„Die Unfallchirurgie in Deutschland - unsere Verantwortung und Verpflichtung“
PresseDKOU

Sektion Kindertraumatologie

Leiter

Prof. Dr. Peter Strohm
Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie
Sozialstiftung Bamberg

E-Mail

 

Stellvertreterin

PD Dr. Dorien Schneidmüller
Kindertraumatologie und Kinderorthopädie
BGU Murnau

E-Mail

Schriftführer / Sekretär

Dr. Christian Illian
Krankenhaus Bethanien für die Grafschaft Moers

E-Mail

 

Leiter der Sektion ist Prof. Dr. Peter Strohm, Stellvertreterin ist PD Dr. Dorien Schneidmüller.

Der von Herrn Dr. Christian Illian, Moers, in der Funktion des Sekretärs der Sektion Kindertraumatologie geführte Verteiler wächst ständig und umfasst 155 Namen und Adressen (Stand 03/2017). Wir bitten alle Mitglieder der DGU, der DGKCH, der VKO, von Li-La etc., sich per E-Mail an Herrn Illian in diesen Verteiler eintragen zu lassen, wenn man über neue Entwicklungen oder Studien auf dem Gebiet der Kindertraumatologie informiert werden möchte.

Für die aktive Mitarbeit finden Sektionstreffen zweimal pro Jahr im Rahmen der Sektionstagung im Sommer und des DKOU im Herbst statt. Hier werden Studien konzipiert, Ergebnisse besprochen, Arbeitskreise zu bestimmten Themen konstituiert, etc. Auch hierzu sind Mitarbeiter von Kliniken und Abteilungen, die kindertraumatologische Erfahrung haben, herzlich eingeladen.

Kindertraumatologen streamen aus dem Anatomischen Institut in Tübingen

Die Sektion Kindertraumatologie der DGU geht aufgrund der Pandemie neue Wege und lädt zu ihrer diesjährigen Jahrestagung vom 11. bis zum 12. Juni in digitaler Form ein. Neben Sessions zu speziellen Frakturformen im Kindesalter wird es zwei internationale Sitzungen zu den Themen „Epidemiologie und Versorgungsstrukturen im europäisch-finnischen Vergleich“ (Gastredner: Topi Laaksonen) sowie „Moderne resorbierbare Implantate“ (Gastredner: Juha-Jaakko Sinikumpu) geben. Ferner ist eine Session zu Aspekten des bg-lichen Behandlungs- und Rehamanagements bei Kindern geplant. Die wissenschaftliche Leitung freut sich auf viele Teilnehmende am Online-Format.

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Festvortrag zur 39. Jahrestagung der Sektion Kindertraumatologie, 11. bis 12. Juni 2021

Von Burg/Magdeburg (Gründung 1973) nach Tübingen (Jahrestagung 2021) – Die fast 50-jährige Geschichte der AG/Sektion Kindertraumatologie der DGU

Die heutige Sektion Kindertraumatologie (SKT) der DGU geht zurück auf die AG Kindertraumatologie der DDR. Seinerzeit waren Unfallchirurgie und Kinderchirurgie in der DDR Sektionen der Gesellschaft für Chirurgie der DDR und engagierten sich beide für das verletzte Kind. Mit Unterstützung von Prof. Fritz Meißner, damaliger Ordinarius für Kinderchirurgie und Nestor der Kinderchirurgie in der DDR, bemühte sich der Unfallchirurg Dr. Vinz aus Burg bei Magdeburg um eine fachübergreifende AG (Abb. 1a/b). Mit Zustimmung der Fachgremien erfolgte die Gründung am 07.12.1973 in Leipzig zur „Förderung und Entwicklung der Traumatologie des Kindes, zur Untersuchung der Prognosen unter ...

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Video der Festrede

Die SKT ist aktiv in die Leitlinienentwicklung eingebunden.

Einerseits arbeitet sie bzw. hat sie zusammen mit der Leitlinienkommission der DGU bei folgenden Leitlinien mitgewirkt:

  • 012-014 Supracondyläre Humerusfraktur beim Kind S1: D. Schneidmüller, Murnau, I. Marzi, Frankfurt und N.M. Meenen, Hamburg
  • 012-020 Proximale Femurfrakturen des Kindes S1: F. Bonnaire und A. Weber, Dresden
  • 012-026 Frakturen dist. Unterschenkel im Kindesalter S2k: D. Schneidmüller, Murnau

Anderseits arbeitet die SKT bei der Leitlinie Initialtherapie beim Querschnitt der DMGP mit.

  • Am 31.10.2020 ist die 2k-Leitlinie „Polytraumaversorgung im Kindesalter“ erschienen.
  • Aktuell wird an einer Leitlinie zur Versorgung von Beckenfrakturen unter der Leitung der AG Becken in der DGU mitgearbeitet.

Die LL der DGU sind abrufbar über die AWMF oder als E-Book [eISBN 978-3-7369-8867-5] oder als Hardcopy [ISBN 978-3-7369-9883-4] erhältlich.

