„Die Unfallchirurgie in Deutschland - unsere Verantwortung und Verpflichtung“
 

Pressemitteilungen

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Orthopäden und Unfallchirurgen fordern vonseiten der Politik die Anerkennung der Qualität vorhandener Zertifizierungsverfahren und Register zur bestmöglichen Versorgung von Patientinnen und Patienten. Die Qualitätsinitiativen tragen dazu bei, die Spitzenmedizin in Zentren zu stärken und gleichzeitig eine gute medizinische Versorgung in ländlichen Regionen zu sichern. Außerdem dürfen rein ökonomische Vorgaben in Zukunft keine steuernde und beherrschende Rolle spielen und es braucht bessere Rahmenbedingungen für die Weiterbildung. Das erklären die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU), die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) und die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) in einem Positionspapier anlässlich der Bundestagswahl 2021.

Die Analyse der Sicherheitslage von Kliniken liefert ein vorwiegend positives Bild, lautet das Fazit einer Arbeitsgruppe der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU). Allerdings müssten mehr regelmäßige Übungen zu Schadenslagen durchgeführt werden. Denn nicht erst seit den Anschlägen der letzten Jahre ist die Sicherheit in Kliniken zu einem ernstzunehmenden Aspekt der Krankenhausplanung und Prozessorganisation geworden. „Als Teil der kritischen Infrastruktur können Kliniken selbst Opfer eines Amoklaufs oder eines terroristisch motivierten Anschlags werden. Auch wenn es bereits eine gute Basis gibt, müssen Krankenhäuser und Mitarbeitende weiter in ihrem Bemühen gestärkt werden, um solch eine extreme Situation erfolgreich zu beherrschen. Denn auch die aktuellen Entwicklungen in Afghanistan könnten mittelfristig zu einer weiteren Zunahme von terroristischen Anschlägen führen“, sagt Prof. Dr. Michael J. Raschke, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) und Direktor der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am Universitätsklinikum Münster. Der Beitrag der DGU-Arbeitsgruppe Einsatz-, Katastrophen und Taktische Chirurgie (EKTC) zu diesem Thema ist jetzt in der Fachzeitschrift „Der Unfallchirurg“ erschienen.

Rund 10.000 Blutkonserven werden jährlich in der Unfallchirurgie benötigt. Das Blut rettet das Leben vieler Schwerverletzter. Anlässlich des Weltblutspendetages am 14. Juni 2021 möchte die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) allen Blutspendenden danken. „Bluttransfusionen sind in der Unfallchirurgie unverzichtbar. Wir danken allen Spenderinnen und Spendern, die dazu beitragen, mit ihrem eigenen Blut das Leben von anderen zu retten“, sagt Prof. Dr. Michael J. Raschke, DGU-Präsident, stellvertretender Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) und Direktor der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am Universitätsklinikum Münster. Gleichzeitig ruft die DGU Bürger und Bürgerinnen auf, auch und gerade in Corona-Zeiten Blut zu spenden.

Viele Operationen mussten auch während der zweiten Welle in der Corona-Pandemie verschoben werden. Eine positive Bilanz zogen jedoch Deutschlands Kindertraumatologen für den Bereich der Knochenbruchversorgung von Kindern. „Wir haben festgestellt, dass die zeitgerechte Versorgung von Knochenbrüchen im Kindesalter auch während der Corona-Pandemie gewährleistet war“, sagt Prof. Dr. Dr. Peter Schmittenbecher, Leiter der Sektion Kindertraumatologie (SKT) der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) und Direktor der Kinderchirurgischen Klinik am Klinikum Karlsruhe. Klinikvertreter aus der gesamten Bundesrepublik stellten bei einem Arbeitstreffen rückblickend fest: Die Entscheidungen über eine sofortige oder am nächsten Tag durchzuführende Operation wurde wie immer nur von der Verletzungsschwere und dem Zustand der kleinen Patienten, nicht aber von logistischen Aspekten bestimmt.

