„Die Unfallchirurgie in Deutschland - unsere Verantwortung und Verpflichtung“
 

Wissenschaft

AG- und Sektionsleitertreffen der DGU

Zahlreiche Studien, Publikationen und Forschungsprojekte: Bei ihrem jährlichen Treffen gaben die AG- und Sektionsleiter der DGU am 22. Mai 2013 in Frankfurt am Main einen Überblick über ihre umfangreichen wissenschaftlichen Aktivitäten und diskutierten unter der Moderation von Prof. Florian Gebhard, Leiter des Progammausschusses, Optionen einer besseren Zusammenarbeit innerhalb von DGU und DGOU.

In Karlsruhe läuft derzeit eine Outcome-Studie der AG Alterstraumatologie zur geriatrischen Frührehabilitation, an der 18 Kliniken und 229 Patienten beteiligt sind. Im Zusammenhang mit der geplanten Zertifizierung von Zentren für Alterstraumatologie plant die Sektion außerdem die Einrichtung eines Registers proximaler Femurfrakturen. In Bonn entsteht zurzeit ein AG-internes Register zur zentralen Erfassung atypischer subtrochanterer Femurfrakturen unter antiresorptiver Behandlung. In Planung befinden sich zudem eine Interventionsstudie zur Behandlung von Ernährungsdefiziten, eine Beobachtungsstudie zur gelenkerhaltenden Behandlung von Schenkelhalsfrakturen sowie eine Erhebung des Sturzrisikos im Längsschnitt bei Patienten mit distaler Radiusfraktur. Zum Thema „Alter Mensch und Polytrauma“ wird in Lübeck das Ergebnis einer Studie zu polytraumatisierten alten Patienten erfasst. Und schließlich hat die AG für die Studie „PROFinD2“ zur Versorgungsforschung anhand von Routinedaten eine Kooperation mit der AOK und dem BMBF gestartet.

Die derzeit ruhende AG Arthroskopische Chirurgie ist als Komitee Trauma der DGOU-Sektion AGA an sechs laufenden Studien beteiligt. Die beiden von der AGA erarbeiteten Leitlinien zur Knie- und Patellaluxation wurden von der Leitlinienkommission der DGU in Absprache mit der DGOU bei der AWMF eingereicht. Zudem war die AG am diesjährigen Themenheft „Arthroskopisch unterstütztes Frakturmanagement“ im Magazin „Der Unfallchirurg“ beteiligt. Die zurzeit ruhende AG Klinische Geweberegeneration der DGU ist in der gleichnamigen DGOU-Sektion aktiv und arbeitet unter anderem an der Implementierung eines Knorpelregisters, das im Oktober 2013 anlässlich des DKOU starten wird. Alle geplanten Register werden im neu gegründeten Registernetzwerk O und U vernetzt und auf Wunsch durch das TraumaRegister DGU® unterstützt.

Die Sektion Handchirurgie kooperiert mit der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie (DGH) – als Sektion Handchirurgie der DGOU – sowie mit der Handgruppe der AO. Sie bearbeitet zurzeit die Erstellung von S3-Leitlinien, u. a. zur akuten Scaphoidfraktur. 2014 wird sie unter der Leitung von Prof. Joachim Windolf den Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie ausrichten.

Die Sektion NIS diskutiert die Einführung von ATLS- und PHTLS-Kursen in die universitäre Ausbildung. Ein Pilotprogramm dazu ist in Heidelberg gestartet. Das erste ATLS-Kursmanual auf Deutsch wird ab Herbst 2013 herausgebracht. Zum 20-jährigen Bestehen des TraumaRegister DGU® bringt die Sektion ein „Special Issue“ in der Zeitschrift „Injury“ heraus. Zudem hat die Sektion eine Reihe wissenschaftlicher Umfragen und Studien in Arbeit. Dazu gehören die beiden Umfragen zur „Behandlung offener Frakturen langer Röhrenknochen“ und zur „Mechanischen Stabilitätstestung bei Beckenfrakturen“. Um die Datendefinition zu harmonisieren, hat die Sektion NIS das Projekt „Aktionsbündnis Informations- und Kommunikationstechnologie in Intensiv- und Notfallmedizin“ (AKTIN) ins Leben gerufen. 