Curriculum

  • Die SKT arbeitet gerade mit der Unterstützung der DGOU und der DGKCH an einem 6-teiligen Curriculum zur Erlangung eines Zertifikates „Kindertraumatologie“. Die Kurse beginnen Anfang März 2022 unter der Organisation der AUC.

Kindertraumatologie ist ein wichtiger Bestandteil der täglichen Arbeit von Unfallchirurgen und Kinderchirurgen. Die Weiterbildungsordnung hat bisher die für diesen Bereich erforderlichen Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten nicht in einer Zusatzweiterbildung analog der Kinderorthopädie festgelegt. Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) und die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) sehen die Notwendigkeit, die besondere Beschäftigung und Expertise mit und in diesem Bereich sichtbar zu machen. In den vergangenen Jahren wurde von der Sektion Kindertraumatologie der DGU ein Curriculum zum Erwerb eines „Zertifikats Kindertraumatologie“ erarbeitet und von beiden Vorständen/Präsidien unterstützt. In 3 Grund- und 3 Spezialmodulen von jeweils 2 Tagen werden theoretische Grundlagen und praktische Vorgehensweisen der Kindertraumatologie umfassend vermittelt. Nach Ableistung aller Module, Vorlage eines kindertraumatologischen OP-Katalogs und abschließender Prüfung wird das Zertifikat von beiden Fachgesellschaften verliehen. Einzelheiten sind der Internetseite der Akademie für Unfallchirurgie (AUC) zu entnehmen, die die Organisation übernommen hat.

Der Erwerb des Zertifikats hat keine direkten Auswirkungen auf die kindertraumatologische Versorgungslandschaft und stellt keine selektive Zulassung zu diesem Patientengut dar. Es muss immer in der Zusammenschau von persönlichem Qualifikationsnachweis und klinisch-struktureller Grundvoraussetzung gesehen werden. Es ist primär nicht die Zielsetzung, dass in einem größeren Team jeder dieses Zertifikat erwirbt. Am Anfang ist anzustreben, dass ein Teammitglied das Zertifikat erwirbt und die Inhalte weitergibt. In Analogie zu ATLS-, Kinderorthopädie- oder Fuß-Zertifikaten werden die Kursangebote dem Bedarf angepasst werden, wenn der erste Zyklus einmal durchlaufen ist.

Das Zertifikat soll neben der Klarstellung spezialisierter Expertise auch der Qualitätsverbesserung in der kindertraumatologischen Versorgung dienen. Die wissenschaftlichen Fachgesellschaften DGU und DGKCH sehen es als ihre Aufgabe an, sich gemeinsam und interdisziplinär für diesen relevanten Sektor ihres klinischen Versorgungsauftrags einzusetzen.

Für die DGU
Prof. Dr. D. Pennig, Generalsekretär

Für die DGKCH
Prof. Dr. U. Rolle, Präsident


Studien

  • Aktuell läuft eine deutschlandweite retrospektive multizentrische Studie über proximale metaphysäre Tibiafrakturen bei Kindern mit einem Alter bis zu 10 Jahren. Ziel ist hier Risikofaktoren für die Entstehung eines posttraumatischen Genu valgum und einer S-förmigen Deformität zu identifizieren und einen Behandlungsalgorithmus zur konservativen und operativen Therapie zu erstellen
  • PedFemFx ist ein multizentrisches Beobachtungsregister für Femurschaftfrakturen bis zu einem Alter von 16 Jahren. Neben den Behandlungsdaten und einem Follow-up bis zu 2 Jahren werden auch die Lebensqualität von Patient und/oder Eltern gemessen. Beteiligt sind 5 Kliniken aus Nordamerika und 10 Kliniken aus dem deutschsprachigen Europa. Mit den Unterschriften unter dem Protokoll begann im August 2017 die Initiierung der Kliniken, seit Frühjahr 2018 werden Patienten eingeschlossen und aktuell sind bereits annähernd 200 dokumentiert. Die geplanten 300 Kinder sollten bis Herbst/Ende 2019 eingeschlossen sein, sodass 2021 die Daten vollständig sind. Die Studienleitung liegt bei Peter Schmittenbecher (Karlsruhe) und Unni Narayanan (Toronto), die Finanzierung und Organisation bei der AO-CID.
  • Zur Behandlung der Femurschaftfraktur wird über zwei Jahre eine prospektive AO-CID Studie durchgeführt, die durch die AO mit 750.000 Sfr gefördert wird. Bisher sind fünf Studienzentren im deutschsprachigen Europa beteiligt.
  • Die DFG-geförderte Studie zur Behandlung der distalen Unterarmfraktur beim Kind unter Leitung von Prof. Dr. L. Wessel aus Mannheim wurde wegen zu geringer Beteiligung nicht weiter gefördert. Sie soll aber als Registerstudie weiter geführt werden.

Register

Im Register "pathologische Frakturen“ sind inzwischen über 65 Kinder eingeschlossen. Weitere Kliniken können sich gern beteiligen. Nähere Informationen gibt es direkt bei der Sektion Kindertraumatologie.


