„Die Unfallchirurgie in Deutschland - unsere Verantwortung und Verpflichtung“
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Lesetipp OUMN

Gemeinsames Positionspapier: Junge Ärztinnen und Ärzte kämpfen für eine bessere Weiterbildung

Gruppe von Ärztinnen und Ärzten diskutiert am Tisch
© bnenin / stock.adobe.com

Junge Ärztinnen und Ärzte wünschen sich ausreichend Zeit für ihre Weiterbildung zum Facharzt, kompetente Wissensvermittlung und eine bessere Vereinbarkeit von Karriere und Familie. Doch die Realität sieht häufig anders aus: Steigende Fallzahlen, Personalmangel, ausufernde Dokumentation und die Ausführung nichtärztlicher Tätigkeiten bestimmen den Arbeitsalltag vieler Weiterzubildenden. Kann die geplante Krankenhausreform die ärztliche Weiterbildung retten? In den vorliegenden Entwürfen wurde das Thema bisher nicht aufgegriffen. Aus diesem Grund hat das Bündnis Junge Ärztinnen und Ärzte (BJÄ) unter Beteiligung des Jungen Forum O und U (JFOU), der DGOU und des Berufsverband (BVOU) sowie weiteren Fachgesellschaften ein umfassendes Positionspapier zur ärztlichen Weiterbildung erarbeitet. Die wesentlichen Inhalte und Hintergründe des Papiers fasst ein Artikel in der aktuellen Ausgabe der Mitgliederzeitschrift „Orthopädie und Unfallchirurgie – Mitteilungen und Nachrichten“ (OUMN) zusammen.

Die Krankenhausreform wird von den jungen Ärztinnen und Ärzten als „echte Chance“ gesehen, „entscheidende strukturelle Verbesserungen in der ärztlichen Weiterbildung zu initiieren und somit die Grundlagen der ärztlichen Versorgung in Deutschland zukunftsfähig zu gestalten“, schreiben die Autorinnen und Autoren. Allerdings könne dies nur durch Veränderungen in der Weiterbildungsorganisation und der Finanzierung gelingen. In dem gemeinsamen Positionspapier werden daher ganz konkrete Forderungen an die Gesetzgebung, Arbeitgeber und Ärztekammern gestellt.

Forderungen an die Gesetzgebung

Die Beteiligten appellieren unter anderem an den Gesetzgeber, die Finanzierung der ärztlichen Weiterbildung klar zu definieren und transparent zu gestalten, eine ärztliche Personalbedarfsmessung zu regeln sowie gesetzliche Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Sorgearbeit zu entwickeln.

Forderungen an die Arbeitgeber

Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber werden aufgefordert, die Weiterbildung im Berufsalltag aufzuwerten, eine angemessene Supervision durch Fach- und Oberärztinnen sowie Fach- und Oberärzte sicherzustellen und Garantien für Weiterbildungsabschnitte, bezahlte Weiterbildungstage und Unterstützungsangebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu schaffen.

Forderungen an die Ärztekammern

Schließlich werden die Ärztekammern dazu aufgerufen, Weiterbildungsverbünde zwischen Kliniken und Praxen zu fördern, die Durchführung und Dokumentation der Weiterbildung zu kontrollieren und eine einheitliche Qualifizierung der Weiterbildungsbefugten zu gewährleisten.  Zudem sollten transparente Statistiken zu den Weiterbildungsbedingungen veröffentlicht und Ärztinnen und Ärzte unterstützt werden, wenn sich deren Arbeitsbedingungen aufgrund persönlicher Lebensumstände ändern.

Die Unterzeichneten appellieren an alle Entscheidungsträger, „gemeinsam Verantwortung zu übernehmen, eine qualitativ hochwertige ärztliche Weiterbildung auch in Orthopädie und Unfallchirurgie zu etablieren und zu garantieren“. Gelänge dies nicht, würden immer mehr Ärzte abwandern und damit die Patientenversorgung und den Forschungsstandort Deutschland gefährden.

Die detaillierten Forderungen und weiteren Inhalte des Positionspapiers können im Artikel „Krankenhausreform – eine Chance für gesicherte ärztliche Weiterbildung“ nachgelesen werden. (© DGOU und BVOU [2024] Published by Springer Medizin Verlag Berlin [2024]. All rights reserved.)

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