„Die Unfallchirurgie in Deutschland - unsere Verantwortung und Verpflichtung“
 

Grußwort

DGOU-Präsidenten: „Auf O und U ist auch in der Krise Verlass“

Prof. Dr. Dieter C. Wirtz und Prof. Dr. Michael J. Raschke (v.l.) © T. Tanzyna / Intercongress

Prof. Dr. Dieter C. Wirtz wird der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) in 2021 erneut als Präsident vorstehen, Prof. Dr. Michael J. Raschke bleibt sein Stellvertreter. Als Führungs-Tandem haben sie die Fachgesellschaft durch ein außergewöhnliches Jahr 2020 gesteuert. Auch das neue Jahr bringt viele Herausforderungen, die gemeinsam mit allen Mitgliedern bewältigt werden. Das Führungsduo freut sich auf die neuen Aufgaben und wendet sich mit persönlichen Worten an seine Kolleginnen und Kollegen sowie an die Mitglieder der Fachgesellschaft.

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, liebe Mitglieder der DGOU,

auch in 2021 dürfen wir der DGOU als Präsident bzw. stellvertretender Präsident vorstehen. Das bedeutet für uns eine große Ehre. Wir bedanken uns für Ihr Vertrauen und Ihre Unterstützung. Gemeinsam mit Ihnen ist es im vergangenen Jahr gelungen, unsere Fachgesellschaft in schwierigsten Zeiten aktiv und lebendig zu halten. Unter dem Motto „Vereinte Vielfalt“ möchten wir auch in diesem Jahr Gesundheitspolitik mitgestalten, die innere Struktur der Fachgesellschaft stärken sowie O und U zukunftsfähig machen.

In 2021 werden wir weiterhin mit der Pandemie leben und umgehen müssen. Das bedeutet auch für uns Orthopäden und Unfallchirurgen, gewohnte Pfade zu verlassen, um den Corona-bedingten Herausforderungen zu begegnen. Darin liegt jedoch gleichzeitig eine große Chance: Wir können Altes über Bord werfen und uns an Neues wagen. Der Digitalisierungsschub bleibt uns auch in Zukunft erhalten und eröffnet ungeahnte Möglichkeiten. So wird der DKOU für uns Orthopäden und Unfallchirurgen ¬auch in diesem Jahr wahrscheinlich anders als vor Corona stattfinden müssen. Wir werden ein neues modulares Konzept entwickeln, um für alle etwaigen Einschränkungen der Pandemie vorbereitet zu sein. Dabei können wir Ihnen aber versichern, dass Sie wie gewohnt „O und U at its best“ mit Fachvorträgen und Begegnungsmöglichkeiten in höchster Qualität erleben werden.

Unser Motto „Vereinte Vielfalt“ ist besonders in diesem Jahr so aktuell wie nie. Gilt es doch gemeinsam und vereint unseren Weg zu beschreiten. Auf drei Punkten liegt dabei unser besonderes Augenmerk:

  1. Strukturwandel in der Krankenhauslandschaft mitgestalten: Zentrenbildung und Spezialisierung sowie ein flächendeckendes Versorgungsnetzwerk fördern;
  2. Struktur der Fachgesellschaft stärken: weiteres Zusammenwachsen von O und U sowie Entwicklung der Sektionen analog der Bedarfe der Patienten unterstützen;
  3. O und U zukunftsfähig machen durch Digitalisierung, Verzahnung von ambulanter und stationärer Medizin, Anwendung künstlicher Intelligenz (KI) und Robotik.

Beim gegenwärtigen Strukturwandel im Gesundheitssektor ist für uns die Balance zwischen flächendeckender Grundversorgung und Spezialisierung wichtig. Wir plädieren für mehr Zentrumsbildung, mit klarer Definition, welche Krankheitsbilder bzw. Verletzungsmuster in welchem Setup behandelt werden müssen. Wir müssen dafür werben, dass eine „in die Tiefe gehende“ spezialisierte Zentrumsbildung für komplexe Versorgungen etabliert und gesondert vergütet wird. Um das zu erreichen, brauchen wir belastbare Zahlen aus unseren Registern – zum Beispiel dem Traumaregister oder dem EPRD – und von einer noch nicht ausreichend intensiv betriebenen fachbezogenen Versorgungsforschung. Gleichzeitig müssen wir als Fachgesellschaft im Dialog mit der Politik anhand eindeutiger Daten und Fakten darauf hinwirken, dass die in Deutschland bestehende breite flächendeckende Notfallversorgung weiter ausgebaut wird und nicht durch Schließung von Krankenhäusern zunichte gemacht wird.

Um den Anforderungen zu genügen, die mit einer zunehmenden Spezialisierung einhergehen, müssen wir auch unsere internen Strukturen der Sektionen und Arbeitsgemeinschaften in der DGOU sowie den Muttergesellschaften DGU und DGOOC schärfen und stärken. Es ist Zeit, im Sinne einer vereinten Vielfalt Gremien inhaltlich zu bündeln und ggf. neu zu organisieren, um den in der Gesellschaft erwarteten fachlich exzellenten Wissenstand abbilden zu können. Das ist kein leichter Prozess. Wir alle wissen, dass unsere Strukturen historisch gewachsen und in den Fachgesellschaften seit Jahren etabliert sind. Für manch entschiedenen Orthopäden oder Unfallchirurgen kann das heißen, einen Schritt weg von der Muttergesellschaft und einen Schritt in Richtung O und U zu gehen. Wir möchten uns mit allen Kräften dafür einsetzen, dass dieser Schritt leichter fällt und die DGOU die gemeinsame fachliche Heimat für alle Orthopäden und Unfallchirurgen wird. Das geht nur mit Ihnen gemeinsam. Lassen Sie uns mit vereinten Kräften daran arbeiten und damit zukunftsfest werden.

Denn nur, wenn wir alles im Hinblick auf Zukunftstauglichkeit prüfen, werden wir auch weiterhin erfolgreich sein. Wir müssen lernen, die Chancen der Digitalisierung voll zu nutzen, Robotik im Sinne der Patienten zu nutzen und neben dem uralten Handwerk neue Möglichkeiten der individualisierten Medizin einzusetzen.

Wir lassen ein schwieriges Jahr hinter uns. Lassen Sie uns gemeinsam nach vorn schauen und gemeinsam zum Wohle unserer Patienten handeln. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Ihnen!

Ihr
Prof. Dr. Dieter C. Wirtz
DGOU-Präsident 2020/2021

Ihr
Prof. Dr. Michael J. Raschke
Stellvertretender DGOU-Präsident 2020/2021

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