Die verschärften Datenschutzregulierungen reißen Löcher in das bisher dichte Datennetz der Unfallchirurgen. Das TraumaRegister DGU® der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) weist immer weniger Behandlungsverläufe von Schwerverletzten auf, obwohl sie behandelt wurden. Ursache dafür ist die 2018 in Kraft getretene Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Seitdem gibt es erhebliche formale und inhaltliche Unsicherheiten und Hürden, wenn Unfallchirurgen das Einverständnis der Patienten für die Aufnahme von Versorgungsdaten in das Register einholen wollen, um der Forderung zur externen Qualitätssicherung nachzukommen. Die Einwilligungserklärung stellt bei schwerverletzten Patienten regelmäßig eine organisatorische und ethisch höchst schwierige bis unlösbare Herausforderung dar. Daher fordern Experten nun erneut eine gesetzliche Regelung, damit das Register auch ohne Einwilligungserklärung lückenlos weiter betrieben werden kann. „Seit über zwei Jahren setzen wir uns dafür ein, dass wir pseudonymisierte Daten rechtssicher verwenden dürfen. Datenschutz ist gut und richtig. Aber übertriebener Datenschutz macht unser seit fast 30 Jahren bestehendes TraumaRegister nun zunichte und gefährdet damit Menschenleben“, kritisiert DGU-Präsident Prof. Dr. Michael J. Raschke.

Unfallchirurgen geben Erste-Hilfe-Tipps bei Handwerkerverletzungen

Mehr Verletzungen in Corona-Zeiten: Do-It-Yourself-Videos machen noch keinen Handwerker

Zurzeit verbringen viele Menschen coronabedingt mehr Zeit zu Hause. Sie nutzen die Gelegenheit, Renovierungsarbeiten in Angriff zu nehmen oder die eigenen vier Wände zu verschönern. Unfallchirurgen warnen vor Selbstüberschätzung und geben Tipps zur Erstversorgung, falls es dabei zu einem Unfall kommt. „Viele informieren sich in YouTube-Videos. Diese erzeugen den Eindruck, dass Handwerken ohne Vorwissen für jeden machbar ist, doch die Umsetzung endet oft mit Verletzungen. Wir sehen jetzt etwa ein Drittel mehr Handwerkerverletzungen in der Notaufnahme“, sagt Prof. Dr. Michael J. Raschke, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) und Direktor der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am Universitätsklinikum Münster.

Ein Massenanfall von Verletzten oder Erkrankten bei einem Zugunfall, einem Terroranschlag oder einer Pandemie: Immer wieder gibt es Situationen, in denen die Zahl an Patienten sprunghaft steigt und droht, die Krankenhäuser zu überlasten. In Hinsicht auf Verletzungen sind Unfallchirurgen gut vorbereitet, denn sie verfügen mit dem TraumaNetzwerk DGU® (TNW) über ein länderübergreifendes Akutnetzwerk, in dem Schwerverletzte an jedem Ort in Deutschland rund um die Uhr optimal versorgt werden. Mit Verlegungskonzepten zur Zuweisung von Patienten wird sichergestellt, dass die einzelne Klinik nicht überlastet wird. „Solche Strukturen könnten auch bei einer Pandemie helfen, die Patienten koordiniert auf die Krankenhäuser zu verteilen und damit die Auslastung zu steuern, um Überlastung zu vermeiden. Denn ein Virus, wie Corona, macht nicht an Ländergrenzen halt. Die Netzwerkstruktur, die wir in den TraumaNetzwerken seit mehr als 15 Jahren ‚leben‘, könnte das Modell für die Zukunft sein“, sagt Prof. Dr. Michael J. Raschke, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU).