Bücher und Artikel

Das Lehrbuch "Praxis der Kinder- und Jugendtraumatologie" ist erschienen. Alle Herausgeber sind Mitglieder der Sektion. Federführend war Hans-Georg Dietz, der stellvertretende Sektionsleiter bis 2012. In 2011 sind im Unfallchirurgen zwei Themenhefte der Kindertraumatologie erschienen. Leitthema des ersten Heftes im April war die obere Extremität, im Mai folgte die untere Extremität, jeweils mit fünf Artikeln. In beiden Heften wurde von den Autoren darauf geachtet, im Gegensatz zum Lehrbuchinhalt kontroverse und aktuelle Themen zu behandeln. Ein weiteres Themenheft zur Kindertraumatologie ist für das European Journal of Trauma noch in diesem Jahr in Planung.


Weißbuch

Die zweite, erweiterte Auflage des Weißbuchs ist erschienen. Hier wird für die TraumaNetzwerke der DGU unter 3.4 erstmals ein "kindertraumatologisches Referenzzentrum" beschrieben und gefordert. Ein überregionales Traumazentrum muss demnach zukünftig auch kindertraumatologische Kompetenz nachweisen. Ist innerhalb eines Netzwerks keine solche Kompetenz vorhanden, muss eine Kooperation mit einem benachbarten Netzwerk diese herstellen.


Neuordnung des berufsgenossenschaftlichen Heilverfahrens

Ein Arbeitskreis der Sektion berät die DGUV bei der Neuausrichtung der Heilverfahren. Bereits verabschiedet ist eine verpflichtende regelmäßige Fortbildung des D-Arztes im Bereich Kindertraumatologie. Gearbeitet wird derzeit im Bereich VAV, SAV und Reha-Management. Ziel ist eine beschlussfähige Vorlage bis Ende 2012.


D-Arzt Kind

Die Sektion ist weiterhin eingebunden in die Erstellung von Richtlinien zur Behandlung unfallverletzter Kinder sowohl im Bereich der Schwerverletztenversorgung (Weißbuch, Traumanetzwerk, VAV) als auch in entsprechenden Bereichen der Neuausrichtung des berufsgenossenschaftlichen Heilverfahrens.

  • Im Mai 2019 ist in „Der Unfallchirurg“ aus der Sektion ein Themenheft zum Thema „Ellenbogenverletzungen im Kindesalter“ erschienen (Volume 122, Issue 5, May 2019)
    • Schmittenbecher P. (2019) Brennpunkt Ellenbogenverletzungen im Kindesalter. Unfallchirurg (122): 338
    • Kraus R., Schmittenbecher P. (2019) Was tun bei postoperativem Ulnarisschaden nach Kirschner-Draht-Osteosynthese der suprakondylären Humerusfraktur im Kindesalter? Unfallchirurg (122): 339-344
    • J. Lieber, M. Dietzel, I. Tsiflikas, J. Schäfer, H.-J. Kirschner, J. Fuchs (2019) Therapieprinzipien und Outcome nach Frakturen des Condylus radialis im Wachstumsalter. Unfallchirurg (122): 345-352
    •  D.W. Sommerfeldt (2019) Korrekturosteotomien rund um den Ellenbogen im Kindes- und Jugendalter. Unfallchirurg (122): 353-363
    • I. Schubert, P. Strohm, J. Zwingmann (2019) Einfache Ellenbogenluxationen im Kindesalter. Unfallchirurg (122): 364-368
    • F. Bergmann, K. Großer, J. Lieber (2019) Die Behandlung der Ellenbogenluxation im Kindes- und Jugendalter. Unfallchirurg (122): 369-375
    • B. Veigel, P.C. Strohm, F. Thielemann, S. Eder (2019) Blasse und pulslose Hand nach Luxation des linken Ellenbogens bei einem 9‑jährigen Jungen. Unfallchirurg (122): 376-380
  • P.C. Strohm, J. Zwingmann, J. Bayer, M.V. Neumann, H. Schmal, K. Reising (2018) Unterschiede im Outcome schwerverletzter Kinder in Abhängigkeit von der Versorgungsstufe. Unfallchirurg: 121(4): 306-312
  • P.C. Strohm, P.P. Schmittenbecher (2015) Femurschaftfrakturen bei Kindern unter 3 Jahren: Aktueller Behandlungsstandard. Unfallchirurg118(1):48-52
  • P.P. Schmittenbecher (2017) Frakturen der oberen Extremität im Kindes-/Wachstumsalter. Chirurg 88(5):451-466.
  • M. Rapp, R. Kraus, P. Illing, D.W. Sommerfeldt, M.M. Kaiser (2018) Behandlung der Femurschaftfraktur bei Kindern und Jugendlichen mit einem Körpergewicht >50kg. Unfallchirurg. 2018 Jan;121(1):47-57.

Am 2. und 3. März 2018 hat zum ersten Mal ein gemeinsamer wissenschaftlicher Jahreskongress der DGU-Sektion Kindertraumatologie mit der Vereinigung für Kinderorthopädie (VKO)  in Dresden stattgefunden. Die Tagung wurde von beiden Gesellschaften gut besucht und war ein großer Erfolg. Aus diesem Grund arbeiten beide Fachgesellschaften darauf hin, auch in Zukunft gemeinsame Veranstaltungen zu organisieren.

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