„Die Unfallchirurgie in Deutschland - unsere Verantwortung und Verpflichtung“
 

Startschuss für eine verbesserte Schwerverletztenversorgung in Ostwestfalen

Unfallchirurgen bauen beispielhaftes, neues Versorgungsnetzwerk auf

20 unfallchirurgische Kliniken in Ostwestfalen haben sich zum Traumanetzwerk Ostwestfalen zusammengeschlossen. Die Kliniken und das gesamte Netzwerk wurden nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, die in einem Weißbuch festgelegt sind, zertifiziert.

 Mit dieser Maßnahme wird in Ostwestfalen sichergestellt, dass Schwerverletzte unter noch besseren Bedingungen flächendeckend und heimatnah versorgt werden können. Dazu gehört nicht zuletzt, auch bei zukünftig knappen Ressourcen, die Garantie für die Aufnahme in einer geeigneten Klinik und die Behandlung nach standardisierten Behandlungsabläufen.

TraumaNetzwerkDDGU – Höhere Überlebenschancen durch vernetzte Aktion und Kommunikation!

Um die optimale Schwerverletztenversorgung rund um die Uhr unter standardisierten Qualitätsmaßstäben zu gewährleisten, hat die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie das weltweit einzigartige Projekt TraumaNetzwerkD etabliert und kommt damit einer Forderung des Sachverständigenrates aus dem Jahre 2007 zur nachhaltigen Verbesserung der Notfallversorgung nach. Das TraumaNetzwerk Ostwestfalen ist das sechste Traumanetzwerk unter etwa 60 in Gründung befindlichen TraumaNetzwerken.
„Entscheidend für Überleben und die möglichst vollständige Gesundung sind die schnelle und präzise Behandlung, von der Unfallstelle beginnend, nahtlos in spezialisierten Kliniken fortgesetzt. Die Behandlungsergebnisse sind stark zeitabhängig!“ sagt Prof. Dr. med. Johannes Sturm, Sprecher des Traumanetzwerkes Ostwestfalen und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie. Daher werden in einem Traumanetzwerk die ärztlichen Leiter des Rettungsdienstes in die Netzwerkbildung eingebunden, die festgelegten interdisziplinären Behandlungsrichtlinien werden gemeinsam beschlossen. Die Kliniken müssen spezielle personelle Ressourcen und einen hohen apparativen Standard im Bereich der Schwerverletztenversorgung vorhalten und werden in verschiedene Versorgungsstufen eingeteilt. Ziel ist es, den Schwerverletzten innerhalb von 30 Minuten vom Unfallort in den Behandlungsraum eines geeigneten Krankenhauses zu transportieren. Die Möglichkeit der Versorgung von schwer schädelhirnverletzten Unfallopfern in Spezialbteilungen muss im Traumanetzwerk gegeben sein.
Im Traumanetzwerk Ostwestfalen sind sogar drei Kliniken mit der "rund um die Uhr Fähigkeit " zur Replantation, eine hochkomplexe operative Versorgung, bei der abgetrennte Körperteile wieder mit dem Körper verbunden werden können, eingebunden.

Unfallchirurgen in Ostwestfalen investieren Know-How und Arbeit am Traumanetzwerk seit 2008!

Um die Voraussetzungen für die Teilnahme am Traumanetzwerk zu erfüllen, haben die Kolleginnen und Kollegen der teilnehmenden Kliniken des Traumanetzwerkes Ostwestfalen in den letzten zwei Jahren acht Workshops abgehalten, um die Aktivitäten zur Optimierung der Prozess- und Strukturqualität zu besprechen. Sie ermöglichten den Mitarbeitern drei Fortbildungstage, bei denen sie für das standardisierte und prioritätsorientierte Schockraum-Management von Traumapatienten geschult wurden.
Besonders hervorzuheben ist, dass auch Kliniken "Geld in die Hand genommen haben" um ihre Ausstattung zur besseren Versorgung zu optimieren.
Um die Versorgungsqualität des Traumanetzwerkes dauerhaft und nachhaltig zu sichern, sind alle Kliniken verpflichtet, Ihre Patienten in das Traumaregister der DGU einzugeben, um die Ergebnisse in Qualitätszirkeln gemeinsam zu besprechen. Das Traumanetzwerk Ostwestfalen wird drei Qualitätszirkel haben.
Sturm betont, dass diese TraumaNetzwerkbildung ein Beispiel dafür sei, dass das Gesundheitswesen nicht, wie immer nur formuliert, krank ist, Geld will und nach weiteren gesetzlichen Regelungen ruft, sondern dass es Ärzte und Kliniken und gibt, die aus ärztlicher Überzeugung mit außerordentlichem Engagement an der Verbesserung der Versorgung ihrer Patienten arbeiten.

Autor: DGU

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