„Die Unfallchirurgie in Deutschland - unsere Verantwortung und Verpflichtung“
 

Geschichte

Beiträge zur Geschichte der Unfallchirurgie in der DDR

Die Unfallchirurgie in der DDR 1945 bis 1989

Die Teilung Deutschlands nach Kriegsende führte unmittelbar zur Unterbrechung der Verbindungen zwischen ost- und westdeutschen Unfallchirurgen. Ab 1961 erzwang die DDR auch die Aufgabe noch bestehender Mitgliedschaften. Danach konnte nur noch ein wissenschaftlich-literarischer Austausch zwischen Einzelpersonen aufrecht erhalten werden.

Später wurden einige, an strenge Auflagen geknüpfte Gastvorlesungen westdeutscher Klinikchefs gestattet. Einreisen ostdeutscher Kollegen wurden von DDR-Seite grundsätzlich nicht genehmigt. In dieser Zeit und bis zur Wende 1989 haben schweizerische und österreichische Unfallchirurgen durch zahlreiche Besuche in der DDR nicht nur großartige ideelle Unterstützung geleistet, sondern durch materielle Hilfe und kursmäßige Weitergabe der neuzeitlichen unfallchirurgischen Entwicklungen dazu beigetragen, das wissenschaftliche und operative Niveau im Einklang mit den Fortschritten im Westen zu halten.

Innerhalb der staatlich reglementierten Verfassung wissenschaftlicher Gesellschaften bildete sich die sehr aktive Sektion Traumatologie, unter deren Dach 1969 zunächst eine „Kooperationsgruppe für operative Knochenbruchbe-handlung“ entstand; aus dieser ging 1981 die „Sektion DDR der AO-International“ hervor. Deren Gründung war nur möglich, indem sowohl an Universitäten als auch an Bezirkskrankenhäusern bereits selbstständige Abteilungen für Unfallchirurgie arbeiteten.

Schon wenige Tage nach dem Fall der Mauer empfing die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie im November 1989 die Kollegen aus der DDR zu ihrem Jahreskongress in Berlin. Ein reger Informationsaustausch und zahlreiche Hospitationen seit Anfang 1990 führten die Unfallchirurgen aus West und Ost in der DGU zusammen; die Sektion Traumatologie schloss im Oktober 1990 mit ihrer XII. Tagung in würdiger Form ihre erfolgreiche Arbeit. Ein Jahr später nahm die DGU auch die Arbeitsgemeinschaft Kindertraumatologie der DDR als Sektion auf.

Unter Mitwirkung der DGU wurde im selben Jahr die gesetzliche Unfallversicherung in den nunmehr Neuen Bundesländern eingeführt.