„Die Unfallchirurgie in Deutschland - unsere Verantwortung und Verpflichtung“
 

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung

Neues Psychotherapeutenverfahren soll schnellen beruflichen Wiedereinstieg ermöglichen

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Am 1. Juli 2012 ist das „Psychotherapeutenverfahren“ (PT-Verfahren) in Kraft getreten. Es soll nach Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten einen schnellen beruflichen Wiedereinstieg ermöglichen.

In das neue PT-Verfahren flossen sowohl die praktischen Erfahrungen der Träger der Unfallversicherungen als auch die neuen Anforderungen an das Reha-Management sowie die Ergebnisse eines Expertengesprächs mit Vertretern wichtiger Fachgesellschaften ein.

Das PT-Verfahren löst das bisherige Modellverfahren ab, das die „Einbindung von ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten in das Heilverfahren der Gesetzlichen Unfallversicherung bei psychischen Gesundheitsschäden“ vorsah.

Die Anforderungen des neuen PT-Verfahrens regeln die fachlichen und sonstigen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für die Zulassung von Psychotherapeuten und deren Zusammenarbeit mit den UV-Trägern. Die angewandten Behandlungsverfahren müssen evidenzbasiert sein und sich an den einschlägigen Leitlinien des AWMF orientieren.

Beteiligt werden psychologische Psychotherapeuten mit einer Approbation in einem der drei anerkannten Richtlinienverfahren und Fachärzte, die zusätzlich über spezielle Fachkenntnisse in Form von Fortbildungen in der leitliniengerechten Diagnostik und Behandlung von typischen psychischen Störungen nach Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten verfügen (z. B. akute Belastungsstörung, Angststörung, Depression, Anpassungsstörung, Posttraumatische Belastungsstörung, Somatoforme Schmerzstörung). Als Nachweis praktischer Erfahrungen ist eine bestimmte Zahl entsprechender Behandlungsfälle erforderlich.

Die behandelnden Psychotherapeuten sollen die UV-Träger bei der Fallsteuerung und im Reha-Management aktiv unterstützen und dabei früher und stärker als bisher das Ziel in den Fokus der Behandlung einbeziehen, einen möglichst schnellen beruflichen Wiedereinstieg zu ermöglichen (z. B. durch Belastungserprobung, Fahrtrainings etc.)

Wichtige Änderungen ergeben sich auch im Verfahrensablauf. Die Handlungsanleitung zum neuen PT-Verfahren enthält Regularien zum Verfahren im einzelnen Behandlungsfall. Weiterhin gilt, dass die Chronifizierung eines psychischen Gesundheitsschadens unbedingt zu vermeiden ist. Die Netzwerktherapeuten sind dazu verpflichtet, einen UV-Fall innerhalb einer Woche in die Behandlung zu übernehmen. Beibehalten wurde auch die zügige Intervention durch eine unkomplizierte Bewilligung von bis zu fünf probatorischen Sitzungen.

Nach Inkrafttreten des neuen PT-Verfahrens werden regelmäßig obligatorische Einführungs- und Fortbildungsveranstaltungen angeboten. Inhalte sind neben dem PT-Verfahren die Rahmenbedingungen der gesetzlichen Unfallversicherung, insbesondere die Leistungsvoraussetzungen und die Besonderheiten der Kommunikation mit der Sachbearbeitung für die Fallsteuerung sowie das Reha-Management.

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