„Die Unfallchirurgie in Deutschland - unsere Verantwortung und Verpflichtung“
 

Aktuelles

Wie sieht der Klinikalltag von Orthopäden und Unfallchirurgen aus? Welche Herausforderungen bringt das Fach O und U mit sich? Und wie lassen sich diese meistern? Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie schreibt auch in diesem Jahr in Kooperation mit dem Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) 100 Reisestipendien zum Tag der Studierenden aus. An diesem Tag bietet das Junge Forum O und U angehenden Medizinern spannende Einblicke in das breite Berufsfeld von Orthopädie und Unfallchirurgie. Der Tag der Studierenden findet am 23. Oktober 2019 auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) in Berlin statt. Wer an einem Reisestipendium interessiert ist, kann sich bis zum 31. August 2019 bewerben.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer will nach Informationen des Nachrichtenmagazins Spiegel Online die Führerscheinregeln ändern: Zukünftig soll jeder mit seinem Autoführerschein sogenannte Leichtkrafträder bis zu einer Geschwindigkeit von 100 km/h fahren dürfen, ohne dafür wie bisher eine zusätzliche Ausbildung und Prüfung absolvieren zu müssen. Orthopäden und Unfallchirurgen der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) sehen den „Motorradführerschein light“ kritisch.

Mit der EU-Medizinprodukte-Verordnung von 2017 wird die Kennzeichnung zur eindeutigen Identifikation aller Medizinprodukte demnächst Pflicht. Im Zuge eines einjährigen Pilotprojekts hat die BG Unfallklinik Frankfurt am Main bereits jetzt die Lagerung von Platten, Schrauben und Marknägeln umgestellt. Für den Fall eines Rückrufs muss jedes Produkt nachvollziehbar mittels eines Barcodes versehen werden. Die klare Rückverfolgbarkeit soll vor allem eine höhere Patientensicherheit gewährleisten. In der aktuellen Ausgabe der Mitgliederzeitschrift „Orthopädie und Unfallchirurgie – Mitteilungen und Nachrichten“ ist jetzt ein Artikel hierzu erschienen.

Sicherheit im Straßenverkehr

E-Scooter rollen auf Deutschlands Straßen zu

Der Bundesrat hat heute offiziell der Zulassung von Electro-Scootern als neues Mobilitätsangebot im Straßenverkehr zugestimmt. Die neue Verordnung wurde im Vorfeld intensiv diskutiert, denn ursprünglich sah sie das Fahren auf Gehwegen mit bis zu 12 km/h vor. Dafür gab es massiven Gegenwind aus den Ländern. Der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir sah darin ein „Konjunkturprogramm für Unfallchirurgen“. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer ging auf die Warnungen ein und entfernte das Fahren auf Gehwegen mit Schrittgeschwindigkeit aus der geplanten Verordnung. Doch auch für die nun vorgesehene Nutzung der kleinen Flitzer auf Radwegen und auf der Straße haben Orthopäden und Unfallchirurgen große Bedenken. Dass ihr Sachverstand im Genehmigungsverfahren nicht einbezogen wurde, kritisiert Prof. Dr. Dietmar Pennig, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU). „Zur Folgeabschätzung ist die Beurteilung durch die Unfallchirurgie sinnvoll und notwendig. Wir haben eine etablierte Unfallforschung. Durch unser seit 25 Jahren bestehendes Traumaregister können wir auf eine große Zahl auswertbarer Datensätze zu Unfällen zurückgreifen. Das ist eine wichtige Informationsquelle und Grundlage für Entscheidungen im Rahmen von Genehmigungsverfahren von Fahrzeugen.“

Was gibt es Neues in den Sektionen? Welche Projekte führen die Arbeitsgemeinschaften (AG) durch oder sind in Planung? Diese und weitere Informationen sind in dem neuen Bericht 2019 zusammengefasst, der jetzt anlässlich des Gremienleitertreffens im Mai 2019 erschienen ist. Kurz und knapp stellen mehr als 60 Interessensgruppen der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädischen Chirurgie (DGOOC) sowie der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) ihre Arbeit des letzten Jahres vor. Die Kurzberichte sollen als Grundlage für den direkten fachlichen Austausch dienen und die künftige Zusammenarbeit aller Beteiligten erleichtern.

