsgruppe für die S3-Leitlinie Polytrauma

  • Prof. Dr. rer. nat. E. Neugebauer, Köln (Leiter)
  • Prof. Dr. med. K.M. Stürmer, Göttingen (Stellv. Leiter)
  • Prof. Dr. med. S. Sauerland, Köln (Schriftführer)
  • PD Dr. med. K. Dresing, Göttingen
  • Prof. Dr. med. H. J. Oestern, Celle
  • PD Dr. med. D. Rixen, Köln
  • Prof. Dr. med. J. Sturm, Detmold
  • Prof. Dr. med. C. Waydhas, Essen

Interdisziplinäre Leitlinie zur Thromboembolie-Prophylaxe in der Chirurgie und der perioperativen Medizin

Die Leitlinie wurde am 24.4.2003 in der S2-Version fertiggestellt. Momentan wird die Evidenzrecherche durchgeführt. Ziel ist es, die Leitlinie auf S3-Niveau anzuheben. An der Leitlinie sind 18 wissenschaftliche Fachgesellschaften und 3 Berufsverbände beteiligt.

Lenkungsgruppe für die S3-Leitlinie Thromboembolie-Prophylaxe

  • Prof. Dr. med. A. Encke, Frankfurt (Leiter)
  • Prof. Dr. med. S. Haas, München
  • Prof. Dr. med. R. Krauspe, Düsseldorf
  • Prof. Dr. med. H. Riess, Berlin
  • Prof. Dr. med. K.M. Stürmer, Göttingen

Berichte

Über die Arbeit der Kommission berichtet der Leiter auf jeder Präsidiumssitzung (2 x im Jahr).

Veröffentlichungen

  • Stürmer KM
    Leitlinien in der Unfallchirurgie ? Richtschnur oder Fessel?
    Langenbecks Arch Chir Suppl 114: 114-122 (1997)
  • Stürmer KM (Hrsg)
    Leitlinien Unfallchirurgie, 1. Aufl.
    Thieme Verlag Stuttgart-New York (1997)
  • Stürmer KM (Hrsg.)
    Leitlinien Unfallchirurgie, 2. Aufl.
    Thieme Verlag Stuttgart-New York (1999)
  • Stürmer KM
    Chirurgische Forschung. Evidenz-basierte Chirurgie. Implementierung von Studienergebnissen in Leitlinien der Unfallchirurgie
    Ber Dtsch Ges Chir 66: 790-795 (1999)
  • Stürmer KM
    Evidenz-basierte Chirurgie. Implementierung von Studienergebnissen in die Leitlinien der Unfallchirurgie
    Dtsch.Ges.Chir.Kongr.Bd 66: 790-795 (1999)
  • Stürmer KM
    Gratwanderung zwischen Therapiefreiheit und Bevormundung
    Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie, Mitteilungen und Nachrichten 39/1999
  • Stürmer KM (Co-Autor)
    Leitlinien zur stationären und ambulanten Thrombembolie-Prophylaxe in der Chirurgie
    Beilage zu den Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie, Heft 3/2000
  • Stürmer KM
    Die Unfallchirurgie ? ein oft unterschätztes Fach. Leitinien für das Qualitätsmanagement ? Flexibilität ermöglicht wissenschaftlichen Fortschritt
    Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) Natur und Wissenschaft vom 19.2.2000
  • Stürmer KM, Dresing K, Bonnaire M, Braun W, Lobenhoffer P, Meenen NM, Sieber H, Suren EG, Wittner B
    Recommended Guidelines for Diagnostics and Therapy in Trauma Surgery
    Recommended Guidelines for Polytrauma Eur J Trauma  27: 137-150 (2001)
  • Stürmer KM, Dresing K, Bonnaire M, Braun W, Lobenhoffer P, Meenen NM, Sieber H, Suren EG, Wittner B
    Leitlinie Polytrauma. Leitlinien für die Unfallchirurgische Diagnostik und Therapie
    Unfallchirurg 104: 902-912 (2001)
  • Stürmer KM, Dresing K, Bonnaire M, Braun W, Lobenhoffer P, Meenen NM, Sieber H, Suren EG, Wittner B
    Leitlinie Polytrauma. Leitlinien für die unfallchirurgische Diagnostik und Therapie der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie e. V.
    Aktuelle Traumatologie 31: 44-54 (2001)
  • Stürmer KM (Hrsg.)
    Leitlinien Unfallchirurgie, 3. Aufl.
    Thieme Verlag Stuttgart-New York (2001)
  • Encke A, Haas S, Krauspe R, Riess H, Stürmer KM
    Stationäre und ambulante Thromboembolie-Prophylaxe in der Chirurgie und der perioperativen Medizin
    Beilage zu den Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie, Heft 3/2003