Anlässlich des gestrigen Terroranschlages in Wien und dem der vergangenen Woche in Frankreich bekräftigt die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) die Notwendigkeit, Kliniken auf die Bewältigung einer derartigen lebensbedrohlichen Einsatzlage vorzubereiten. „Wir nehmen die Terrorbedrohung unverändert sehr ernst und arbeiten schon länger daran, dass Mediziner für die Versorgung von Schuss- und Explosionsverletzungen ausgebildet werden. Jetzt fordern wir die flächendeckende Umsetzung unserer Konzepte. Sie sind ein wichtiger Baustein der Daseinsvorsorge“, sagt DGU-Präsident Prof. Dr. Michael J. Raschke. So hat die Fachgesellschaft im neuen erst kürzlich veröffentlichten Weißbuch Schwerverletzenversorgung (3. Auflage) eingeführt, dass sich Kliniken verpflichtend auf die Bewältigung von Terror- oder Amoksituationen vorbereiten müssen. Das betrifft die derzeit über 700 Traumazentren, die am TraumaNetzwerk DGU® teilnehmen. Bisher war die medizinische Vorbereitung zum Management eines Ernstfalles freiwillig. Mit dem Kapitel „Großschadensereignis Massenanfall von Verletzten (MANV) / Massenanfall von Verletzten bei lebensbedrohlichen Einsatzlagen (TerrorMANV)“ spricht die DGU erstmals verbindliche Empfehlungen zur Bewältigung einer lebensbedrohlichen Einsatzlage aus. „Zur medizinischen Beherrschung eines TerrorMANV stehen Kliniken vor einer bisher unbekannten Herausforderung. Daher sorgen wir dafür, dass ihre Handlungsfähigkeit für diese Fälle erweitert wird“, sagt DGU-Generalsekretär Prof. Dr. Dietmar Pennig.

Viele schwer verletzte Patienten fallen in das sogenannte Reha-Loch. Nach ihrer Akutbehandlung im Krankenhaus bleibt die danach zwingend erforderliche Rehabilitation aus. Sie sind schlichtweg noch zu krank, um die strengen Vorgaben der Deutschen Rentenversicherung zur Rehabilitationsfähigkeit zu erfüllen. Nach ihrem Krankenhausaufenthalt landen deshalb viele zu Hause oder in der Kurzzeitpflege. „Damit entsteht eine Phase des Stillstandes, die den Unfallverletzten in seinem langen Genesungsprozess zurückwirft“, kritisiert Prof. Dr. Michael J. Raschke, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) und Direktor der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am Universitätsklinikum Münster die derzeit unzureichenden Strukturen in der Traumarehabilitation. Es sei aber eine nahtlose Weiterversorgung nötig. Daher hat die DGU ein neues Konzept entwickelt, um das Reha-Loch zu schließen. Die speziell auf die Bedürfnisse von Schwerverletzten zugeschnittenen Rehabilitationsempfehlungen sind jetzt in der neuen, erweiterten 3. Auflage des Weißbuchs Schwerverletztenversorgung erschienen.

 

Bissverletzungen von Haustieren dürfen keinesfalls unterschätzt werden. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) hin. Was manchmal zunächst harmlos aussieht, sollte trotzdem ernst genommen werden. Denn bei einem Biss werden Krankheitserreger des Tieres auf den Menschen übertragen. Die Eintrittspforte kann sich dabei sofort verschieben und somit verschließen. Unbehandelt können schwere Entzündungen entstehen, bei denen neben der Haut auch Muskeln, Sehnen, Nerven und Knochen dauerhaft geschädigt werden können. Daher lautet der Expertenrat: „Egal wie harmlos oder oberflächlich der Biss wirkt, man sollte immer zum Arzt gehen. Besonders wenn pochende Schmerzen, Schwellungen oder Rötungen auftreten, ist das ein Alarmsignal, welches die umgehende ärztliche Behandlung erfordert“, sagt Prof. Dr. Michael J. Raschke, Präsident der DGU. Die Fachgesellschaft gibt Tipps für den Ernstfall.