„Die Unfallchirurgie in Deutschland - unsere Verantwortung und Verpflichtung“
 

Grußwort des DGU-Präsidenten 2018 Prof. Dr. Joachim Windolf

© Ivo Mayr

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
liebe Mitglieder und Freunde der DGU,

als Präsident der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie wünsche ich Ihnen und Ihren Familien auch im Namen des geschäftsführenden Vorstandes der DGU einen guten Start in ein friedliches und gesundes Jahr 2018!

Die Tage des Jahreswechsels bieten vielen von uns leider nur wenig Gelegenheit zur Entschleunigung. Kaum sind die Kerzen am Weihnachtsbaum heruntergebrannt, nimmt die stete Betriebsamkeit unserer Zeit schon wieder Fahrt auf. Bevor wir aber nahtlos wieder zum Tagesgeschäft übergehen, sollten wir es nicht versäumen, uns das bislang Erreichte noch einmal vor Augen zu führen.

Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie steht für ein nachhaltiges und erfolgreiches Engagement für die Versorgung unfallverletzter Patienten auf höchstem Niveau. 2018 können wir mit Stolz auf nunmehr 25 Jahre des weltweit Maßstäbe setzenden TraumaRegister DGU® zurückblicken. In den letzten 10 Jahren haben wir durch das flächendeckende TraumaNetzwerk DGU® die Versorgungslandschaft in Deutschland zur Sicherstellung einer hohen Versorgungsqualität optimiert. In der 2014 gestarteten Initiative AltersTraumaZentrum DGU® sind bislang 64 Zentren zertifiziert. Seit 2016 stellen wir uns im Schulterschluss mit der Bundeswehr mit Blick auf die zunehmende Bedrohung durch terroristische Gewalt neu auf. 2017 wurde die Überarbeitung der S3-Leitlinie Polytrauma fertiggestellt und im kommenden Jahr werden wir das Weißbuch Schwerverletztenversorgung in der Version 3.0 vorstellen können.

Diese und viele weitere Projekte waren und sind nur möglich durch das ehrenamtliche und unermüdliche Engagement zahlreicher aktiver Mitglieder unserer DGU. Ihnen allen gilt unser besonderer Dank! Sie haben die Entwicklung der Unfallchirurgie in Deutschland zu einer Erfolgsgeschichte gemacht.

Herausforderungen der Zukunft sind der fortschreitende Demografiewandel und die bereits in allen Lebensbereichen wirkende Digitalisierung. Ersterem können wir mit weiterentwickelten Implantaten und Operationstechniken sowie mit auf die Versorgung älterer Menschen spezialisierten Zentren begegnen. Der digitalen Revolution stehen wir aber noch relativ hilflos gegenüber. Smarte Implantate, Wearables und Big-Data-Anwendungen haben das Potential, unsere therapeutischen Möglichkeiten zu revolutionieren und sind eine große Chance für die Zukunft. Dem gegenüber stehen die Risiken einer digitalen Prozessoptimierung und Ökonomisierung vor allem für den Schutz der persönlichen Daten der uns anvertrauten Patienten. Hier sind wir alle gefordert, diese dynamische Entwicklung mitzugestalten.

Ein weiterer wichtiger und bislang wenig präsenter Aspekt wurde auf der jüngsten Zukunftswerkstatt der DGOU diskutiert: Die klinische Forschung in Orthopädie und Unfallchirurgie muss gestärkt werden. Sie ist ein unverzichtbarer Bestandteil zur Weiterentwicklung unseres Faches und trägt maßgeblich zur Qualität und Sicherheit der Patientenversorgung bei. Als Ergebnis der Zukunftswerkstatt wird daher die Gründung einer Studienzentrale der Fachgesellschaften angestrebt, um eine bessere Infrastruktur zur Umsetzung wissenschaftlicher Projekte wie beispielsweise einem gemeinsamen Implantateregister zu schaffen. Nur auf der Basis valider Daten können wir angesichts des erheblichen ökonomischen Druckes im Gesundheitswesen auch weiterhin eine qualifizierte Patentenversorgung sicherstellen.

Es bleibt also viel zu tun: Als DGU wollen wir uns auch 2018 weiter erfolgreich für unsere Patienten einsetzen und über die Unfallchirurgie hinaus auch unser gemeinsames Fach O und U zusammen mit unseren orthopädischen Partnern weiterentwickeln.

Das vor uns liegende Jahr 2018 hat dabei eine besondere Bedeutung für O und U: Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) feiert in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen. An der Seite der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) ist die DGU in der DGOU ein starker und verlässlicher Partner für das Zusammenwachsen von Unfallchirurgie und Orthopädie. Gemeinsam werden wir auch künftig intensiv an der Weiterentwicklung der „Marke O&U“ arbeiten.

Schon jetzt darf ich Sie daher auch im Namen meiner Mitpräsidenten Prof. Dr. Werner Siebert (DGOOC) und Dr. Gerd Rauch (BVOU) zum DKOU 2018, dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie, vom 23. bis zum 26. Oktober in Berlin einladen. Unter dem passend zum Jubiläum der DGOU gewählten Motto „Wir sind O&U“ werden wir die Vielfalt und das weite Spektrum unseres gemeinsamen Faches in den Bereichen Wissenschaft und Forschung, Fort- und Weiterbildung sowie Beruf und Gesellschaft adressieren. Als Novum werden wir im Rahmen der Schwerpunktthemen den jeweiligen Sektionen und kooperierenden Fachgesellschaften besonderen Raum zur Präsentation und Diskussion der neusten Ergebnisse ihrer wissenschaftlichen Arbeit geben. Unsere Gastnation wird das Vereinigte Königreich Großbritannien sein.

Zum Schluss dieses kurzen Grußwortes ist es mir ein besonderes Anliegen, noch einmal Danke zu sagen. Mein Dank gilt allen aktiven Mitgliedern unserer Gesellschaft, die sich in den Arbeitsgemeinschaften, Ausschüssen und Sektionen unserer Fachgesellschaft engagieren, sowie meinen Vorstandskollegen, unserer Geschäftsstelle und unserer AUC – Akademie für Unfallchirurgie, die alle gemeinsam hervorragende Arbeit leisten. Ohne diese großartige Unterstützung könnte kein Präsident etwas bewegen.

Besonderer Dank gebührt Reinhard Hoffmann, der unsere Fachgesellschaft als Generalsekretär in den vergangenen vier Jahren mit sicherer Hand so erfolgreich geführt hat sowie meinem Vorgänger im Amt Ingo Marzi, der 2017 entscheidende Weichen für uns stellen konnte.

Abschließend möchte ich mich bei Ihnen allen für das Vertrauen bedanken, das Sie mir durch die Wahl zu ihrem Präsidenten 2018 entgegenbringen. Es ist mir eine Ehre und ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen allen. Mit aller Kraft werde ich mich für unsere DGU einsetzen, um die Unfallchirurgie zum Wohle unserer Patienten voranzubringen.

In diesem Sinne grüßt Sie herzlich aus Düsseldorf

Ihr
Joachim Windolf