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Sportmedizin

Anziehungskraft Reiten – beliebter aber verletzungsanfälliger Sport

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Pferdesport ist gut für das Herz und die Seele – Reiten trainiert den Kreislauf, verbessert die Körperhaltung und entspannt. Gleichzeitig bringt es ein hohes Verletzungsrisiko mit sich. Stürzt der Reiter, sind besonders der Kopf aber auch die oberen Extremitäten gefährdet. Doch nicht nur beim Reiten an sich, auch beim Umgang mit dem Pferd können Unfälle entstehen. Dr. Jan Holger Holtschmit von der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin, einer Sektion der DGOU, hat sich mit den verschiedenen Verletzungen verunfallter Reitsportler sowie den Ursachen befasst und gibt Tipps zur Unfallprävention.

Als sogenannte Lifetime-Sportart kennt der Reitsport keine Altersbegrenzung und erfordert auch nur eine mäßige Ausdauerleistung von Herz und Lunge. Wird der Sport in einem gesunden Maß betrieben, hat die dreidimensionale Bewegung des Reiterrückens sogar einen positiven Effekt für die Wirbelsäule. So werde die muskelrelaxierende Wirkung beispielsweise erfolgreich beim therapeutischen Reiten eingesetzt, sagt Dr. Jan Holger Holtschmit, Chefarzt der Abteilung Konservative Orthopädie am Marienkrankenhaus St. Wendel.

Hohe Verletzungsgefahr durch Unfälle mit dem Pferd

Trotz der entspannenden Wirkung der Bewegung auf dem Pferd zählt der Reitsport zu den besonders verletzungsanfälligen Sportarten. Gründe sind vor allem Stürze und Unfälle beim Umgang mit dem Tier. Schließlich handelt es sich beim Sportpartner um ein Lebewesen, das dazu ein Fluchttier ist. Jährlich verunglücken deutschlandweit rund 40.000 aktive Reiter, heißt es bei der GOTS. Dabei passiert der Großteil der Unfälle unter den Freizeitsportlern. Zu den Verletzungen beim Umgang mit dem Pferd zählen Frakturen, Quetschungen oder Verstauchungen, die durch Ausschlagen des Pferdes, Bisse, oder Treten des Pferdehufs verursacht werden. Kommt es zu einem Sturz mit dem Pferd, sind Rotationstürze am folgenschwersten und mitunter tödlich, da das Pferd direkt auf den Reiter fällt. 

Reithelme schützen vor Schädel-Hirn-Traumata

Stürzt der Reiter vom Pferd, sind die Arme verletzungsanfällig, da sie häufig beim Sturz zur Abfederung genutzt werden. Am meisten ist allerdings die Kopfregion von Verletzungen betroffen.  Insbesondere Kinder sind aufgrund ihrer Körpergröße beispielsweise durch Huftritte gefährdet. „Umso entscheidender ist beim Reiten, aber auch beim Umgang mit dem Pferd einen Helm zu tragen, der für den Pferdesport zertifiziert ist. Das Tragen eines solchen Helmes reduziert die Wahrscheinlichkeit von Schädel-Hirn-Verletzungen um mehr als die Hälfte“, betont Holtschmit.

Damit solch schwerwiegende Unfälle gar nicht erst passieren, ist letztlich kontinuierliches Training, Erfahrung und eine gewisse Routine beim Reiten und Umgang mit dem Pferd die beste Prävention.

Quelle: GOTS

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