Die Sektion Kindertraumatologie erhielt in diesem Jahr ein positives Votum zu ihrem Forschungsantrag. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligte für die Durchführung einer klinischen Multicenterstudie zu distalen Unterarmfrakturen im Kindesalter im Rahmen des DFG/BMBF-Sonderprogramms „Klinische Studien“ Mittel in Höhe von gut 1,8 Millionen Euro. 

Die AG Wirbelsäule, seit 2011 als Sektion Wirbelsäule der DGOU aktiv, bereitet eine Multicenter-Studie „Thorakolumbaler Berstungsbruch A 3.1“ vor. Die AG Ultraschall kooperiert mit der Sektion Bildgebende Verfahren der DGOU und mit der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM). Zu ihren aktuellen wissenschaftlichen Projekten gehören die Themenkomplexe Kontrastmittelsonographie am Bewegungsapparat, sonographische Wertigkeit der Banddiagnostik als mögliche Begleitverletzungen bei OSG-Frakturen, Reliabilisierung der Sonographie von Frakturen des oberen Sprunggelenks, Möglichkeiten der sonographischen Diagnostik und Beurteilbarkeit kindlicher Frakturen sowie die Teilnahme an einer Multicenterstudie zur Achillessehnendehnung.

Die AG Septische und Rekonstruktive Chirurgie plant wissenschaftliche Aktivitäten zur anwendbaren Klassifikation der Osteomyelitis und zur Bildgebenden Diagnostik. Zudem bereitet sie ein eigenes Behandlungs-Curriculum vor. Die AG Prävention von Verletzungen ist ebenso in der DGOU-Sektion Prävention aktiv und hat einen Antrag auf ständige Mitgliedschaft in der UN Road Safety Collaboration gestellt. Zu den aktuellen Schwerpunkten gehört die „Verkehrssicherheitsdekade 2011-2020“, in deren Rahmen auch der derzeitige Ausbau des Präventionsprogramms„P.A.R.T.Y“ in weiteren zehn Kliniken fällt.

Die AG Osteologie ist beteiligt an der DFG-Forschergruppe 793 zu „Mechanismen der Frakturheilung und Knochenregeneration bei Osteoporose“ sowie am DFG-Sonderforschungsbereich/Transregio 79 „Werkstoffe für die Geweberegeneration im systemisch erkrankten Knochen“. Sie plant eine Fusion mit der Sektion Osteologie der DGOOC zu einer neuen DGOU-Sektion Osteologie nach dem DVO-Kongress 2014.

Die AG Becken betreut ein Europäisches Register für Becken- und Azetabulumfraktur mit derzeit 32 aktiven Kliniken in Deutschland sowie multizentrische klinische Studien, zum Beispiel zu Modellen der virtuellen Anatomie, zur Navigation in der Beckenchirurgie, zu Komplikationen nach Osteosynthese bei Open-Book-Verletzungen, zur Verknüpfung von Trauma- und Beckenregister, zur Rehabilitation nach Beckenverletzungen, zur Epidemiologischen Entwicklung sowie zu speziellen Implantaten.

Die ebenfalls ruhende AG Fuß, die mit der DGOU-Sektion D.A.F. fusioniert hat, führt zwei Multicenter-Studien zur Akutversorgung von Fußverletzungen durch und arbeitet bei der Abbildung der Fußtraumatologie im DRG-System (INEK) mit. Außerdem ist sie aktiv beteiligt am Sprunggelenks-Endoprothesenregister. Geplant sind Studien zu operativen Behandlung der Charcot-Arthropathie im Akutstadium und zur Behandlung der Osteochondrosis dissecans tali sowie ein D.A.F.-Forschungsstipendium.

Miriam Buchmann-Alisch/DGU 

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