„Die Unfallchirurgie in Deutschland - unsere Verantwortung und Verpflichtung“
 

Lesetipp OUMN

Hochleistungssport und Orthopädie – eine vielversprechende Symbiose

© asferico / Adobe Stock

Nicht ungewöhnlich ist die Tatsache, dass sich unter sportaffinen Medizinern ein großer Anteil aus dem Fachgebiet der Orthopädie und Unfallchirurgie versammelt. Das Wissen um die Funktionsweise des Bewegungsapparates und die Freude an der Bewegung ergänzen sich optimal und lösen häufig eine regelrechte Faszination aus. Für sehr ehrgeizige junge Sportbegeisterte hat das starke Interesse an beidem gleich zwei Karrieren hervorgebracht. Viele Spitzensportler haben sich in der Vergangenheit neben ihren harten Trainingseinheiten für eine Ausbildung zum Orthopäden entschieden – zu einer Zeit als das Fach noch von der Unfallchirurgie getrennt war. In der aktuellen Ausgabe der Orthopädie und Unfallchirurgie – Mitteilungen und Nachrichten (OUMN) berichten vier Fachärzte von dieser gleichermaßen aufregenden wie anspruchsvollen Laufbahn in einem Interview.

Die drei Disziplinen Leichtathletik, Fechten und Rudern haben per se nichts gemein. Wenn aber heute in der Orthopädie tätige Ärzte einst Spitzenleistungen in diesen Bereichen erbracht haben, verbindet sie ein ähnlicher Erfahrungsschatz. Dabei kommt die Frage auf, wie die ehemaligen Athleten die Doppelbelastung einer Profikarriere im Sport mit gleichzeitigem Medizinstudium überhaupt gemeistert haben. Während von außen vor allem die großartigen Erfolge bei Olympia zu sehen waren, blieben die dafür notwendige eiserne Disziplin und die vielzähligen Entbehrungen wenig sichtbar. „Neben Studium und Sport gab es nichts beziehungsweise kaum etwas anderes“, gesteht der frühere Ruderer Dr. Sebastian Thormann. Immer aber gab es Trainer, Eltern oder Vorgesetzte, die als starke Stütze hinter den erfolgreichen Sportlern standen und ohne jene die zweispurigen Karrieren nicht denkbar gewesen wären.

Die Interviewten erleben die Arbeit mit Patienten, die aus dem gleichen sportlichen Lager stammen und mit bekannten Blessuren zu ihnen kommen, oft als leichter und effizienter. Gerade als Verbandsarzt, wie es der heute noch Rekorde haltende Mittel- und Langstreckenläufer Prof. Dr. Thomas Wessinghage einige Jahre beim Deutschen Leichtathletik-Verband war, zahlt sich das ärztliche Engagement besonders aus. Ruderer Thormann spricht hinsichtlich der sportorthopädischen Betreuung von einem Vorteil, wenn die Sportler wissen, dass man den Sport einst selbst ausgeübt habe und unmittelbar verstehe wovon sie reden. Für die 23-fache Medaillengewinnerin im Damenflorett Dr. Sabine Bau stehe im Umgang mit Spitzensportlern aber auch anderen Patienten vor allen Dingen Fingerfertigkeit gepaart mit Fingerspitzengefühl im Vordergrund; mit Blick auf das gesamte Fach O und U sei ihrer Einschätzung nach, auch in der Zukunft, ein hohes Maß an Menschenkenntnis erforderlich.
   
Mit welchen Verletzungen die Profisportler selbst zu kämpfen hatten und wie sie mit dem teils plötzlichen Ende der Sportlaufbahn jeweils umgegangen sind, berichten die ehemaligen Spitzensportler im  OUMN-Interview „Interesse am Bewegungsapparat – Karrieren im Spitzensport und in der Orthopädie“ (© DGOU und BVOU [2020] Published by Springer Medizin Verlag Berlin [2020]. All rights reserved.)

Autor: Angelika Julius

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