Tag der Vorklinik

Macht der Arztberuf krank?

„Ich werde auf meine eigene Gesundheit, mein Wohlbefinden und meine Fähigkeiten achten, um auf höchstem Niveau zu behandeln.“ So lautet eines der Leitmotive aus der Genfer Deklaration des Weltärztebundes und Teil der Berufsordnung deutscher Ärzte. Doch wird dies tatsächlich im Arbeitsalltag umgesetzt? Hierzu tauschten sich junge Ärzte und erfahrene Mediziner in der Diskussionsrunde „Arztgesundheit – macht der Beruf uns krank?“ aus. Die Podiumsdiskussion wurde organisiert vom Jungen Forum O und U, anlässlich des Tags der Vorklinik auf der Jahrestagung der Vereinigung Süddeutscher Orthopäden und Unfallchirurgen (VSOU) im Mai 2019.

Welche Therapie ist die bestmögliche für den Patienten? Welche Studien sind geeignet, um sich für oder gegen eine Behandlungsoption zu entscheiden? Diesen Fragen begegnen Ärzte im klinischen Alltag sehr häufig. Um Mediziner darin zu schulen, Forschungsergebnisse richtig einzuordnen, bietet die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) die Fortbildung „Evidenzbasierte Medizin in Orthopädie und Unfallchirurgie“ an. Der nächste Kurs findet vom 26. bis zum 27. September 2019 in Berlin statt.

Beim professionellen Bühnentanz, wie zum Beispiel im Ballett oder in Musicals, erleiden Tänzer häufig Verletzungen am Fuß und am Oberen Sprunggelenk. Neue Untersuchungen, die auf dem Kongress der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) vorgestellt werden, zeigen die Häufigkeit dieser Verletzungen und deren beste Therapieansätze auf.

Nach einer erfolgreichen Premiere auf dem letzten Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) geht der Science Slam in die nächste Runde. Auch für den diesjährigen DKOU sind Orthopäden und Unfallchirurgen aufgerufen, sich dem Wettstreit mit anderen Slammern zu stellen und ihr Forschungsprojekt allgemeinverständlich und unterhaltsam zu präsentieren. Dabei sind den möglichen Themen keine Grenzen gesetzt: Von der PowerPoint-Präsentation bis hin zum Mitmach-Theater ist alles erlaubt. Bewerbungen sind bis zum 26. Mai 2019 möglich.

Gemeinsame Pressemitteilung von DGOU und AE

Entscheidung über Implantatauswahl muss in ärztlicher Hand bleiben

Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) und die AE – Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik befürchten Qualitätseinbußen bei der Versorgung mit künstlichen Hüft- und Kniegelenken durch den wachsenden Einfluss ökonomischer Faktoren. „In den meisten Kliniken entscheiden die Operateure entweder eigenverantwortlich oder gemeinsam mit den Einkaufsabteilungen, welche Implantatmodelle von welchem Hersteller zum Einsatz kommen. Damit wird medizinischen Aspekten ausreichend Rechnung getragen“, betont der AE-Generalsekretär und stellvertretende DGOU-Präsident Prof. Dr. Carsten Perka. Doch gebe es mittlerweile eine Reihe von Häusern, in denen die Mediziner nur noch sehr eingeschränkt in die Auswahl der Implantate einbezogen oder vor einem Herstellerwechsel vom Klinikmanagement zu Rate gezogen würden. „Erfolgen Implantat- oder Herstellerwechsel unvermittelt und häufig, muss jedes Mal wieder eine Lernkurve mit den neuen Implantatmodellen überwunden werden. Das kann die Zahl der Komplikationen und erneuten Operationen erhöhen“, sagt AE-Vizepräsident Prof. Dr. Karl-Dieter Heller unter Hinweis auf Analysen des Endoprothesenregisters Deutschland (EPRD). Über aktuelle Trends beim künstlichen Gelenkersatz berichten Experten von DGOU und AE auf der Jahrestagung der Vereinigung Süddeutscher Orthopäden und Unfallchirurgen (VSOU). Der Kongress findet vom 2. bis zum 4. Mai 2019 in Baden Baden statt.